Modulare HMI für Sondermaschinen

Die HMI-Oberfläche setzt sich aus standardisierten (grau hinterlegten) oder individualisierten (grün hinterlegten) Modulen zusammen. Jedes Modul bringt sowohl die sichtbaren Teile der Oberfläche als auch die notwendigen Definitionen und Logiken mit. Die Module können per Update auf den aktuellen Stand gebracht werden.
Die HMI-Oberfläche setzt sich aus standardisierten (grau hinterlegten) oder individualisierten (grün hinterlegten) Modulen zusammen. Jedes Modul bringt sowohl die sichtbaren Teile der Oberfläche als auch die notwendigen Definitionen und Logiken mit. Die Module können per Update auf den aktuellen Stand gebracht werden.Bild: Inosoft GmbH

Obwohl viele Maschinenbauer individuell auf die Bedürfnisse ihrer Kunden abgestimmte ‚Unikate‘ fertigen, weisen die verschiedenen Maschinenkonfigurationen oft gleiche oder ähnliche Baugruppen auf. Um die Human Machine Interfaces (HMI) in der Entwicklung nicht jedes Mal neu erstellen zu müssen, wird oft ein existierendes Projekt als Vorlage genommen, dupliziert und angepasst. Entstehen HMI-Applikationen nach diesem Schema, führt das zu einer unüberschaubaren Versionsvielfalt und die einheitliche Pflege der Software wird irgendwann praktisch unmöglich.

Rumpfmaschine als Basis?

Ein anderer Ansatz erspart ebenfalls Fleißarbeit und erhöht zudem die Durchgängigkeit: Es wird ein Projekt als Kopiervorlage erstellt, welches alle Basisfunktionen sowie die benötigten Komponenten und technischen Möglichkeiten beinhaltet. Jedes neue Projekt wird aus dieser Vorlage kopiert. Nicht benötigte Teile werden entfernt und die individuellen Teile dann je nach Maschine erstellt. In beiden Fällen liegt also bereits ein gewisser Standard zugrunde. Doch die Pflege der Standards fällt aus Zeitgründen oft unter den Tisch. Dann werden beispielsweise Korrekturen, die während eines Projekts am HMI-Gerüst vorgenommen werden, nicht in die Vorlage übertragen. Neue HMI-Projekte bergen damit den gleichen Fehler immer wieder.

In Modulen standardisiert

Wie kann eine Lösung aussehen? Grundsätzlich ist eine Bibliothek, die zentral gepflegt und in den Projekten verwendet wird, ein möglicher Weg. Doch dabei kommt man um einen möglichst hohen Grad der Standardisierung nicht herum. Wie eingangs erwähnt, soll es hier aber um Sondermaschinen gehen, bei denen viel individualisiert wird. In diesem Fall sollte zunächst der komplette Rahmen der HMI-Applikation standardisiert sein. Dafür sprechen schon die Wiedererkennbarkeit des User Interfaces und die Durchgängigkeit bei der Maschinenbedienung. Dieser Rahmen kann sehr weit gefasst sein und neben dem Hauptfenster mit Seitenaufteilung und Navigation auch grundsätzliche Einstellseiten, die Sprachumschaltung, das User-Management, Seiten für Störmeldungen inklusive Historie, Seiten für Trendcharts, die allgemeine Rezepturverwaltung und die Anzeige des Maschinen-Logbuchs enthalten. Denkt man weiter, kommen einem Im- und Export von Daten, Erzeugung von Reports und viele weitere Funktionen in den Sinn. Bei jedem Punkte lohnt es sich, über einen generischen Ansatz nachzudenken und diesen möglichst auch umzusetzen. Übrig bleibt der individuelle Anteil, der schon nicht mehr so groß ist. Bei genauer Betrachtung gibt es weitere Details, die sich standardisieren lassen. Etwa Kombinationen aus Aktoren und Sensoren, die immer gleich verbaut werden, sollten auch in der Oberfläche des HMI immer gleich sein. Oft gibt es bei diesen Anzeigeelementen zugehörige Dialoge, die weitere Bedienmöglichkeiten anbieten. Das können z.B. Rezeptwerte oder Handfunktionen sein. Auch hier ist trotz der notwendigen Individualisierung meist ein hoher Prozentsatz an standardisierbaren Elementen zu finden.

Modularisierung mit VisiWin

Alle standardisierten Module gilt es im nächsten Schritt in einer zentral gepflegten Bibliothek abzulegen. Diese Module sollten nicht als bearbeitbare Komponenten im Projekt liegen, damit deren Pflege nur an zentraler Stelle erfolgen kann. Modularisierung muss in diesem Bereich eine Einbahnstraße sein, sonst funktioniert das Konzept nicht. In VisiWin 7 von Inosoft gibt es dafür einen Projekttyp, der diese Form der Modularisierung unterstützt. Den Rahmen für Projekte bildet die sogenannte Shell. Sie enthält das Hauptfenster der Anwendung mit den Basisfunktionen. Alle Funktionen, die man hier unterbringen sollte, finden sich im oben beschriebenen Ansatz zur Modularisierung. Die weiteren Funktionsmodule heißen in der HMI-Software Plugins. Diese enthalten Bildschirmseiten und Logiken inklusive ihrer Definitionen (Variablen, Texte, Störmeldungen, Rezeptvariablen usw.). Sie sind als Teilprojekte zu verstehen, denen nur der Anwendungsrahmen fehlt. Den bekommen sie mit der Shell. Ein weiterer Ansatz für Module sind kleinere Bildschirmelemente, die in VisiWin, wie in vielen Hochsprachenumgebungen, User-Controls genannt werden. Sie enthalten mehrere Unterelemente und werden meist an eine Struktur (User Defined Type) im Steuerungsprogramm gebunden. Die Unterelemente verbinden sich mit den Mitgliedern der Struktur und zeigen deren Zustand an. Ein Beispiel kann eine Klappe mit mehreren Sensoren und unterschiedlichen Zuständen sein.

