Mit Edge Computing gegen Schwachstellen im System

Edge computing modern IT technology on virtual screen concept.
Bild: ©WrightStudio/stock.adobe.com

Moderne Fabriken sind vernetzt: Sensoren, Anlagen und Applikationen bilden die Grundlage für die moderne Produktion und das Industrielle Internet der Dinge (IIoT). Doch diese Vernetzung bringt Herausforderungen mit sich, insbesondere bei der Absicherung und der leistungsbezogenen Erweiterung der Systeme. Um Zeit, Netzwerk-Bandbreite, Speicherplatz und Kosten zu sparen, werden Informationen idealerweise direkt vor Ort verarbeitet – nah an der Anlage und am Rande des IT-Netzwerks, der sogenannten ‚Edge‘, wo Operational Technology (OT) und Information Technology (IT) aufeinandertreffen. Gerade hier liegt auch die Wurzel vieler Sicherheitsprobleme, denn viele Anlagen sind aufgrund ihres langen Lebenszyklus nicht ausreichend gegen Cyberangriffe geschützt und können neuartige Applikationen zur Datenverarbeitung nicht aufnehmen. Es bedarf neuer Ansätze, um auch ältere Anlagen sicher in das OT-Netzwerk zu integrieren.

Eine Plattform als Schlüsselkomponente

Ein Ansatz für Produzenten liegt in Plattformen für IIoT und Edge Computing wie etwa Secunet Edge. Diese ermöglichen die Vernetzung von Anlagen und adressieren entsprechende Sicherheitsanforderungen. Ein integrierter 4-in-1-Ansatz – bestehend aus IIoT-Gateway, Edge-Computing-Plattform, Firewall mit Netzwerküberwachung und einer zentralen Management-Applikation – unterstützt Sicherheit, Konnektivität und Flexibilität innerhalb der Produktionsumgebung und vereinfacht die Konfiguration sowie die Verwaltung über verschiedene Standorte hinweg.

Um eine moderne Plattform für eigene Anwendungen zu bieten, sollte die Architektur auf einer flexiblen Containerumgebung basieren. Dadurch können Anwendungen und Container auf einer integrierten, gehärteten Container-Runtime installiert und betrieben werden. Gleichzeitig unterstützt die Plattform die sichere Kommunikation zwischen den Anlagen und dem Unternehmensnetzwerk. Dabei können die Netze mittels Secunet Edge auch segmentiert werden und die Anlage wird durch eine Separierung im Netzwerk geschützt. Der Datenfluss erfolgt über definierte Segmente, angepasst an die Schutzanforderungen der jeweiligen Produktionszonen. Auf diese Weise trennt der Edge-Computing-Ansatz vernetzte Anlagen von anderen OT- und IT-Bereichen wie etwa der Prozess-IT.

Flexibilität und zentrale Steuerung als Herausforderung

Neben der Sicherheit spielt auch die Verwaltung der Edge-Computing-Plattformen eine Rolle. Denn mit zunehmendem Produktionsvolumen steigt die Management-Komplexität. Unternehmen benötigen einen zentralen Ansatz, um Netzwerkeinstellungen, Sicherheitsapplikationen und Protokollübersetzungen wie SMB V1 zu SMB V3 effizient steuern zu können. Secunet Edge ermöglicht die flexible und modulare Integration auch älterer Anlagen in ein Netzwerk. Dies verlängert die Nutzungsdauer von Legacy-Systemen: Unternehmen können Produktionsdaten auslesen und Services wie vorausschauende Wartung und Prozessoptimierungen nutzen. Gleichzeitig ermöglicht die Plattform, dass Anlagen grundsätzlich separiert bleiben und die notwendige Kommunikation in Produktionsnetzen sowie mit Cloud- und IoT-Diensten geschützt stattfindet. Die Verwaltung der Edge-Devices erfolgt über eine Central Management Application (CMA), die das Management von Netzwerk- und Sicherheitseinstellungen, die Container- und Firmware-Verwaltung und das Monitoring für alle im Einsatz befindlichen Geräte remote in einer Anwendung bündelt. So können sämtliche Edge-Devices innerhalb der Produktionsumgebung überwacht, einmal vorgenommene Konfigurationen als Digital Twin gespeichert und etwa Updates inhaltlich und zeitlich abgestimmt an eine große Anzahl an Devices ausgespielt werden, auch über mehrere Produktionsstandorte hinweg.

