Resiliente IT als Fundament industrieller Kontinuität

gridscale IMG 9124
Bild: Gridscale GmbH

Viele Unternehmen setzen weiterhin auf tägliche Backups und manuelle Wiederherstellungen. Doch diese Ansätze bergen das Risiko langer Ausfallzeiten und potenzieller Datenverluste. Cloud-Disaster-Recovery (CDR) kann hier einen alternativen Ansatz bieten – mit skalierbaren, automatisierbaren und ortsunabhängigen Wiederherstellungsmechanismen für kritische IT-Prozesse.

Ausfallrisiken nehmen zu

Produktionsunterbrechungen können durch Stromausfälle, Cyberangriffe oder Bedienfehler ausgelöst werden. Entscheidend ist die Geschwindigkeit der Wiederherstellung und die Verfügbarkeit aktueller Daten. Zentrale Kennzahlen dafür sind das Recovery Time Objective (RTO) und das Recovery Point Objective (RPO). Kürzere Zielwerte erfordern höhere Anforderungen an Planung und Umsetzung. CDR kann mit kontinuierlicher Replikation, geografischer Redundanz und automatisierten Wiederanläufen zur Absicherung beitragen.

Lokale Infrastrukturen stoßen in Wiederherstellungsszenarien häufig an technische, personelle oder finanzielle Grenzen. Die IDC-Studie ‚The State of Disaster Recovery and Cyber Recovery 2024-2025‘ zeigt: 48 Prozent der befragten Unternehmen zahlten nach einem Ransomware-Vorfall ein Lösegeld – trotz vorhandener Backups. In 80 Prozent dieser Fälle war die Wiederherstellung unvollständig. Daraus ergibt sich: Backup allein reicht nicht aus. Ohne definierte, getestete Wiederanlaufprozesse bleibt Datensicherung potenziell wirkungslos.

DRaaS reduziert Komplexität

Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) umfasst virtuelle Zielsysteme, automatisierte Umschaltungen und vollständige Spiegelung von IT-Umgebungen. Besonders in mittelständischen Industrieunternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen kann DRaaS operative Entlastung schaffen. Pay-as-you-go-Modelle ermöglichen nutzungsbasierte Abrechnung. Durch kontinuierliche Synchronisation lassen sich auch latenzkritische Anwendungen wie Produktionsleitsysteme oder Maschinensteuerungen in Wiederanlaufstrategien einbinden. Failover-Konzepte können so ausgelegt werden, dass Betriebsunterbrechungen kurz und Datenverluste gering bleiben.

gridscale Office aussen neu
Bild: Gridscale GmbH

Kombination von Cloud und Edge

In vielen industriellen IT-Landschaften kommen zentrale Rechenzentren, dezentrale Standorte und Edge-Komponenten gleichzeitig zum Einsatz. Im Maschinen- und Anlagenbau, in der Logistik oder bei Versorgungsunternehmen ist Ausfallsicherheit auch in der Fläche notwendig. Die Kombination aus Cloud-Disaster-Recovery und Far-Edge-Architekturen kann helfen, diese Anforderungen zu adressieren. Edge-Knoten übernehmen lokale Datenverarbeitung und Analyse, auch bei unterbrochener Netzwerkverbindung. Die Cloud fungiert als zentrale Steuer- und Skalierungsebene. Anbieter wie Gridscale stellen hierzu Infrastrukturen mit lokal verteilten Zonen bereit.

Technische Resilienz muss regulatorisch belastbar sein

Disaster-Recovery-Strategien müssen nicht nur technisch funktionieren, sondern auch regulatorische Anforderungen erfüllen. In datensensiblen Branchen sind Zertifizierungen wie BSI C5, DSGVO-konforme Datenhaltung und ein rechtssicherer europäischer Rahmen zentrale Anforderungen. Laut IDC sichern 58 Prozent der Unternehmen ihre Anwendungen weiterhin ausschließlich lokal – trotz vorhandener Cloud-Nutzung. Diese Diskrepanz zwischen Datensicherung und Wiederherstellbarkeit birgt Risiken. Für hybride Produktionsprozesse mit verteilten Standorten erscheinen zentral orchestrierte DRaaS-Ansätze zunehmend relevant.

Resilienz als Bestandteil der IT-Strategie

IT-Ausfälle sind kein Ausnahmezustand mehr. Resilienz sollte integraler Bestandteil industrieller IT-Strategien sein – als kontinuierlich getestetes, anpassbares System. Cloud-Disaster-Recovery kann dazu beitragen, technische Anforderungen mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen. In Kombination mit Edge-Architekturen und regelkonformer Umsetzung entsteht eine Infrastruktur, die auch unter Störungslasten funktionsfähig bleibt.