Cybersecurity für Cloud-Infrastrukturen

sf article cloudmigration header
Bild: Schiffl IT Service GmbH

Die digitale Transformation führt dazu, dass Unternehmen Systeme in Cloud-Umgebungen verlagern. Cloud Computing verspricht Vorteile in Flexibilität, Skalierbarkeit und Kostenstruktur, bringt aber zugleich neue Sicherheitsrisiken mit sich. Entscheidend ist daher, welche Maßnahmen getroffen werden können, um Risiken zu reduzieren und Compliance-Anforderungen zu erfüllen.

Grundlagen der Cloud-Sicherheit

Die Verlagerung von Geschäftsprozessen und sensiblen Daten in die Cloud oder zwischen verschiedenen Cloud-Umgebungen verlangt ein durchdachtes Sicherheitskonzept. Eine detaillierte Analyse der zu migrierenden IT-Landschaft und eine strukturierte Risikobewertung helfen, Schwachstellen zu identifizieren, Schutzmaßnahmen zu entwickeln und kritische Komponenten zu priorisieren. Hierbei sind insbesondere Abhängigkeiten zwischen Anwendungen sowie geeignete Sicherheits- und Compliance-Maßnahmen, einschließlich Verschlüsselung, zu berücksichtigen. Wichtig ist der Schutz sensibler Informationen und geschäftskritischer Prozesse.

Zugriffe nach Rollen staffeln

Ein zentrales Element jeder Sicherheitsstrategie ist das Zugriffsmanagement. Das rollenbasierte Zugangskonzept nach dem Principle of Least Privilege stellt sicher, dass Mitarbeitende nur die für ihre Aufgaben erforderlichen Berechtigungen erhalten. Moderne Identity- und Access-Management-Systeme (IAM) automatisieren diese Prozesse und können das Risiko interner Sicherheitsvorfälle deutlich reduzieren.

Technische Schutzmaßnahmen

Für sensible Daten ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sinnvoll, da sie sicherstellt, dass nur autorisierte Empfänger auf Informationen zugreifen können. Algorithmen wie der Advanced Encryption Standard (AES) schützen Daten während der Übertragung und im Ruhezustand. Das Schlüsselmanagement sollte in der Verantwortung der Unternehmen liegen und nicht beim Cloud-Anbieter.

Auch die Netzwerksicherheit ist ein zentraler Bestandteil einer belastbaren Cloud-Infrastruktur. Virtual Private Networks (VPN) mit Protokollen wie IPsec oder SSL/TLS tragen zu sicherer Kommunikation zwischen lokaler Infrastruktur und Cloud bei. Das Risiko lateraler Bewegungen lässt sich durch Netzwerksegmentierung verringern. Diese Unterteilung in isolierte Zonen schützt kritische Bereiche zusätzlich, während Firewalls und Intrusion-Detection-Systeme weitere Sicherheitsschichten bilden.

Security Monitoring und Incident Response

Security Information and Event Management (SIEM)-Systeme erfassen und analysieren fortlaufend Logdaten aus allen Cloud-Komponenten. So lassen sich Sicherheitsvorfälle früh erkennen und Compliance-Vorgaben besser einhalten. Regelmäßige Penetrationstests und Sicherheitsaudits prüfen, ob umgesetzte Schutzmaßnahmen wirksam sind. Wichtig sind zudem konsequente Updates von Sicherheitsrichtlinien und -prozessen sowie regelmäßige Patches, um die Cloud-Umgebung aktuell zu halten. Auf diese Weise können Datenlecks, Compliance-Verstöße und Störungen größtenteils vermieden werden.

Der menschliche Faktor

Technische Maßnahmen allein reichen nicht aus. Auch das Verhalten der Mitarbeitenden beeinflusst das Sicherheitsniveau entscheidend. Schulungen und Security-Awareness-Trainings sensibilisieren für Bedrohungen und vermitteln bewährte Vorgehensweisen im Umgang mit Cloud-Ressourcen. Aktuelle Trainingsinhalte und praxisnahe Beispiele erhöhen die Wirksamkeit solcher Programme.

Bei der Verarbeitung personenbezogener Daten müssen die Vorgaben der DSGVO berücksichtigt werden. Wesentlich sind die sorgfältige Dokumentation sicherheitsrelevanter Prozesse und ein systematisches Compliance-Management, das Nachvollziehbarkeit schafft und bei Bedarf schnelle Anpassungen ermöglicht.

Unterstützung durch externe Expertise

Angesichts der wachsenden Komplexität greifen viele Unternehmen auf Managed Service Provider (MSP) zurück. Diese können Cloud-Infrastrukturen absichern, ohne dass intern teure Spezialistenteams aufgebaut werden müssen. Externe Dienstleister bieten Zugang zu aktuellem Fachwissen und Best Practices, stellen skalierbare Ressourcen bereit und helfen, Risiken zu verringern. Gleichzeitig können sich interne Teams stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.

sf martinw portr vert
Martin Waitz, Leitung Technik und Produktentwicklung für Cloud & Security bei Schiffl IT. – Bild: Schiffl IT Service GmbH / Maximilian Probst

Zukunftsperspektiven

Die Cloud-Sicherheit wird künftig noch stärker von neuen Bedrohungen geprägt. Künstliche Intelligenz (KI) wie maschinelles Lernen gelten als wichtige Werkzeuge bei der Erkennung und Abwehr von Angriffen. Technologien wie das Internet of Things (IoT) und Edge Computing führen zusätzliche Risiken ein, machen Sicherheit aber auch zu einem differenzierenden Faktor. Sicherheitsstrategien sollten deshalb kontinuierlich an den technologischen Fortschritt angepasst werden.

