Willy Maisel setzt auf softwaredefinierte Speicherplattform

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Bild: ©Zamrznuti tonovi/stock.adobe.com

Der Textildruck ist ein handwerklich geprägter Industriezweig und befindet sich inmitten einer tiefgreifenden Transformation. Technische Neuerungen und digitale Prozesse verschmelzen zunehmend mit traditionellen Produktionsabläufen. Unternehmen wie die Willy Maisel GmbH, bekannt unter der Marke ‚World of Textiles‘, stehen dabei vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits müssen sie die gewachsene Komplexität ihrer IT-Infrastruktur bewältigen, andererseits sicherstellen, dass diese Infrastruktur mit dem dynamischen Geschäftsmodell Schritt hält. Für das mittelständische Unternehmen mit breitgefächertem Produktportfolio und stark integrierter E-Commerce- sowie ERP-Software genießen Datenverfügbarkeit und Performance daher oberste Priorität.

Herausforderung: Kontinuität trotz Technologieerneuerung

Das Unternehmen betreibt eine hoch integrierte Plattform für Textilfertigung und Fulfillment, die ERP, Lagerverwaltung, Finanzbuchhaltung und mehrere E-Commerce-Systeme miteinander verbindet. B2B-Kunden bestellen hier individuelle Produkte, die nahtlos in die Fertigung und Auslieferung einfließen. Vor dem Hintergrund eines absehbaren Hardware-Austauschs ergab sich ein Problem: Wie kann eine IT-Infrastruktur modernisiert werden, ohne dass Produktionsprozesse, ERP-gestützte Warenwirtschaft oder E-Commerce-Systeme im Live-Betrieb beeinträchtigt werden?

Der vorhandene Cluster, der sämtliche kritischen Applikationen wie das ERP-System und diverse Server beherbergt, basierte auf veralteter Hardware, deren Nutzungsdauer abgelaufen war. Die neue Hardware sollte neben aktuellen Anforderungen auch zukünftige Anforderungen – mindestens fünf Jahre – zuverlässig abdecken. Zudem galt es, den Speicher mit einer intelligenten Lösung auszustatten, die Performance, Ausfallsicherheit und Flexibilität bestmöglich kombiniert.

Diese Herausforderungen sind in der Produktionswelt keine Ausnahme: Die Verschmelzung von ERP, MES, E-Commerce und IIoT führt zu steigenden Datenmengen und erhöhten Anforderungen an Speicherinfrastruktur und Datenmanagement. Unternehmen brauchen daher ein robustes Fundament, das auch bei anstehendem Hardwarewechsel oder Systemaktualisierungen einen unterbrechungsfreien Betrieb garantiert.

Gelöst wurde diese Herausforderung durch synchrone Spiegelung. Daten wurden zunächst parallel auf beiden Systemen gehalten. Funktions- und Leistungstests in dieser Phase unterstützten das störungsfreie Arbeiten der Systeme. Anschließend erfolgte die schrittweise Umschaltung auf die neue Infrastruktur. Auch Server Hypervisor-Funktionen wie Live-Migration ermöglichten es, virtuelle Maschinen während der Hardwareerneuerung nahtlos zu verschieben. Dieses Vorgehen hilft dabei, dass keine Daten verloren gehen und keine Systeme ausfallen. Gleichzeitig entstanden weder auf Seiten der Produktion noch auf Seiten der ERP- sowie E-Commerce-Systeme wahrnehmbare Unterbrechungen.

Softwaredefinierte Speicherplattform

Für Willy Maisel und den IT-Dienstleister wurde die DataCore SANsymphony-Plattform zum Rückgrat der Speicherinfrastruktur. Das softwaredefinierte Speichersystem (Software-Defined Storage, SDS) überzeugte durch die herstellerunabhängige Architektur und ermöglicht nun durch eine Reihe von technischen Features eine flexible und hochverfügbare Datenhaltung.

Heute bilden zwei voneinander getrennte Rechenzentren im Abstand von über 200 Metern den räumlich redundanten IT-Betrieb. Darauf laufen insgesamt 42 virtuelle Maschinen auf drei Servern, deren Daten über SANsymphony synchron gespiegelt werden. Diese synchrone Spiegelung mit automatischem Failover, Resynchronisation und Autofailback gewährleistet, dass bei Ausfall einer Hardware-Komponente oder gar eines ganzen Standorts der Betrieb nahtlos weiterläuft.

Die Datenhaltung über die SANsymphony-Plattform ist hardwareunabhängig. Neue Server oder Storage-Systeme – in diesem Fall Fujitsu Primergy-Server mit SSD- und SAS-Medien – können in die Umgebung integriert oder ausgetauscht werden, ohne dass es zu Ausfallzeiten kommt.

Mehr als nur Speichern

Ein Erfolgsfaktor des Projekts bei World of Textiles ist die Kombination aus Hochverfügbarkeit und intelligenter Performanceoptimierung. SANsymphony nutzt Auto-Tiering. Dabei werden Daten dynamisch und vollautomatisch auf dem jeweils passenden Speichermedium abgelegt. Schnell zugängliche ‚heiße‘ Daten landen auf den PCI-SSDs, selten genutzte ‚kalte‘ Daten auf günstigeren SAS-SSDs.

Parallel I/O sorgt dafür, dass die I/O-Operationen verteilt und gleichzeitig abgewickelt werden können, was die Performance weiter steigert. Dies ist ein essenzieller Faktor, wenn ERP, Auftragsmanagement und Shop-Systeme eng verzahnt sind und hohe Zugriffsraten erzeugen.

Ergänzend zu diesen Funktionen werden mit den DataCore Insight Services Analyse- und Prognose-Tools genutzt. Sie liefern Einblicke in Speicher-Auslastung, Zugriffsmuster und erlauben prädiktive Wartung und Kapazitätsplanung. So wird Speicher nicht nur zur reinen Ressource, sondern zum strategischen Instrument für IT-Entscheider, um Kosten zu optimieren und Engpässe frühzeitig zu erkennen.

SDS für eine zukunftssichere Produktions-IT

Mario Ivanda ist Regional Sales Manager bei DataCore Software GmbH.
Mario Ivanda ist Regional Sales Manager bei DataCore Software GmbH.Bild: DataCore Software GmbH

Die Umsetzung bei Willy Maisel zeigt, wie mittelständische Fertiger ihre IT- und Speicherlandschaft modernisieren können, ohne Risiken für den laufenden Betrieb einzugehen. Mit einer Infrastruktur aus softwaredefiniertem Speicher in Kombination mit intelligenter Automatisierung und verschiedenen Analysefunktionen lässt sich nicht nur der klassische Hardwarezyklus effizient abbilden und der IT-Betrieb hochverfügbar gestalten, es entsteht auch eine solide Basis für zukünftige IIoT- und Industrie-4.0-Vorhaben.