Drei Maßnahmen gegen Deepfake-Angriffe

Attractive businesswoman in white shirt has conference call to optimize development by implying new technologies in business process. Hi tech hologram over office background
Bild: ©VideoFlow/stock.adobe.com

KI-gestützter Identitätsbetrug kommt weltweit häufiger vor. Allein in Österreich stieg die Zahl der Deepfake-Angriffe in diesem Jahr um 119 Prozent, ergab eine KPMG Austria-Umfrage. Mit diesen drei Maßnahmen lassen sich die Erfolgschancen solcher Angriffe deutlich reduzieren. Damit in Ihrem Unternehmen im Fall der Fälle so reagiert wird wie kürzlich beim Autobauer Ferrari.

Der italienische Autohersteller Ferrari konnte kürzlich einen Deepfake-Angriff abwehren und machte dies öffentlich. Ein Manager des Unternehmens hatte per Mail mehrere Nachrichten seines Vorstandsvorsitzenden erhalten. In diesen war er aufgefordert worden, im Rahmen einer angeblichen Konzernübernahme eine Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen. Als er nicht reagierte, erhielt er einen Telefonanruf – angeblich vom Vorsitzenden selbst. Die Stimme am Telefon: eine perfekte Imitation. Sogar der markante süditalienische Akzent des Vorstandsvorsitzenden passte. Doch der Manager schöpfte Verdacht und stellte dem Betrüger eine persönliche Frage, die nur der Vorsitzende hätte beantworten können. Der Angreifer legte sofort auf und brach den Deepfake ab.

Automatisierung wird Quantität erhöhen

Auch wenn der Angriff in diesem Beispiel letztlich erfolglos blieb, so zeigt er doch: Deepfake-Angriffe sind längst in den Alltag der Unternehmen vorgedrungen. Mit einer rasanten Zunahme ihrer Quantität und Qualität ist in den kommenden Jahren fest zu rechnen. Die raschen Fortschritte im Bereich KI-gestützter Technologien, die Möglichkeit der Automatisierung der Abläufe und die wachsende Menge im Netz frei zur Verfügung stehender personenbezogener und personenbeziehbarer Informationen machen solche Angriffe für Cyberkriminelle immer unkomplizierter und billiger. Drei Maßnahmen können die Chance eines erfolgreichen KI-gestützten Deepfake-Angriffs erheblich mindern:

Interne Kommunikation regeln

Die Führungsetage muss Regeln für die interne Kommunikation aufstellen, die die Kommunikationskanäle sämtlicher Mitarbeiter, auch und gerade die des CEO, absichern helfen. Diese müssen klar formuliert und kontinuierlich kommuniziert und angewandt werden. Hierzu ein Beispiel: Der CEO gibt bekannt, dass er unter keinen Umständen jemals die Bitte an seine Mitarbeiter herantragen wird, Geschenkkarten – eine beliebte Phishing-Beute von Cyberkriminellen – für ihn zu erwerben und an eine Drittpartei weiterzuleiten.

Strukturen für Anfragen schaffen

Für das Stellen interner Anfragen muss im Unternehmen eine einheitliche Struktur geschaffen werden. Diese Struktur muss sicherstellen, dass Anfragen stets über mehrere Kommunikationskanäle gleichzeitig geleitet werden. Eingehende Anfragen können sich dann gegenseitig verifizieren. Auch hierzu ein Beispiel: Der CEO versendet eine schriftliche Anweisung nicht allein per Mail, sondern gleichzeitig auch über eine am Arbeitsplatz verwendete Instant Messaging-Plattform. Erhält der Mitarbeiter nun die Nachricht nur über einen der beiden Kanäle, ignoriert er die Anweisung, fragt über einen dritten Kanal beim CEO nach und kontaktiert im Zweifel das IT-Sicherheitsteam. Prozesse wie dieser sollten über die gesamte Organisation hinweg kommuniziert, implementiert und angewandt werden. Wird dann einmal ein Betrugsversuch aufgedeckt, ist es wichtig, diesen innerhalb des Betriebs öffentlich zu machen. So lernen sämtliche Mitarbeiter unterschiedliche Bedrohungen am lebenden Beispiel kennen, können ein Gefühl für die eigene Risikolage sowie ein gesundes Sicherheitsbewusstsein entwickeln.

Belegschaft auf dem neusten Stand halten

Unternehmen sollten regelmäßig Schulungen durchführen, um Mitarbeiter über Deepfakes und andere Arten von Identitätsbetrug, wie Phishing, Spear Phishing und Social Engineering, auf dem Laufenden zu halten. Einige Mitarbeiter wissen immer noch nicht, dass mittlerweile nicht nur Briefe und Emails, sondern auch Sprach- und Videoanrufe von Cyberkriminellen manipuliert und gefälscht werden können. So hat laut einer aktuellen Bitkom-Studie knapp jeder dritte Deutsche noch nie etwas von Deepfakes gehört. Das sollten Firmen ändern.

