Wie KI-gestützte Systeme zum IT/OT-Schutz beitragen

Portrait of a Beautiful Diverse Female Wearing Glasses Using La
Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com

Angesichts steigender Cyberbedrohungen und eines anhaltenden Fachkräftemangels kann der Einsatz von KI dazu beitragen, produzierende Unternehmen resilienter und zukunftsfähiger aufzustellen. Die zunehmende Vernetzung industrieller Anlagen – häufig als Operational Technology (OT) bezeichnet – führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für netzwerkbedingte Produktionsausfälle sowie gezielte Cyberangriffe. Während IT-Systeme über Jahrzehnte hinweg weiterentwickelte Sicherheitsmechanismen nutzen, bleibt das Schutzniveau in OT-Umgebungen vielfach gering. Gründe sind unter anderem der Einsatz veralteter Betriebssysteme und Steuerungskomponenten sowie der wachsende Vernetzungsdruck, der konventionelle Sicherheitsstrategien überfordert. Die Folge sind wachsende Risiken nicht nur für IT-Infrastrukturen, sondern auch für die Integrität und Qualität von Produktionsprozessen.

KI als virtueller Security-Mitarbeiter

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften stellt eine zunehmende Herausforderung für den Betrieb von Cybersicherheitsstrukturen dar – eine Situation, in der KI gezielt entlasten kann. KI-gestützte Technologien übernehmen dabei routinierte Aufgaben, stärken die Effizienz der bestehenden Sicherheitsteams und ermöglichen eine Fokussierung auf strategische Aspekte. Ein wesentlicher Einsatzbereich liegt in der automatisierten Erkennung vernetzter Systeme – ein Punkt, der insbesondere für das Management zentral ist, da er Transparenz über kritische IT- und OT-Komponenten schafft. Auf Basis maschineller Kommunikation analysiert KI die Netzwerke und erstellt ein nahezu vollständiges, kontinuierlich aktualisiertes Lagebild der IT- und OT-Strukturen.

Automatisiert den Ist-Zustand ermitteln

Viele Unternehmen verfügen über inkonsistente oder veraltete Systemübersichten. Durch die Analyse von Kommunikationsmustern erkennt KI wichtige Informationen wie verwendete Hersteller, Softwarestände oder Kommunikationsbeziehungen und erzeugt ein zentrales Asset-Inventar. Parallel dazu ist eine Bewertung typischer Schwachstellen möglich, ebenso wie eine Analyse, welche Gegenmaßnahmen potenziell den größten Sicherheitsnutzen bieten würden. Hinzu kommt die Anomalieerkennung: Auf Basis zuvor erlernter Normalverhalten kann KI Abweichungen im Netzwerkverkehr identifizieren – und somit potenziell auf Cyberangriffe oder interne Sicherheitsereignisse hinweisen.

Gegen fortschrittliche Bedrohungen

KI-Technologien werden nicht nur zur Verteidigung eingesetzt – auch Angreifende setzen zunehmend auf maschinelles Lernen. Dazu gehören zum Beispiel automatisierte Malware-Erstellung, KI-gestützte Phishing-Kampagnen oder adaptive Angriffsmuster. Klassische Schutzsysteme stoßen hier mitunter an ihre Grenzen. Besonders in industriellen Infrastrukturen können Angriffe neben wirtschaftlichen auch physische Auswirkungen haben. Damit werden vorausschauende Security-Strategien erforderlich, in denen KI eine zentrale Rolle einnehmen kann.

Durch den Einsatz selbstlernender Modelle kann KI nicht nur bekannte Muster erkennen, sondern auch neue, bislang nicht dokumentierte Bedrohungen identifizieren – teils bereits in einer frühen Planungsphase solcher Angriffe.

Künstliche Intelligenz hat ihre Augen bei Bedarf überall. Oft günstiger und 
sogar effizienter als menschliche Spezialisten.
Künstliche Intelligenz hat ihre Augen bei Bedarf überall. Oft günstiger und sogar effizienter als menschliche Spezialisten. – Bild: KI-generiert / KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Erfolgsfaktoren für den KI-Einsatz

Der effektive Einsatz von KI und das Potenzial zu Effizienz- und Reifegradsteigerungen in der Cyber Security hängen von mehreren Voraussetzungen ab. KI zeigt insbesondere Stärken in den Bereichen Asset-Erkennung, Risikobewertung und Anomalieerkennung. Die Effektivität dieser Verfahren ist jedoch eng an Förderfaktoren und strukturelle Rahmenbedingungen gekoppelt:

Datenqualität und -verfügbarkeit – KI-Algorithmen benötigen hochwertige sowie möglichst vollständige Daten. Dazu zählen insbesondere Sicherheitsprotokolle, Netzwerk- und Sensordaten.

Integration in bestehende Security-Strukturen – Um KI effizient einzubinden, ist eine vorherige Analyse der bestehenden Architektur notwendig. Nur über klar definierte Schnittstellen kann eine funktionale Anbindung erfolgen.

Hybride Sicherheitsstrategie – KI-Systeme ersetzen keine Security-Fachkräfte, sondern ergänzen deren Arbeit. Eine Kombination aus maschineller Mustererkennung und menschlicher Bewertung gilt als zielführend.

