Sichere Maschinenbedienung in der Automotive-Industrie

2024 09 06 AWB GROB KEBA 5
Bild: Keba Industrial Automation GmbH

Die Deutsche Grob-Werke ist ein 1926 gegründetes, weltweit tätiges Familienunternehmen in vierter Generation mit Sitz im bayerischen Mindelheim. Grob ist vor allem in den Bereichen Universalmaschinen, Montageanlagen, Zerspanungstechnik und Elektromobilität, insbesondere mit Produkten für die Batterietechnologie, aktiv. Seit der Gründung sind neben dem Stammwerk in Mindelheim fünf weitere Produktionsstätten weltweit entstanden. Der Fokus liegt auf der Automobilindustrie. Diese ist derzeit vor allem durch die geplante Abkündigung des Verbrennungsmotors und den zu erreichenden Zielen bezüglich Umwelttechnik geprägt. Andreas Gindele, Teamleiter Funktionsentwicklung HMI bei Grob erläutert: „Gerade in der aktuellen Diskussion zu Gigafactories ist die Batterietechnik natürlich stark trendgebend.“

Auf Anforderungen reagieren

Durch die langen Vorlaufzeiten in der Branche und die enge Abstimmung mit seinen Kunden kann der Systemlieferant bedarfsgerecht auf deren Wünsche reagieren. Gerade im Anlagenbau werden Flexibilität und schnelle Umrüstbarkeit immer wichtiger. Platzmangel und bauliche Einschränkungen sind immer ein Thema und kompakte Maschinenkonstruktionen umso mehr gefragt. Martin Ellenrieder, Gruppenleiter Funktionsentwicklung: „Wir können uns auf Trends sehr gut einstellen und Anforderungen der Kunden auch mit Sondermaschinen abdecken. Das ist eine Spezialität unseres Unternehmens.“ Auch die sogenannte Hairpin-Technologie war ein wesentlicher Trend der Automotivindustrie in der jüngsten Vergangenheit. Dabei handelt es sich um eine Wickeltechnologie für Statoren in elektrischen Motoren.

HMI für Stationen gesucht

Die Zusammenarbeit mit Keba begann im Jahr 2016. Damals benötigte Grob eine Standardkomponente für die Inbetriebnahme von Stationen in der automatisierten Fertigung von Kernkomponenten elektrischer Antriebe. Ausgelöst durch die Umstellung auf eine Beckhoff-Steuerung begann die Suche nach einem geeigneten Anbieter für das benötigte Handbediengerät samt Visualisierung. Die Anforderung dabei: Eine möglichst effiziente, sprich zeitsparende Inbetriebnahme der Stationen. Die zum Teil sehr großen Anlagen machen ein flexibles Konzept zur sicheren Maschinenbedienung unabdingbar. Der Bediener muss jederzeit von seinem Standort aus mögliche Bewegungen erkennen und entsprechend reagieren können. Eine ortsunabhängige Verbindung zur Maschine ist daher ein Muss. Eine weitere Anforderung war die Integration einer Webserver-basierten Maschinenvisualisierung.

Die HMI müssen vor allem eines: Informationen dann darstellen, wenn sie benötigt werden - und dabei jederzeit die Betriebssicherheit unterstützen.
Die HMI müssen vor allem eines: Informationen dann darstellen, wenn sie benötigt werden – und dabei jederzeit die Betriebssicherheit unterstützen. – Bild: Keba Industrial Automation GmbH

Mobile Handbediengeräte

Gestartet wurde mit dem HMI-Gerät KeTop T200, das mittlerweile durch das neuere Modell T155 abgelöst wurde. Grundvoraussetzung für den Einsatz des HMI war, dass der Inbetriebnehmer die Maschine in der Anlage stets absichern kann. Auch wenn er sich vom Hauptbedienpult entfernt und den Schutzbereich der Anlage betritt. Weiterhin ist es unabdingbar, dass für den Betrieb ein sicheres Halten und Stoppen der Aktorik jederzeit möglich ist und für den Service notwendige Maschinenparameter der Aktorik und Sensorik ausgelesen und editiert werden können.

Überzeugendes Paket

Die Web-Visualisierung des Handbediengerätes sowie das offen ausgelegte Konzept zur Konfiguration der eingebauten Schnittstellen überzeugten den Anlagenbauer. Wird das Handbediengerät mit der Anschlussbox gekoppelt, verbindet es sich auf die Visualisierung vom Webserver. Die eindeutige Adressierung der Anschlussboxen ermöglicht zudem eine individuelle Anpassung der angezeigten Inhalte an die Gegebenheiten vor Ort. Mehrere Stationen können mit nur einem Handbediengerät bedient werden und das Display stellt alle notwendigen Maschineninformationen dar. Andreas Gindele „Unser Hauptproblem war die Kombination aus verschiedenen Kommunikationsprotokollen zwischen der Software und Hardware. Hier gab es einen großen Entwicklungsaufwand.“ Der Wunsch nach einem einheitlichen, stationsübergreifenden Designkonzept konnte durch die Customizing-Möglichkeiten des neueren KeTop T155 erfüllt werden. So wurden die Softkeys der Tastatur an die Vorgaben angepasst und ein eigenes Branding der Bedienelemente erstellt.