Zahl und Qualität wird steigen

Denn in den kommenden Jahren werden Quanti- und Qualität von Deepfake-Angriffen weiter zunehmen. Sie aufzuspüren, wird für den Einzelnen schwieriger werden. Laut einer Europol-Untersuchung vom vorvergangenen Jahr dürften bereits 2026 rund 90 Prozent aller Online-Inhalte synthetischen Ursprungs sein. In Sprach- und Videoanrufen die eigenen Kollegen und Mitarbeiter von Betrügern zu unterscheiden, dürfte dann eine echte Herausforderung darstellen. Unternehmen werden gegensteuern müssen. Mit der neuesten Technik sowie Implementierung sichererer Kommunikationsstrukturen.



  • Kategorisierung von Clouddaten schützt vor Risiken

    Kategorisierung von Clouddaten schützt vor Risiken

    Die Kategorisierung von Clouddaten – also welche Daten in der Cloud verarbeitet werden sollen und welche nicht – kann besonders für unternehmenskritische Daten wichtig sein.

    mehr lesen: Kategorisierung von Clouddaten schützt vor Risiken

  • VDMA veröffentlicht Security-Leitfaden

    VDMA veröffentlicht Security-Leitfaden

    Ein neuer Leitfaden des VDMA unterstützt Maschinen- und Anlagenbauer bei der Security in Betriebsprozessen und der Resilienz der Produkte gegen Cyberangriffe und andere IT-induzierte Schäden im Unternehmen.

    mehr lesen: VDMA veröffentlicht Security-Leitfaden

  • Cybersecurity-Startup gesucht

    Cybersecurity-Startup gesucht

    In eine neue Runde geht der UP21@it-sa Award für Cybersecurity-Startups aus der DACH Region. Er bietet jungen Unternehmen die Chance, sich in Speed-Pitches vor Fachpublikum, Experten und Investoren zu bewähren…

    mehr lesen: Cybersecurity-Startup gesucht

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Covid-19-bedingte Cyberkriminalität stark gestiegen

    Covid-19-bedingte Cyberkriminalität stark gestiegen

    NTT hat kürzlich seinen Global Threat Intelligence Report 2021 veröffentlicht. Der Bericht zeigt, dass Hacker die derzeitige Ausnahmesituation ausnutzen, indem sie wichtige Branchen und gängige Schwachstellen aus der Umstellung auf…

    mehr lesen: Covid-19-bedingte Cyberkriminalität stark gestiegen

  • IT-Sicherheitsgesetz nur mit ‚fragwürdigem Mehrwert‘?

    IT-Sicherheitsgesetz nur mit ‚fragwürdigem Mehrwert‘?

    Der Digitalverband Bitkom kritisierte das neu verabschiedete IT-Sicherheitsgesetz 2.0 der deutschen Bundesregierung als „eine Kombination aus technischer Zertifizierungsmaschinerie und politisch-regulatorischem Gutdünken mit fragwürdigem Mehrwert für die IT-Sicherheit“.

    mehr lesen: IT-Sicherheitsgesetz nur mit ‚fragwürdigem Mehrwert‘?

  • Firewall für Automatisierungsnetzwerke

    Firewall für Automatisierungsnetzwerke

    Die Firewall SecurityBridge gewährleistet laut Hersteller Pilz ab sofort auch die Überwachung der Datenkommunikation beliebiger weiterer Netzwerkteilnehmer außerhalb der Pilz-Produktfamilie.

    mehr lesen: Firewall für Automatisierungsnetzwerke

  • Alltrotec blickt auf 30+1 Jahre zurück

    Alltrotec blickt auf 30+1 Jahre zurück

    Eigentlich sollte zum 30-jährigen Bestehen bereits im vergangenen Jahr gefeiert werden, jedoch hat die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht.

    mehr lesen: Alltrotec blickt auf 30+1 Jahre zurück

  • Zweistelliges Wachstum im März

    Zweistelliges Wachstum im März

    Im März haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ihre Maschinenexporte im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 Prozent gesteigert, was jedoch auch der niedrigen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr geschuldet ist.

    mehr lesen: Zweistelliges Wachstum im März

  • Hacker erpressen dreifach

    Hacker erpressen dreifach

    Immer wieder sind Unternehmen und Organisationen von Ransomware-Angriffen betroffen. Der Softwareanbieter Check Point beobachtet dabei ein noch aggressiveres Vorgehen der Hacker.

    mehr lesen: Hacker erpressen dreifach

  • Machineering startet Partnerprogramm

    Machineering startet Partnerprogramm

    Im Rahmen eines neu aufgesetzten Partnerprogramms will der Simulationsspezialist Machineering Anwendern u.a. die Lösungsintegration erleichtern.

    mehr lesen: Machineering startet Partnerprogramm

  • