Mit DeepSeek kommen die Reasoning-Modelle

David Colwell, VP, AI & Machine Learning bei Tricentis
David Colwell, VP, AI & Machine Learning bei Tricentis – Bild: Tricentis GmbH

Mit der Vorstellung von DeepSeek R1 ist dem Startup aus China ein Coup gelungen. Es es hat die Ära der ‚Reasoning-Modelle‘ eingeläutet, also von KI-Systemen, die logisch schlussfolgern. Zwar lieferte das Modell o1 von OpenAI bereits Ende letztes Jahr beeindruckende Reasoning-Ergebnisse. Doch OpenAI verriet kaum etwas darüber, wie das System funktioniert. Diese Geheimniskrämerei förderte zwar das Interesse von Investoren, ließ aber viele Fragen offen. DeepSeek hingegen veröffentlichte nun detaillierte Studien, Methoden, Experimente und Optimierungstechniken und zeigt, wie DeepSeek seine KI dazu bringt, logisch zu schlussfolgern. Einige Schlüsselelemente dabei sind:

Längere Denkzeit: Das Modell wurde angeregt zu denken, ohne ihm vorzuschreiben, was es denken sollte. So fing es von selbst an, die Phase bis zur Antwort zu verlängern – was zu besseren Lösungen bei komplexen Problemen führte.

Eigene Antworten evaluieren: Ohne Prompting lernte das Modell, seinen Lösungsweg neu zu bewerten und Fehler in der Argumentation zu erkennen und zu korrigieren.

Kaltstartdaten sind erforderlich: Zur ‚Vermenschlichung‘ der Ergebnisse ist nach wie vor Anleitung notwendig, sonst wechselt das System im Lösungsfindungsprozess beliebig zwischen Sprachen und Formaten, was die Ergebnisse für Menschen völlig unlesbar macht.

Preis, Leistung, Datenschutz

Theoretisch können Entwickler nun selbst günstige und leistungsfähige Reasoning-Modelle trainieren, denn die R1-API kostet nur einen Bruchteil des OpenAI-Pendants. All das stellte die Annahme der KI-Branche in Frage, dass es der beste Weg sei, KI-Modelle intelligenter zu machen, indem sie mehr Rechenleistung erhalten. Das war der Grund für den Kursabfall der Nvidia-Aktiee. Allerdings gibt es beim DeepSeek-Modell einen hohen versteckten Preis. Denn über was DeepSeek nicht offen spricht, ist die Verwendung, Speicherung und Verwaltung der Daten. Berichte, dass DeepSeek Eingaben sowie Audio- und Videodaten sammelt, werfen Fragen darüber auf, wie diese Daten verwendet werden, wofür und von wem?

Schlagabtausch ist absehbar

Die Debatten um die Leistungsfähigkeit, Kosten und den Datenschutz des DeepSeek-Modells wird uns noch eine Weile begleiten. Fest steht: Das chinesische Startup hat mit der Vorstellung seines Modells die nächste Ära der KI-Entwicklung eingeläutet. OpenAI hat bereits reagiert und mit o3-Mini ein kosteneffizientes Reasoning-Modell vorgestellt. Wir sollten uns auf einen Schlagabtausch um die beste Reasoning-KI gefasst machen. ereich Softwareentwicklung und Qualitätssicherung ist die Vorstellung, dass Entwickler immer mehr zu Designern werden, die auch komplexe Coding-Aufgaben den KI-Assistenzsystemen überlassen, nun sicherlich keine Zukunftsmusik mehr.

Umsichtig in Stellung bringen

Die Veröffentlichung von DeepSeek R1 wird den Fortschritt beschleunigen. Die Zahl möglicher Anwendungen von logisch denkender KI ist beinahe unbegrenzt. Offen bleibt, welches Unternehmen langfristig technologisch vorne bleibt. Werden Datenschutzfragen die Entwicklungen bremsen? Wie vermitteln Unternehmen zwischen Innovation und Compliance? Zum jetzigen Zeitpunkt gilt: DeepSeek hat ernsthafte Datenschutzprobleme, Firmen sollten hier also besondere Vorsicht walten lassen.



  • Auftragseingang wächst im Februar zweistellig

    Auftragseingang wächst im Februar zweistellig

    Plus 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr haben die deutschen Maschinen und Anlagenbauer in Ihren Auftragsbüchern verzeichnet. Dabei kamen besonders aus dem Ausland mehr Aufträge.

    mehr lesen: Auftragseingang wächst im Februar zweistellig

  • Industrie 4.0 beschäftigt jeden Produzenten

    Industrie 4.0 beschäftigt jeden Produzenten

    IoT-Plattformen, 3D-Druck und 5G gewinnen an Bedeutung Aktuell nutzen vier von zehn Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern IoT-Plattformen, mit denen Daten von Geräten, Maschinen und Anlagen an zentraler Stelle zusammengeführt und…

    mehr lesen: Industrie 4.0 beschäftigt jeden Produzenten

  • Beschäftigte wollen neue Skills erlernen

    Beschäftigte wollen neue Skills erlernen

    Low-Code/No-Code-Entwicklungen bieten Potenzial für Industrieunternehmen. Dadurch wird Software-Programmierung auch Mitarbeitern zugänglich, die nicht über tiefes Fachwissen verfügen. Mendix hat in einer Studie untersucht, wie es um den Low-Code/No-Code-Ansatz in Deutschland…

    mehr lesen: Beschäftigte wollen neue Skills erlernen

  • Hexagon übernimmt CADLM

    Hexagon übernimmt CADLM

    Mit der Übernahme von CADLM will Hexagon sein Portfolio für autonome, intelligente Fertigung erweitern.

    mehr lesen: Hexagon übernimmt CADLM

  • Neuer CFO bei Process Analytics Factory

    Neuer CFO bei Process Analytics Factory

    Mit Pascal Redaoui hat Process Analytics Factory einen neuen Chief Financial Officer.

    mehr lesen: Neuer CFO bei Process Analytics Factory

  • Hilfsmittel für das Engineering

    Hilfsmittel für das Engineering

    Die Richtlinienreihe VDI/VDE 3695 ‚Engineering von Anlagen – Evaluieren und Optimieren des Engineerings‘ wurde komplett überarbeitet und an den Stand der Technik, insbesondere an Industrie-4.0-Vorgaben, angepasst. Im März 2021 erscheint…

    mehr lesen: Hilfsmittel für das Engineering

  • Was lernen Unternehmen aus der Krise?

    Was lernen Unternehmen aus der Krise?

    Mehr als 70 Prozent der im PWC Global Crisis Survey befragten Unternehmen weltweit sind durch die Covid19-Pandemie negativ beeinträchtigt. Für 15 Prozent der Unternehmen in Deutschland hatte die Krise jedoch…

    mehr lesen: Was lernen Unternehmen aus der Krise?

  • Geschäftslage für Autobauer verbessert sich

    Geschäftslage für Autobauer verbessert sich

    Im März hat sich die Geschäftslage in der Automobilindustrie verbessert. Doch laut aktueller Ifo-Konjunkturumfrage hat sich der Ausblick der Unternehmen eingetrübt.

    mehr lesen: Geschäftslage für Autobauer verbessert sich

  • Die Nominierten stehen fest

    Die Nominierten stehen fest

    Hermes Award 2021 Die Nominierten stehen fest Bosch Rexroth, Phoenix Contact und Pilz sind die Nominierten für den Hermes Award der im Rahmen der Hannover Messe Digital Edition verliehen wird.

    mehr lesen: Die Nominierten stehen fest

  • Partnerschaft zwischen Synaos und SEW-Eurodrive

    Partnerschaft zwischen Synaos und SEW-Eurodrive

    Synaos und SEW-Eurodrive wollen in einem gemeinsamen Projekt das Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz und mobilen Robotern erproben und verbessern.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen Synaos und SEW-Eurodrive

  • Procad kauft Produktkonfigurator-Spezialisten Acatec

    Procad kauft Produktkonfigurator-Spezialisten Acatec

    Der Karlsruher PLM-Anbieter Procad hat Acatec erworben. Wenige Monate nach Beginn einer Partnerschaft mit dem Spezialisten für Produktkonfiguratoren sprachen die Synergieeffekte für die Akquisition, heißt es in der Pressemitteilung.

    mehr lesen: Procad kauft Produktkonfigurator-Spezialisten Acatec

  • Das selbstständige Warehouse-Management-System

    Das selbstständige Warehouse-Management-System

    ZIM-Förderung für Forschungsprojekt ‚SeSoGEN‘ Das selbstständige Warehouse-Management-System Die CIM GmbH und die Technische Universität München entwickeln im Rahmen eines Forschungsprojektes intelligente Lagersoftware die selbstständig Einlagerungsstrategien entwickeln kann.

    mehr lesen: Das selbstständige Warehouse-Management-System