Wissensmanagement mit Agentic AI: KI-Agenten statt Tabellen scrollen

Ai tech concept businessman use magnifying glass focus to AI search engine bar for data search optimization by artificial intelligence technology
Bild: ©Pakin/stock.adobe.com

Um das Potenzial von KI zu nutzen, braucht es intelligente Systeme, die Daten verknüpfen und effizient nutzbar machen. Hier kommen KI-Agenten ins Spiel, die entweder in den Anwendungen der Mitarbeitenden integriert sind, oder über den Browser aufgerufen werden können. KI-Agenten sind autonome Softwareprogramme, die in der Lage sind, selbstständig Aufgaben auszuführen und mit ihrer Umgebung zu interagieren. Sie kombinieren Methoden des maschinellen Lernens, der natürlichen Sprachverarbeitung und der Datenverarbeitung, um komplexe Anfragen zu beantworten und kontextbezogene Entscheidungen zu treffen. Laut der Boston Consulting Group können KI-Agenten hochkomplexe Problemlösungen übernehmen. KI-Agenten unterscheiden sich von herkömmlichen Chatbots dadurch, dass sie aktiv Informationen abrufen, verarbeiten und in geeigneter Form darstellen.

Einfach Fragen stellen

Die Handhabung ist einfach. Mitarbeitende stellen dem KI-Agenten Fragen wie ‚Wie ist der aktuelle Status von Projekt XY?‘ – ganz wie in einer gewöhnlichen Mensch-zu-Mensch-Interaktion. Basierend auf den angebundenen Datenquellen sollte der Agent eine präzise Antwort liefern. Zusätzlich zeigt er weitere relevante Informationen an, wie etwa Risiken, Abhängigkeiten, Ressourcenauslastung oder technische Dokumentationen. Der Agent wählt automatisch eine passende visuelle Darstellung. Abhängig vom Kontext sind die Informationen in Listen, Diagrammen oder Tabellen aufbereitet. Zudem gibt der KI-Agent Handlungsempfehlungen.

Mario Matuschek ist AI Solution Manager bei Mindbreeze.
Mario Matuschek ist AI Solution Manager bei Mindbreeze.Bild: Mindbreeze GmbH

Wie KI-Agenten funktionieren

KI-Agenten basieren auf Large Language Models (LLMs), die ihre Hersteller mit großen generischen Textmengen trainiert haben. Diese Modelle verstehen die menschliche Sprache, generieren kontextbezogene Antworten und verarbeiten selbst komplexe Fragestellungen scheinbar mühelos. Doch um unternehmensspezifische und aktuelle Informationen einfließen zu lassen, reichen vortrainierte Modelle nicht aus. Hier unterstützen zusätzliche KI-Technologien:

Ein zentraler Ansatz beim Einsatz von KI-Agenten in Unternehmen ist Retrieval-Augmented Generation (RAG). Diese Methode stellt sicher, dass die KI-Agenten nicht nur auf ihre Trainingsdaten zurückgreifen, sondern stets aktuelle und relevante Unternehmensdaten als Basis für die Beantwortung der Fragen heranziehen. Dadurch lassen sich Halluzinationen reduzieren.

Mindbreeze als Informationsdrehscheibe

Dabei dient die Wissensmanagement-Anwendung von Mindbreeze als Bindeglied zwischen dem LLM und den Unternehmensdaten. Mithilfe semantischer Suche, Natural Language Processing (NLP) und automatischer Klassifikation identifiziert das System die passenden Daten für das LLM. Sobald eine Anfrage eingeht, analysiert sie diese und durchsucht die angebundenen Datenquellen wie Wissensdatenbanken, Dokumentationen oder FAQs. Dabei ist es egal, ob die Daten strukturiert oder unstrukturiert vorliegen. Die Anwendung leitet relevante Informationen unter Berücksichtigung von Zugriffsrechten an das LLM weiter. Das LLM formuliert daraus eine Antwort und ergänzt sie mit Quellenangaben, sodass Mitarbeitende die Informationen bei Bedarf vertiefen können. Durch kontinuierliches Lernen aus den Unternehmensdaten und dem bisherigen Nutzerverhalten werden die Antworten mit der Zeit genauer und individueller.

Konnektoren zur Datenanbindung

Damit ein KI-Agent effizient arbeitet, benötigt er Zugriff auf relevante Unternehmensdaten. Durch Konnektoren können Unternehmen ihre Daten unabhängig vom Speicherort – sei es auf lokalen Servern, in der Cloud oder auf Plattformen wie Microsoft Azure, Oracle, Google oder AWS – an Mindbreeze und damit an KI-Agenten anbinden. Die Daten bleiben dabei stets an ihrem ursprünglichen Speicherort. Das System greift in Echtzeit darauf zu. Dadurch bleibt die Datenverarbeitung konsistent, und Datenschutzrichtlinien werden eingehalten.

Deployment beeinflusst den Preis von KI-Agenten

Die Implementierung eines KI-Agenten erfolgt je nach IT-Infrastruktur eines Unternehmens unterschiedlich. Unternehmen mit hohen Datenschutzanforderungen und Kontrolle bevorzugen oft ein On-Premises-System. Alternativ ist der Einsatz als Software-as-a-Service (SaaS) möglich. Hier übernimmt der Anbieter Wartung und Updates. Eine weitere Option sind Marketplaces großer Cloud-Anbieter wie AWS, Azure oder Google Cloud. Diese ermöglichen eine schnelle Bereitstellung und Skalierung. Die Wahl der Deployment-Option hat direkten Einfluss auf die Kosten.

