Zuverlässige Picks auch bei Sonderprozessen

Microsyst Anwenderbericht REHAU Aut 20250624154421
Bild: Microsyst Systemelectronic GmbH

Gestiegene Qualitätsanforderungen der Kunden bei gleichzeitig steigender Variantenvielfalt in den Produkten markierten bei Rehau Automotive den grundsätzlichen Bedarf nach einem abgesicherten Pick-System – das bisherige Prinzip der Materialentnahme durch die Werker in der Produktion war an seine Grenzen gelangt. Den Start des Projekts markierte Südafrika, wo Microsyst 2017 das erste Rehau-Werk mit einem Pick-by-Light-System als zunächst kleine Pilotanwendung ausstattete.

3.000 Picks, keine Fehler

Nach der Testphase in Südafrika zog das Pick-System in weiteren Werken ein. Aufgrund der positiven Erfahrungen an verschiedenen Standorten entschied sich der Automobilzulieferer auch das Werk in Brake (Unterweser) mit der Microsyst-Technik zu betreiben: An einer neuen Fertigungslinie musste das Material in vollem Umfang sortenrein bereitgestellt werden. „Die richtige Entnahme aus Durchlaufregalen ist grundlegend. Deswegen formulieren wir auch hohe Prozessanforderungen an die Absicherung der richtigen Entnahmestellen. Fehler führen direkt zu Kundenreklamationen“, erklärt Uwe Baer, Coordinator Intralogistics bei Rehau, die Anforderungen. Nach eingehender Planungs- und Entwicklungsphase folgte die Umstellung Anfang 2021. Das Ergebnis: rund 1.000 Picks pro Tag bei null Prozent Fehlerquote. Ab Mitte 2021 begann der Aufbau einer weiteren Linie in Brake. Anfang 2022 wurde auch dort das Pick-by-Light-System im Serienbetrieb gestartet, bei 3.000 zusätzlichen täglichen Picks blieb die Zuverlässigkeit bei 100 Prozent.

Neue Anforderungen

„Mit der Zeit sind die Anforderungen an die Software kontinuierlich gestiegen. Zum einen durch neue Standorte, die mit dem System über einen Server arbeiteten oder auch durch wechselnde Anforderungen“, konstatiert Baer. Daher musste auch die Software wachsen, und das teils über die gestiegenen Anforderungen hinaus. Gemeinsam entschieden sich Rehau Automotive und Microsyst für ein komplettes Makeover mit Optimierung der Software sowie der Bedienoberflächen. Ein abgefragtes Anforderungsprofil berücksichtigte dabei bereits existente Eigenschaften sowie das Zusammenspiel mit Rehau-internen Schnittstellen. Die Beteiligten erarbeiteten einen Katalog an möglichen Funktions- und Bedienungsupgrades für das System. Am Ende sollte eine hochflexible Software stehen, die verschiedenste (Sonder-)Prozessanforderungen abbilden kann. Die in Form der Pick-Displays verbaute Hardware bedurfte keines Ersatzes und konnte weiterhin mithilfe der neuen Software angesteuert werden. Fortan wurde so die Bestellung von Materialien über die Displays möglich: manuell durch den Bediener oder auf Wunsch sogar automatisiert mithilfe der Sensorik. Auch die Lager- bzw. Bestandskorrektur ist seither via Display möglich. Die Datenübertragung über unterschiedliche Systeme und Schnittstellen integrierten die Entwickler ebenso wie die Option zur parallelen oder sequenziellen Kommissionierung sowie die Möglichkeit der Eingriffsüberwachung. Die Online-Konfiguration funktioniert nun während des laufenden Betriebs, Änderungen werden sofort im Live-System übernommen. Optional besteht auch die Möglichkeit, Änderungen vorzubereiten und zum gewünschten Zeitpunkt einzuspielen.

Microsyst Anwenderbericht REHAU Aut 20250624154426
Bild: Microsyst Systemelectronic GmbH

In sechs Monaten bereit

Trotz wachsendem Software-Umfang betrug die Entwicklungszeit nur sechs Monate. „Wir hatten es mit einer Vielzahl kundenspezifischer Anpassungen zu tun“, blickt Busl zurück. Da diese jedoch auf der Microsyst-Basissoftware aufbauen, blieb die Anwendung im Handling einfach. Als Webanwendung aufgesetzt, bedarf es lediglich eines Browsers, um die Steuersoftware in Echtzeit zu konfigurieren oder diagnostizieren.

