Das Dark Warehouse bei Scherdel: Im dunklen Lager alles im Blick

ArrayGridMetalConstructionOfAutomatedStorage
Bild: ©Smelov/shutterstock.com / Aimtec

Für einen Großauftrag im Bereich E-Mobilität, der eine schnelle und komplexe Logistik verlangte, musste der Automobilzulieferer Scherdel aus dem oberfränkischen Marktredwitz seine Kapazitäten am Standort im tschechischen Bor ausbauen. „Uns war bewusst, dass die Logistik beim erfolgreichen Abwickeln des Auftrags der Dreh- und Angelpunkt war“, erklärt Michael Kuhn, Head of Organization bei Scherdel. „Die logistischen Abläufe mussten reibungslos funktionieren, jedes Teil zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.“ Um diese Anforderung zu erfüllen, implementierte das Unternehmen die Plattform DCIx des Digitalisierungsspezialisten Aimtec – zur Vernetzung des ERP-Systems mit den Prozessen und Technologien in der Fertigungsstätte. Im vollautomatischen, auch Dark Warehouse genannten, Lager orchestriert die eingerichtete Plattform nun die verschiedenen Technologien. Außerdem ist sie an das ERP-System von Scherdel angebunden, um Teile bedarfsgerecht an die Produktion zu liefern.

6.000 Speicherpositionen

Nach der Installation der Plattform folgte die Integration von sieben autonomen Transportrobotern (ARC, Autonomous Robotic Carrier) und einem automatischen Kleinteilelager (AKL) bestehend aus einem Rack mit drei automatisierten Regalreihen und drei separaten Aufzügen für insgesamt 6.000 Speicherpositionen. „Zu den besonderen Herausforderungen des Projekts zählten die termingerechte Einführung von Aimtec DCIx und die zusätzliche Programmierarbeit aufgrund eines Software-Updates bei einem der Technologiepartner“, sagt Michael Kuhn. Mit den neuen, zu einer Plattform vernetzten und durch die Aimtec-Software gesteuerten Technologien verfügt Scherdel über eine flexibles Lagersystem für diesen Auftrag und mögliche Folgeaufträge.

ROI in fünf bis sieben Jahren

In Bor laufen nun alle Prozesse autonom, also ohne menschliches Bedienen. Scherdel profitiert von beschleunigten Logistikprozessen und weniger Personalbedarf in der Produktionsbeschickung. Das Unternehmen rechnet mit einem ROI von fünf bis sieben Jahren. Für den Automobilzulieferer stehen Prozessoptimierung und Mitarbeiterschulung im Fokus. Je besser beides gelingt, desto schneller stellt sich der ROI ein. Zwischen Projektstart und Go-Live vergingen zehn Monate.

Weniger Komplexität durch Scanner

Im Rahmen seiner Migration auf SAP S/4Hana hat sich Scherdel zudem für die Implementierung des Moduls Extended Warehouse Management (EWM) entschieden. Um die Komplexität des EWM-Moduls zu verringern, hat Aimtec ein mobiles System eingebracht, die mit Scannern arbeitet und EWM-Prozesse vereinfacht. Das System Aimtec SCIx ist eine eigene SAP-Erweiterung des Logistikspezialisten. Sie unterstützt das Steuern von Materialflüssen, die Integration von Automatisierungstechnologien und sorgt für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit. „In der Logistik haben wir überlegt, ob wir das Stock Room Management aus dem ursprünglichen SAP-System oder das Modul Extended Warehouse Management (EWM) einsetzen sollen. Aufgrund der Möglichkeit, komplexere Logistikprozesse zu implementieren, entschieden wir uns für das strategische EWM-Modul. Das System für die Arbeit mit Scannern auf Shopfloor-Ebene lieferte Aimtec“, sagt Michael Kuhn.

Seiten: 1 2



  • Pepperl+Fuchs übernimmt Aava

    Pepperl+Fuchs übernimmt Aava

    Das finnische Unternehmen Aava gehört ab sofort zur Pepperl+Fuchs-Gruppe. Das Unternehmen bietet u.a. Tablet Computer für die Industrie ab.

    mehr lesen: Pepperl+Fuchs übernimmt Aava

  • Manufacturing Execution-Systeme im Vergleich

    Manufacturing Execution-Systeme im Vergleich

    Der vom Trovarit Competence Center MES in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und dem VDI herausgegebene ’Aachener Marktspiegel Business Software – MES/Fertigungssteuerung 2021/2022‘, untersucht das Angebot…

    mehr lesen: Manufacturing Execution-Systeme im Vergleich

  • Weniger Kurzarbeit im August

    Weniger Kurzarbeit im August

    In Deutschland waren im August nach Angaben des Ifo Instituts 688.000 Menschen in Kurzarbeit, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vormonat. Die Lieferengpässe in der Industrie hatten demnach kaum Auswirkungen…

    mehr lesen: Weniger Kurzarbeit im August

  • Konjunkturerwartungen gehen zurück

    Konjunkturerwartungen gehen zurück

    Zum vierten Mal in Folge haben die ZEW-Konjunkturerwartungen ein Minus verzeichnet. Der Index lag in der September-Umfrage bei 26,5 Punkten nach 40,4 Punkten im Vormonat. Die aktuelle Lage wird jedoch…

    mehr lesen: Konjunkturerwartungen gehen zurück

  • Bestellungen im Maschinenbau im Juli steigen kräftig

    Bestellungen im Maschinenbau im Juli steigen kräftig

    Die Auftragsbücher im Maschinen- und Anlagenbau haben sich wegen der guten Weltkonjunktur und einer schwachen Vorjahresbasis auch im Juli kräftig gefüllt.

    mehr lesen: Bestellungen im Maschinenbau im Juli steigen kräftig

  • Ifo-Exporterwartungen sinken im August

    Ifo-Exporterwartungen sinken im August

    Die Ifo-Exporterwartungen sind im August gesunken. In einigen Branchen gingen die Erwartungen dabei deutlich zurück, in der Automobilindustrie zeigen sich die Unternehmen jedoch optimistischer.

    mehr lesen: Ifo-Exporterwartungen sinken im August

  • Fortschritt bei künstlicher Intelligenz

    Fortschritt bei künstlicher Intelligenz

    Laut aktuellem KI-Monitor von BVDW und IW Köln kommt das Thema Künstliche Intelligenz in Deutschland voran. Die Wirtschaft ist dabei der größte Treiber — alle Betrachtungsindikatoren haben sich in diesem…

    mehr lesen: Fortschritt bei künstlicher Intelligenz

  • Digital Twins helfen bei Neuorganisation

    Digital Twins helfen bei Neuorganisation

    Industrieunternehmen organisieren sich neu, so eine Sopra Steria-Studie. Und das betrifft nicht nur interne, sondern auch externe Abläufe. Dabei spielt auch der Einsatz des digitalen Zwillings eine Rolle.

    mehr lesen: Digital Twins helfen bei Neuorganisation

  • Dibac wird Teil der GUS Group

    Dibac wird Teil der GUS Group

    Mit Dibac hat die GUS Group zum 1. August einen auf Farben- und Lacke-Industrie spezialisierten ERP-Anbieter übernommen.

    mehr lesen: Dibac wird Teil der GUS Group

  • Industrie 4.0-Kompetenzen in der Weiterbildung

    Industrie 4.0-Kompetenzen in der Weiterbildung

    Sozialpartner aus der Metall- und Elektroindustrie setzen neue Standards für die Weiterbildung der Mitarbeiter. Diese betreffen insgesamt sieben Handlungsfelder.

    mehr lesen: Industrie 4.0-Kompetenzen in der Weiterbildung

  • Mercedes ernennt Chief Software Officer

    Mercedes ernennt Chief Software Officer

    Mit MB.OS soll bei Mercedes ein eigenes Fahrzeug-Betriebssystem entstehen. Dessen Entwicklung verantwortet zukünftig Magnus Östberg, der die neu geschaffene Position des Chief Software Officers übernimmt.

    mehr lesen: Mercedes ernennt Chief Software Officer

  • IAB-Arbeitsmarktbarometer auf Rekordhoch

    IAB-Arbeitsmarktbarometer auf Rekordhoch

    Mit 107,6 Punkten hat das IAB-Arbeitsmarktbarometer im August einen neuen Rekordstand verzeichnet. Die Zeichen auf dem Arbeitsmarkt stehen damit weiter auf Erholung.

    mehr lesen: IAB-Arbeitsmarktbarometer auf Rekordhoch