Ein Sicherheitskonzept im Wandel

Der lange Lebenszyklus von Anlagen in Verbindung mit der hohen Innovationsgeschwindigkeit im Software-Bereich macht eine Sicherheitsnachrüstung vieler im Einsatz befindlicher Systeme unausweichlich. Ein Retrofit per Edge Computing Plattform bietet hier Unterstützung, setzt jedoch gerade im Bereich der Konfiguration umfangreiche technische Expertise voraus. Central Management Applications helfen dabei, dieses Problem anzugehen und vereinfachen die Handhabbarkeit – auch ohne umfangreiche IT-Expertise.



  • Produktionsplanung und -steuerung mit Obeya

    Produktionsplanung und -steuerung mit Obeya

    Für die Produktionsplanung und –steuerung wird in der Lern- und Musterfabrik am TZ PULS in Dingolfing jetzt mit einer Obeya-Kommunikationszentrale gearbeitet. Der große Raum, japanisch Obeya, kombiniert analoge Lean-Methoden mit…

    mehr lesen: Produktionsplanung und -steuerung mit Obeya

  • Datensicherung auf OT ausweiten

    Datensicherung auf OT ausweiten

    Waxar erinnerte am World Backup Day daran, dass regelmäßige Datensicherungen nicht nur für die IT, sondern auch für die OT eine wichtige Präventionsmaßnahme darstellen.

    mehr lesen: Datensicherung auf OT ausweiten

  • Additive Fertigung von keramischen Bauteilen

    Additive Fertigung von keramischen Bauteilen

    Die neue Richtlinie VDI 3405 Blatt 8.1 soll Grundlagen für 3D-Druckverfahren von keramischen Bauteilen vermitteln,

    mehr lesen: Additive Fertigung von keramischen Bauteilen

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Nach Lockdown: Vorsicht beim Hochfahren von Anlagen

    Nach Lockdown: Vorsicht beim Hochfahren von Anlagen

    Weltweit wurden in Folge der Coronavirus-Pandemie Unternehmen auf der ganzen Welt vorübergehend geschlossen. Nach der Phase des Stillstands bereiten sich nun viele Firmen auf die Wiedereröffnung vor.

    mehr lesen: Nach Lockdown: Vorsicht beim Hochfahren von Anlagen

  • Wirtschaftsleistung sinkt weltweit

    Wirtschaftsleistung sinkt weltweit

    Das Coronavirus stürzt fast die ganze Welt in eine Rezession. Das geht aus der neuesten Umfrage des Ifo-Instituts hervor, an der 1.000 Experten in 110 Ländern teilgenommen haben. Demnach könnte…

    mehr lesen: Wirtschaftsleistung sinkt weltweit

  • Unternehmen oftmals unzufrieden mit der DSGVO

    Unternehmen oftmals unzufrieden mit der DSGVO

    Die Unternehmen der deutschen Informationswirtschaft sind oftmals unzufrieden mit der im Mai 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Das zeigt eine Umfrage des ZEW. Demnach überwiegen in jedem zweiten Unternehmen…

    mehr lesen: Unternehmen oftmals unzufrieden mit der DSGVO

  • Crate.io und M&M Software kooperieren

    Crate.io und M&M Software kooperieren

    Crate.io und M&M wollen künftig als Technologiepartner für die IoT-Datenbank CrateDB zusammenarbeiten.

    mehr lesen: Crate.io und M&M Software kooperieren

  • Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

    Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

    Sick hat im Geschäftsjahr 2019 seinen Umsatz um 7% auf 1,7Mrd.€ erhöht. Der Auftragseingang lag bei 1,8Mrd.€ (2018: 1,7Mrd.€).

    mehr lesen: Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

  • Eine App zur Bauteilerkennung

    Eine App zur Bauteilerkennung

    In der Bildverarbeitung kommt künstliche Intelligenz seit langem zum Einsatz. Neuronale Netze erkennen beispielsweise Objekte des alltäglichen Lebens mit einer höheren Genauigkeit wieder als der Mensch. Forscher des Fraunhofer-Instituts für…

    mehr lesen: Eine App zur Bauteilerkennung

  • VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

    VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

    Durch industrielle biotechnologischen Prozesse ist es möglich, Güter ressourcenschonender und nachhaltiger zu produzieren. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) hat als Online-Tool einen Prozess visualisiert, mit dem sich biotechnologische Verfahren…

    mehr lesen: VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

  • Worauf CIOs achten sollten

    Worauf CIOs achten sollten

    Nicht Wachstum, sondern die Sicherung der Unternehmenszukunft steht während der Corona-Pandemie im Fokus der Unternehmen. Das Beratungsunternehmen Gartner hat diesbezüglich acht Maßnahmen identifiziert, die CIOs ergreifen sollten.

    mehr lesen: Worauf CIOs achten sollten