Praxisbeipiel Druckmaschine

Ein Beispiel für ein in größeren Teilen modularisiertes Projekt ist das HMI einer Druckmaschine (siehe Bild). Jedes ihrer Teile kann als Modul abgebildet werden. Für die Druckwerke lassen sich die Module noch für jede Druckfarbe als Instanz des Moduls anlegen. Alle Module sollten sinnvoll zusammengefasst in Bibliotheken zur Verfügung stehen. Die Verwaltung der Bibliotheken sollte möglichst einem geeigneten Tool übertragen werden, das Versionierung unterstützt und parallele Entwicklungszweige erlaubt. All dies zusammengefasst ergibt einen HMI-Baukasten, aus dem in einer Mischung von standardisierten und individuellen Bausteinen zügig und in hoher Qualität Applikationen entstehen.



  • IT-Sicherheitsmarkt vor Umsatzrekord

    IT-Sicherheitsmarkt vor Umsatzrekord

    Der Markt für IT-Sicherheit in Deutschland wächst ungebrochen. Das bisherige Rekordjahr 2020 könnte in diesem Jahr nochmals übertroffen werden. So geht der Digitalverband Bitkom von einem Plus von 9,7 Prozent…

    mehr lesen: IT-Sicherheitsmarkt vor Umsatzrekord

  • Zuliefermesse für den Maschinenbau

    Zuliefermesse für den Maschinenbau

    In Bad Salzuflen findet am 10. November die FBM statt. Bereits im Vorfeld der Messe können Unternehmen über eine Matchmaking-Plattform feste Termine mit den Ausstellern buchen.

    mehr lesen: Zuliefermesse für den Maschinenbau

  • Umsatzprognose auf Höchststand

    Umsatzprognose auf Höchststand

    Im neuen PWC-Maschinenbaubarormeter blicken mehr als die Hälfte der Unternehmen zwar optimistisch in die Zukunft. Im Vergleich zum Vorquartal ist dieser Wert jedoch zurückgegangen.

    mehr lesen: Umsatzprognose auf Höchststand

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Produktionserwartungen steigen im September

    Produktionserwartungen steigen im September

    Die Produktionsaussichten in der Industrie haben im September zugelegt. Dabei werden die Pläne der Unternehmen von den derzeitigen Materialengpässen gebremst.

    mehr lesen: Produktionserwartungen steigen im September

  • Partnerschaft zwischen UiPath und CrowdStrike

    Partnerschaft zwischen UiPath und CrowdStrike

    UiPath und CrowdStrike wollen gemeinsam den Schutz von RPA-Prozessen verbessern. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen soll ein neues Sicherheitsniveau sowie mehr Transparenz bei RPA-Anwendungen bieten, heißt es in der Pressemitteilung.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen UiPath und CrowdStrike

  • Referenzbasis für TRIZ-Werkzeuge

    Referenzbasis für TRIZ-Werkzeuge

    Richtlinie VDI 4521 Blatt 1 ‚Erfinderisches Problemlösen mit TRIZ – Grundlagen und Begriffe‘ legt eine gemeinsame Sprache zur Beschreibung von Inhalten der TRIZ-Methodik fest. Sie bietet eine Referenzbasis zum Vergleich…

    mehr lesen: Referenzbasis für TRIZ-Werkzeuge

  • Ekrem Yigitdoel wird Managing Director

    Ekrem Yigitdoel wird Managing Director

    Mit der Ernennung von Ekrem Yigitdoel zum Managing Director will sich die Open Industry 4.0 Alliance für weiteres Wachstum rüsten. Derzeit gehören dem Zusammenschluss rund 80 Mitglieder an.

    mehr lesen: Ekrem Yigitdoel wird Managing Director

  • Aus Innovation.rocks und Augmentaio wird Svarmony

    Aus Innovation.rocks und Augmentaio wird Svarmony

    Die beiden Unternehmen Innovation.rocks und Augmentaio wollen fusionieren und zukünftig gemeinsam als AR-Spezialist Svarmony am Markt auftreten.

    mehr lesen: Aus Innovation.rocks und Augmentaio wird Svarmony

  • 5G-Ortungslösung für die Industrie

    5G-Ortungslösung für die Industrie

    Im Rahmen einer Partnerschaft haben die Telekom und Trumpf eine Ortungslösung entwickelt, die in einem 5G-Campusnetz betrieben werden kann. Durch den Omlox-Standard lassen sich unterschiedliche Endgeräte miteinander kombinieren.

    mehr lesen: 5G-Ortungslösung für die Industrie

  • Mit Low-Code gegen den Entwicklungsstau

    Mit Low-Code gegen den Entwicklungsstau

    Die Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt, aber auch zu einem zunehmendem Software-Entwicklungsstau geführt, so eine Studie von Mendix. Ein Low-Code-Ansatz kann helfen den damit einhergehenden Problemen zu begegnen.

    mehr lesen: Mit Low-Code gegen den Entwicklungsstau

  • Jochen Weyrauch folgt auf Ralf Dieter

    Jochen Weyrauch folgt auf Ralf Dieter

    Seit 2006 ist Ralf W. Dieter Vorstandsvorsitzender der Dürr AG. Zum Jahresende wird er sein Amt zur Verfügung stellen. Seine Nachfolge tritt Jochen Weyrauch an.

    mehr lesen: Jochen Weyrauch folgt auf Ralf Dieter