Praxisbeispiele für den Einsatz von KI-Agenten

Bei der Produktentwicklung sind zahlreiche Informationen aus Marktanalysen, früheren Projekten, technischen Spezifikationen und regulatorischen Vorgaben entscheidend. Ein KI-Agent durchsucht und strukturiert diese Daten automatisch, sodass Ingenieure und Designer schneller auf relevante Erkenntnisse zugreifen und fundierte Entscheidungen treffen.

Auch bei der Optimierung der Produkte leisten KI-Agenten Unterstützung. Sie analysieren Kundenfeedback, Felddaten und Wettbewerbsanalysen, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren. So erkennen Mitarbeitende beispielsweise häufige Kundenbeschwerden frühzeitig, identifizieren schnell Fehlerquellen in der Technik und bewerten Designänderungen rascher hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Kosten und Effizienz. Die Einführung von KI-Agenten ist als wichtiger Schritt für Unternehmen zu verstehen, die wachsende Komplexität im Datenmanagement zu bewältigen.



  • CtrlX-Ökosystem für Third-Party-Software geöffnet

    CtrlX-Ökosystem für Third-Party-Software geöffnet

    Bosch erweitert das noch junge Automatisierungssystem CtrlX um Komponenten und Services. Vor allem aber lädt die Unternehmensgruppe Third-Party-Anbieter dazu ein, sich mit eigenen Anwendungen auf der Plattform zu engagieren.

    mehr lesen: CtrlX-Ökosystem für Third-Party-Software geöffnet

  • Mit Indigo Maschinendaten in Echtzeit synchronisieren

    Mit Indigo Maschinendaten in Echtzeit synchronisieren

    Mit ihrer Plattform Indigo will sich das Münchener Startup Emocean auf dem Markt für Analytics-Projekte positionieren. Das Besondere: Die Lösung soll Maschinendaten in Echtzeit synchronisieren und so etwa den unmittelbaren…

    mehr lesen: Mit Indigo Maschinendaten in Echtzeit synchronisieren

  • Zaghafte Entspannung trotz Orderminus

    Zaghafte Entspannung trotz Orderminus

    Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus ein reales Orderminus von 14 Prozent verzeichnet. Das ist seit Beginn der Corona-Krise der geringste Rückgang auf Monatsbasis.

    mehr lesen: Zaghafte Entspannung trotz Orderminus

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Oliver Gürtler leitet Mittelstandsgeschäft bei Microsoft Deutschland

    Oliver Gürtler leitet Mittelstandsgeschäft bei Microsoft Deutschland

    Oliver Gürtler übernimmt ab November die Leitung des Mittelstandsgeschäfts bei Microsoft Deutschland und wird damit zugleich zum Mitglied der Geschäftsleitung berufen.

    mehr lesen: Oliver Gürtler leitet Mittelstandsgeschäft bei Microsoft Deutschland

  • Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

    Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

    Die meisten Firmen weltweit verzeichnen aufgrund der Corona-Pandemie Umsatzrückgänge. Doch neun von zehn Firmen investieren weiter in ihre Digitalisierung. Zu diesem Ergebnis kommen Autoren von Tata Consultancy Services (TCS) nach…

    mehr lesen: Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

  • Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

    Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

    Hyland will den Anbieter von Enterprise Content Management-Lösungen Alfresco kaufen. Die Verträge wurden bereits unterzeichnet, im vierten Quartal soll den Kauf abgeschlossen sein.

    mehr lesen: Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

  • Was künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt bedeutet

    Was künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt bedeutet

    Mit den Auswirkungen sowie den Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz für die mittelständische Arbeitswelt bietet, beschäftigt sich das Kompetenzzentrum ‚KI für die Arbeitswelt des industriellen Mittelstands‘.

    mehr lesen: Was künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt bedeutet

  • Kompetenzzentrum für KI-Engineering gegründet

    Kompetenzzentrum für KI-Engineering gegründet

    Die Bedeutung von künstlicher Intelligenz im Ingenieurswesen wächst. Allerdings fehlen Verfahren, um das Verhalten der Systeme planbar und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Abhilfe schaffen soll das Kompetenzzentrum für KI-Engineering (CC-KING)…

    mehr lesen: Kompetenzzentrum für KI-Engineering gegründet

  • Abgelenkt und trotzdem produktiver

    Abgelenkt und trotzdem produktiver

    Chefs glauben: Ein Drittel der Angestellten ist im Home-Office mit Tätigkeiten wie Wäsche waschen beschäftigt. Dennoch ist das Ansehen von Remote-Work bei Managern sogar gestiegen, ergab jetzt eine Umfrage von…

    mehr lesen: Abgelenkt und trotzdem produktiver

  • Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

    Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

    Am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT entsteht gerade die Software KMUsecure. Das Programm soll produzierende KMU dabei unterstützen, kritische Netzwerkschnittstellen zu sichern und Vernetzung leichter zur Optimierung zu nutzen.

    mehr lesen: Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

  • Accenture übernimmt Salt Solutions

    Accenture übernimmt Salt Solutions

    Der SAP-Partner und MES-Integrator Salt Solutions wird Teil von Accenture. Wie die Unternehmensberatung bekannt gab, ist die Vereinbarung bereits unterschrieben.

    mehr lesen: Accenture übernimmt Salt Solutions