Wie es in den nächsten Jahren weitergeht, ist für Ellenrieder und Gindele klar: „Die Zukunft liegt in der E-Mobilität. Dazu gehören auch Batteriemontageanlagen. Grob kann hier automatisierte Anlagenlösungen von der Zellen- über die Modul- bis hin zur Packmontage anbieten.“ Keba und ihre Handbediengerät-Systeme sehen sie auch künftig in einer wichtigen Rolle, gerade im Hinblick auf die immer kompakteren und komplexeren Bauweisen von Maschinen und Anlagen.



  • Phoenix Contact etabliert Position des Chief Sales Officer

    Phoenix Contact etabliert Position des Chief Sales Officer

    Phoenix Contact etabliert neuen Chief Sales Officer zur globalen Ausrichtung des Vertriebs. Stephan Volgmann übernimmt Verantwortung für Marktstrategie und Kundennähe.

    mehr lesen: Phoenix Contact etabliert Position des Chief Sales Officer

  • Deutsche Hersteller mit Rekordinvestitionen in Digitalisierung

    Deutsche Hersteller mit Rekordinvestitionen in Digitalisierung

    Rockwell Automation hat die deutschen Ergebnisse seines elften ‚State of Smart Manufacturing Reports‘ veröffentlicht.

    mehr lesen: Deutsche Hersteller mit Rekordinvestitionen in Digitalisierung

  • Proalpha ernennt Chief Revenue Officer

    Proalpha ernennt Chief Revenue Officer

    Die Proalpha Group, ein Anbieter von ERP- und Business Software, beruft Michael Wüstemeier (Bild) für die neugeschaffene Position des Chief Revenue Officers (CRO).

    mehr lesen: Proalpha ernennt Chief Revenue Officer

  • Die Ära der kostenlosen KI ist vorbei

    Die Ära der kostenlosen KI ist vorbei

    Die Wirtschaftlichkeit großer Sprachmodelle steht kurz davor, mit der Unternehmensrealität zu kollidieren, schreibt Pegasystems-CEO Alan Trefler (Bild).

    mehr lesen: Die Ära der kostenlosen KI ist vorbei

  • Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

    Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

    Im Zuge des 25-jährigen Bestehens der SimPlan Integrations hat die SimPlan Group angekündigt, dass im Jahr 2028 ein geplanter Geschäftsführerwechsel beim Tochterunternehmen stattfinden wird.

    mehr lesen: Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

  • Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

    Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

    Laut VDMA-Ausbildungsumfrage steht die duale Ausbildung im Maschinen- und Anlagenbau auf einem stabilen Fundament und punktet mit hochmotivierten und zufriedenen Ausbilderinnen und Ausbildern.

    mehr lesen: Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

  • Forterro übernimmt 3E Datentechnik

    Forterro übernimmt 3E Datentechnik

    Forterro, ein europäischer Anbieter von Industriesoftware, hat die geplante Übernahme des Software-Spezialisten 3E Datentechnik bekannt gegeben, dessen Software bei der Konstruktion und Herstellung von Fenstern und Türen zum Einsatz kommt.

    mehr lesen: Forterro übernimmt 3E Datentechnik

  • AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

    AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

    Das Forschungsprojekt AutoSim vereinfacht die Erstellung von Simulationsmodellen für die Produktion. Es kombiniert intelligente Datenverarbeitung mit interoperablen Informationsmodellen.

    mehr lesen: AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

  • SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

    SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

    SAP investiert in die KI-Automatisierungsplattform n8n, wodurch sich die Bewertung des in Berlin ansässigen Startups auf 5,2Mrd.US$ erhöht und somit mehr als verdoppelt.

    mehr lesen: SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

  • BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

    BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

    Unter der Federführung des BSI und der italienischen Cybersicherheitsbehörde ACN haben die Cybersicherheitsbehörden der G7-Staaten unter Mitwirkung der EU Kommission eine Richtlinie zur Software Bill of Materials (SBOM) for AI…

    mehr lesen: BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

  • Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

    Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

    Künstliche Intelligenz automatisiert längst digitale Prozesse. Jetzt übernehmen Roboter auch physische Routinen. Was das für die Menschen bedeutet, beleuchtet Sören Michl, Vice President AI Adoption bei IFS.

    mehr lesen: Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

  • Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?

    Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?

    Seit mehr als 60 Jahren gilt das ‚Bellsche Theorem‘ als Goldstandard, um zu zeigen, dass die Quantenmechanik den Regeln der klassischen Physik widerspricht.

    mehr lesen: Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?