Der Einsatz externer Fachleute kann sich dabei zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor für eine dauerhaft sichere Cloud-Infrastruktur entwickeln. Die Verbindung von technischer Kompetenz, moderner Sicherheitstechnologie und permanentem Monitoring ermöglicht es Unternehmen, den Herausforderungen der digitalen Transformation besser zu begegnen.



  • Integrierte OT-Sicherheit

    Integrierte OT-Sicherheit

    Rhebo und Barracuda adressieren mit einer kombinierten Lösung vollumfängliche Cybersicherheit für industrielle Netzwerke und IIoT-Geräte.

    mehr lesen: Integrierte OT-Sicherheit

  • Credential Stuffing in der Medienbranche

    Credential Stuffing in der Medienbranche

    Angriffe auf Medienunternehmen durch Kontoübernahmen stiegen bereits zwischen 2018 und 2019 deutlich an. Im Zuge der diesjährigen Pandemie vervierfachten sich schädliche Anmeldeversuche sogar.

    mehr lesen: Credential Stuffing in der Medienbranche

  • Schutz von Remote-Mitarbeitern

    Schutz von Remote-Mitarbeitern

    Um die Verwaltung der Cybersicherheit einfacher und zugänglicher zu gestalten, stellt SonicWall die Zero-Touch-fähigen Multi-Gbit TZ-Firewalls mit SD-Branch-Funktionen vor. Die neuen Firewalls TZ570 und TZ670 sind die ersten Desktop-Firewalls, die…

    mehr lesen: Schutz von Remote-Mitarbeitern

  • Sicherheit vor Malware und Hackern

    Sicherheit vor Malware und Hackern

    Fernwirkanlagen und Scada-Systeme nutzen das Internet und sind damit potenziellen Angriffen von Hackern und Schadsoftware ausgesetzt. Auf der Seite der Datenbank kann auch das Unternehmen ConiuGo nur die bekannten Konzepte…

    mehr lesen: Sicherheit vor Malware und Hackern

  • Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

    Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

    Cloudanwendungen boomen: Aktuell gibt es nach Aussagen von führenden TÜV Rheinland-Experten mehr als 30.000 Cloudanwendungen weltweit, von denen Unternehmen aktiv durchschnittlich 1.500 Anwendungen nutzen – mit oder ohne Freigabe der…

    mehr lesen: Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

  • Maschinenbau baut digitale Dienste aus

    Maschinenbau baut digitale Dienste aus

    Fast 80 Prozent der Maschinenbauer sehen die Notwendigkeit, bei digitalen Geschäftsmodellen zu kooperieren. Das hat der VDMA in einer Befragung mit McKinsey ermittelt. Auf großes Wachtumspotenzial deutet dabei hin, dass…

    mehr lesen: Maschinenbau baut digitale Dienste aus

  • 15 Jahre SmartFactory Kaiserslautern

    15 Jahre SmartFactory Kaiserslautern

    Die Technologieinitiative SmartFactory KL feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Heute beteiligen sich mehr als 50 Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen an der Initiative.

    mehr lesen: 15 Jahre SmartFactory Kaiserslautern

  • Eine Matte gegen Haltungsschäden

    Eine Matte gegen Haltungsschäden

    Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben in Zusammenarbeit mit der Isoloc Schwingungstechnik GmbH eine Sensormatte für Steharbeitsplätze entwickelt. Sie erfasst die Fußposition eines Mitarbeiters und erkennt Gewichtsverlagerungen.

    mehr lesen: Eine Matte gegen Haltungsschäden

  • Verschlüsselungskomponenten, die Angreifern ausweichen

    Verschlüsselungskomponenten, die Angreifern ausweichen

    Verschlüsselungssoftware spielt auf dem Weg zu mehr Datenschutz eine wichtige Rolle, doch können Computersysteme auch auf physikalischem Wege angegriffen werden. Durch das Abfangen von Stromschwankungen oder das Auslösen von Fehlern…

    mehr lesen: Verschlüsselungskomponenten, die Angreifern ausweichen

  • Unternehmen sehen Notwendigkeit für mehr IoT-Sicherheit

    Unternehmen sehen Notwendigkeit für mehr IoT-Sicherheit

    Das Internet der Dinge ist für viele Unternehmen in Deutschland sowohl eine Chance als auch ein Risiko, so das Ergebnis einer aktuellen Studie im Auftrag von Palo Alto Networks.

    mehr lesen: Unternehmen sehen Notwendigkeit für mehr IoT-Sicherheit

  • Gaia-X-Mitglieder unterzeichnen Gründungsurkunde

    Gaia-X-Mitglieder unterzeichnen Gründungsurkunde

    Die Gründungsmitglieder der Gaia-X-Initiative haben die Gründungsurkunden zur Gaia-X AISBL unterzeichnet. Interessierte Unternehmen und Initiativen sind aufgerufen, sich an der gemeinnützigen Vereinigung zu beteiligen.

    mehr lesen: Gaia-X-Mitglieder unterzeichnen Gründungsurkunde

  • TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

    TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

    Der TÜV-Verband fordert in einem Positionspapier KI-gestützte Anwendungen und Systeme — etwa automatisierte Fahrzeuge oder Roboter — in Abhängigkeit vom Risiko zu regulieren.

    mehr lesen: TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen