Warum Agentic AI Revolution statt Evolution ist

Dennis Lehmeier Google Cloud
Bild: Google Cloud

Agentische KI-Systeme werden komplexe, mehrstufige und funktionsübergreifende Abläufe übernehmen und zunehmend als autonome Manager agieren. Unternehmen legen den Grundstein für eine widerstandsfähige, adaptive und intelligente Produktionsumgebung. Lieferketten zählen traditionell zu den volatilsten Bereichen eines Fertigungsunternehmens. Das oft beschriebene Ziel einer echten Made-to-Order-Produktion, bei der nur das gefertigt wird, was bereits verkauft ist, blieb bisher meist unerreichbar. Die Prozesse, Risiken, Partnernetzwerke und Abhängigkeiten waren zu komplex. Diese Realität könnte sich durch agentische KI verändern. Systeme, die heute lediglich Prognosen liefern, könnten künftig eigenständig handeln. Sie analysieren historische Schwankungen sowie potenzielle Störungen und reagieren automatisch darauf. So kann KI etwa eine drohende Lieferunterbrechung erkennen, verfügbare Alternativlieferanten anhand verifizierter Daten bewerten und die komplette Materiallogistik anpassen.

Büroarbeit automatisiert

Der Nutzen reicht dabei weit über die reine Effizienz hinaus. KI übernimmt die Überwachung tiefgreifender Risiken wie Kinderarbeitsindikatoren, geopolitische Entwicklungen oder neue Compliance-Vorgaben. Gleichzeitig lassen sich Prozesse, die bislang mehrere Monate in Anspruch nahmen, wie das Onboarding neuer Lieferanten, auf wenige Wochen verkürzen. Damit schließt die KI endlich die Lücke zwischen der Geschwindigkeit physischer Warenströme und den oft träge laufenden administrativen Abläufen.

Fabrikarbeit im Wandel

Die Fabrikarbeit wird sich hin zu Tätigkeiten entwickeln, die technisches Verständnis, analytische Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein vereinen. Fabrikmitarbeitende werden zum Manager, der Maschinen nicht mehr physisch repariert, sondern digitale Systeme interpretiert, Ausgaben der KI prüft und Entscheidungen bestätigt oder korrigiert. Parallel dazu entstehen neue Berufsprofile, insbesondere im Bereich Governance, Risk & Control. Diese spezialisierten Arbeitskräfte sind für die Überwachung und Freigabe kritischer KI-Entscheidungen verantwortlich, legen Sicherheitsgrenzen fest und sorgen dafür, dass autonome Systeme im Rahmen gesetzlicher, finanzieller und sicherheitstechnischer Vorgaben agieren.

Auf neuem Level personalisiert

Die neue Generation industrieller KI-Systeme kennt nicht nur Maschinenzustände und Produktionsziele, sondern auch die Rollen, Präferenzen und Routinen der Menschen, die mit ihnen arbeiten. Die Ergebnisse sind personalisierte Handlungsempfehlungen. Ein Maschinenführer erhält künftig kein generisches Dashboard mehr, sondern eine auf seine Aufgaben zugeschnittene Analyse. Die KI bewertet die Ausfallwahrscheinlichkeit einzelner Anlagen basierend auf OEE-Daten. Außerdem schlägt sie automatisch die Alternative für den Schichtplan vor. Die Systeme speichern die Nutzungs- und Interaktionshistorie langfristig und entwickeln dadurch ein Verständnis der individuellen Arbeitsweise. Der Wechsel von Automatisierung zu Autonomie ist kein evolutionärer Schritt, sondern ein grundlegender Systemwechsel. Verbesserte Effizienz, schnellere Prozesse und datenbasierte Entscheidungen sind dabei erst der Anfang. Ausschlaggebend ist die Fähigkeit, ein Produktionssystem zu schaffen, das kontinuierlich lernt, antizipiert und ohne Unterbrechung agiert.



  • Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

    Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

    Um das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potential von künstlicher Intelligenz auszuschöpfen, müssen Menschen den Entscheidungen von KI-Systemen und den mit ihnen verbundenen Prozessen vertrauen. Dazu kann eine entsprechende Zertifizierung beitragen. Nach…

    mehr lesen: Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

  • SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

    SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

    Die Innovationen der Automatisierung im Rampenlicht: Im Sonderteil GROSSER HERBST DER INNOVATIONEN des aktuellen SPS-MAGAZINs präsentieren die führenden Anbieter der Automatisierungstechnik die neuen Produkte und Lösungen, die sie eigentlich auf…

    mehr lesen: SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

  • Softeq eröffnet Innovation Lab

    Softeq eröffnet Innovation Lab

    Technologieentwicklung Softeq eröffnet Innovation Lab Das IT-Unternehmen Softeq, mit Hauptsitz in Houston und Dependance unter anderem in München, will mithilfe des Integrated Design and Management Program vom Massachusetts Institute of…

    mehr lesen: Softeq eröffnet Innovation Lab

  • Sicherer Datentransfer mit OPC UA

    Sicherer Datentransfer mit OPC UA

    Genua hat seine Cyber-Diode für OPC UA erweitert. Die Securitylösung lässt den Datentransfer ausschließlich in eine Richtung zu – in Gegenrichtung blockt sie jeden Informationsfluss ab.

    mehr lesen: Sicherer Datentransfer mit OPC UA

  • Thermografiekameras und deren Kalibrierung

    Thermografiekameras und deren Kalibrierung

    Praktisch alle im Handel erhältlichen Thermografiekameras zeigen für die Messpunkte im Kamerabild Temperaturwerte an. Jedoch ist nicht offengelegt, wie der Kalibrierprozess stattgefunden hat.

    mehr lesen: Thermografiekameras und deren Kalibrierung

  • Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

    Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

    Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die deutschen Industrieunternehmen zwar weniger Beschäftigte, im Vergleich zum August 2020 ist die Zahl der Beschäftigen jedoch erstmals seit einem Jahr wieder gestiegen.

    mehr lesen: Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

  • Webinarserie: IT&Production TechTalks

    Webinarserie: IT&Production TechTalks

    Im November starten die IT&Production-Fachmedien eine eigene Webinarserie – die IT&Production TechTalks. Jedes Webinar bietet drei Vorträge zu einem Schwerpunktthema – u.a. MES/MOM (24. November), Robotic Process Automation (26. November),…

    mehr lesen: Webinarserie: IT&Production TechTalks

  • Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert

    Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert

    Die Richtlinienreihe VDI/VDE 3695 ‚Engineering von Anlagen‘ wurde überarbeitet und an den Stand der Technik, insbesondere an I4.0-Vorgaben, angepasst. Die Reihe unterstützt Engineering-Organisationen dabei, geeignete Maßnahmen zur gezielten Weiterentwicklung der…

    mehr lesen: Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert

  • Ausgezeichnete Produktfamilie

    Ausgezeichnete Produktfamilie

    Der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT) hat die SDoT-Produktfamilie als Cross Domain Solution (CDS) von Infodas mit dem diesjährigen Innovationspreis für innovative, vertrauenswürdige und praxistaugliche IT-Sicherheitslösungen ausgezeichnet. 

    mehr lesen: Ausgezeichnete Produktfamilie

  • Barracuda Networks erwirbt Startup Fyde

    Barracuda Networks erwirbt Startup Fyde

    Barracuda hat die Übernahme von des Zero Trust Cybersecurity Startups Fyde mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien, und Porto, Portugal, bekanntgegeben, um die Barracuda CloudGen SASE-Plattform um ZTNA-Funktionen zu erweitern.

    mehr lesen: Barracuda Networks erwirbt Startup Fyde

  • Virtuelle Messe fürreale Abschlüsse

    Virtuelle Messe fürreale Abschlüsse

    Die Hallen des Nürnberger Messegeländes bleiben im November 2020 aufgrund der Corona-Pandemie zwar leer. Die SPS-Messe soll dennoch stattfinden: Veranstalter Mesago liefert mit der SPS Connect vom 24. bis zum…

    mehr lesen: Virtuelle Messe fürreale Abschlüsse

  • Fanuc liefert 1.400 Roboter an Volkswagen

    Fanuc liefert 1.400 Roboter an Volkswagen

    In den beiden VW-Werken in Emden und im US-amerikanischen Chattanooga sollen ab 2022 rund 1.400 Fanuc-Roboter bei der Produktion einer neuen E-Fahrzeuggeneration unterstützen.

    mehr lesen: Fanuc liefert 1.400 Roboter an Volkswagen