Governance – Auch der KI-Einsatz erfordert klare Verantwortlichkeiten, definierte Zuständigkeiten und regelmäßige Prüfmechanismen, um Fehlentwicklungen oder Systemveraltung zu vermeiden.

KI als Teil integrierter Sicherheitsarchitekturen

Der steigende Bedarf an automatisierten Schutzmechanismen und der gleichzeitige Mangel an qualifizierten Security-Experten machen KI-basierte Ansätze zunehmend relevant. KI kann Unternehmen dabei unterstützen, Bedrohungen schneller zu erkennen, adäquater zu reagieren und vorhandene Ressourcen gezielter einzusetzen. Entscheidend bleibt jedoch der ausgewogene Umgang: Werden KI-Systeme als unterstützende Werkzeuge in eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie integriert, kann dies die Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberbedrohungen langfristig erhöhen.



  • Trends für die Fabrik der Zukunft

    Trends für die Fabrik der Zukunft

    Wohin entwickeln sich die Fabriken in den nächsten Jahren? Philipp Wallner von MathWorks wagt die Prognose, das fünf Faktoren darunter sein werden, die individuelles Fertigen und Ressourceneffizienz in Einklang bringen.

    mehr lesen: Trends für die Fabrik der Zukunft

  • Schaeffler-Finanzchef Dietmar Heinrich wechselt zu Dürr

    Schaeffler-Finanzchef Dietmar Heinrich wechselt zu Dürr

    Dietmar Heinrich wird neuer Finanzvorstand der Dürr AG. Zudem ernannte der Aufsichtsrat Dr. Jochen Weyrauch zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden.

    mehr lesen: Schaeffler-Finanzchef Dietmar Heinrich wechselt zu Dürr

  • EU-Exporte bleiben stabil

    EU-Exporte bleiben stabil

    Die Maschinenbauer aus Deutschland müssen sich in einem zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld behaupten. Das Jahr 2019 war geprägt von einer schwachen Weltkonjunktur, immer härteren Drohungen und Sanktionen in den globalen…

    mehr lesen: EU-Exporte bleiben stabil

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • PWC analysiert Potenzial für Augmented und Virtual Reality

    PWC analysiert Potenzial für Augmented und Virtual Reality

    1,5 Billionen US-Dollar PWC analysiert Potenzial für Augmented und Virtual Reality Eine Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC geht davon aus, dass das wirtschaftliche Potenzial für Virtual und Augmented Reality im Jahr…

    mehr lesen: PWC analysiert Potenzial für Augmented und Virtual Reality

  • Verschlüsselter, kostenloser Datenversand

    Verschlüsselter, kostenloser Datenversand

    Mit dem neuen Tool Schicks.Digital von Uniki können Datenmengen bis 3GB verschlüsselt und per Link über E-Mail, Whatsapp, Telegram oder beliebige andere Messenger versendet werden.

    mehr lesen: Verschlüsselter, kostenloser Datenversand

  • Ethisches Hacking in der DACH-Region

    Ethisches Hacking in der DACH-Region

    Die Bug-Bounty-Plattform YesWeHack plant Investitionen in der DACH-Region. Nach dem Einstand auf der Nürnberger Security-Messe It-sa baut das Unternehmen zurzeit ein deutschsprachiges Team auf, um Kunden vor Ort noch besser…

    mehr lesen: Ethisches Hacking in der DACH-Region

  • Cybersecurity von Anlagen und Maschinen

    Cybersecurity von Anlagen und Maschinen

    IT-Forensiker Thomas Käfer und Manfred Schulte, CE-Experte im Bereich Maschinenrichtlinie, informieren am 30. Januar 2020 im Seminar ‚Cybersecurity für Anlagen und Maschinen‘ über Gefahren durch Cyberangriffe auf Anlagen und beraten…

    mehr lesen: Cybersecurity von Anlagen und Maschinen

  • Umsatz im Ausland stabil, Auftragseingänge rückläufig

    Umsatz im Ausland stabil, Auftragseingänge rückläufig

    Nach einem zweistelligen Wachstum im September verzeichnete der Auftragseingang in der Elektroindustrie im Oktober einen Rückgang.

    mehr lesen: Umsatz im Ausland stabil, Auftragseingänge rückläufig

  • Roboter in mehr als jeder zweiten Firma

    Roboter in mehr als jeder zweiten Firma

    70 Prozent der Firmen mit 250 bis 500 Beschäftigen setzen bereits Roboter ein. Mehr Produktivität und geringere Kosten sind die Hauptgründe dafür, wie die Umfrage von Reichelt Elektronik ergab.

    mehr lesen: Roboter in mehr als jeder zweiten Firma

  • Datacenter-Trends für 2020

    Datacenter-Trends für 2020

    Steigende Datenmengen, europäische Cloud-Infrastrukturen, neue Hardware und der Energieverbrauch von Rechenzentren – dies sind aus Sicht des Herborner Unternehmens Rittal zentrale Datacenter-Trends des Jahres 2020.

    mehr lesen: Datacenter-Trends für 2020

  • Außenhandel legt zu

    Außenhandel legt zu

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wuchsen die Exporte der deutschen Wirtschaft im Oktober um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Importe nahmen hingegen ab.

    mehr lesen: Außenhandel legt zu