Heute kommt die Microsyst Pick-by-Light-Architektur bereits in sieben Werken der Rehau Automotive zum Einsatz.



  • Produktion legt wieder zu

    Produktion legt wieder zu

    Laut statistischem Bundesamt hat sich die Industrie im Mai von den Einbrüchen verursacht durch die Corona-Pandemie etwas erholt. Die Produktion legte zu, verfehlt das Mai-Ergebnis des Vorjahres jedoch um 19,3…

    mehr lesen: Produktion legt wieder zu

  • Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

    Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

    Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmensleiter weltweit sind optimistisch, dass sich der europäische Markt relativ schnell vom wirtschaftlichen Abschwung durch die COVID-19-Pandemie erholen wird. Das geht aus einem Report des…

    mehr lesen: Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

  • Neuer CSO bei Proalpha

    Neuer CSO bei Proalpha

    Der ERP-Anbieter Proalpha hat einen neuen Chief Sales Officer. Zum 1. Juli hat Michael T. Sander die Position übernommen. Er folgt auf Andree Stachowski.

    mehr lesen: Neuer CSO bei Proalpha

  • Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

    Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

    Leuze will bis Ende Juli sein neues Distributionszentrum in Betrieb nehmen.

    mehr lesen: Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

  • Plattform für digitale Ausweisdokumente

    Plattform für digitale Ausweisdokumente

    Infineon Technologies bietet mit Secora ID eine einfach zu integrierende Sicherheitsplattform für digitale Ausweisdokumente, die kontaktlos funktionieren.

    mehr lesen: Plattform für digitale Ausweisdokumente

  • Armin Schnettler wird VDE-Präsident

    Armin Schnettler wird VDE-Präsident

    Der VDE hat mit Prof. Dr. Armin Schnettler einen neuen Präsidenten. Er folgt auf Dr. Gunther Kegel.

    mehr lesen: Armin Schnettler wird VDE-Präsident

  • In der Krise mehr digitalisieren

    In der Krise mehr digitalisieren

    52 Prozent der Unternehmen wollen ihre Ausgaben bezüglich der digitalen Transformation erhöhen. Dies hat der Business-Software-Anbieter IFS in einer Studie ermittelt für die weltweit mehr als 3.032 Führungskräfte befragt wurden.

    mehr lesen: In der Krise mehr digitalisieren

  • Veränderungen in Bosch-Geschäftsführung

    Veränderungen in Bosch-Geschäftsführung

    Bosch Rexroth gibt einige Veränderungen in der Geschäftsführung bekannt. Unter anderem tritt Filiz Albrecht die Nachfolge von Christoph Kübel an, der zum Jahresende in den Ruhestand geht.

    mehr lesen: Veränderungen in Bosch-Geschäftsführung

  • Maschinenbau: Stimmungslage im 2. Quartal

    Maschinenbau: Stimmungslage im 2. Quartal

    Der exportorientierte deutsche Maschinenbau wurde von der weltweiten Corona-Pandemie hart getroffen. Das wird sich auch so schnell nicht ändern. Darauf deuten sowohl die aktuelle Stimmungslage sowie die Konjunktur- und Umsatzprognose…

    mehr lesen: Maschinenbau: Stimmungslage im 2. Quartal

  • Cyber Security for Critical Infrastructures

    Cyber Security for Critical Infrastructures

    Die zunehmende Digitalisierung von Unternehmen und die damit einhergehende Vernetzung praktisch aller Gebiete schaffen ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Gleichzeitig entstehen durch die zunehmende Vernetzung aber auch neue Gefahren und Cyberangriffe…

    mehr lesen: Cyber Security for Critical Infrastructures

  • Operational Technology im Fokus von Cyberattacken

    Operational Technology im Fokus von Cyberattacken

    In einer weltweiten Studie haben TÜV Rheinland und das Marktforschungsinstitut Ponemon untersucht, wie es um die Cybersicherheit von Industrieanlagen bestellt ist. Demnach ist die Operational Technology besonders gefährdet.

    mehr lesen: Operational Technology im Fokus von Cyberattacken

  • Unternehmen sehen Licht am Ende des Tunnels

    Unternehmen sehen Licht am Ende des Tunnels

    Mit dem stärksten jemals gemessenen Anstieg hat sich der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni im Vergleich zum Vormonat etwas erholt. Er liegt nun bei 86,2 Punkten.

    mehr lesen: Unternehmen sehen Licht am Ende des Tunnels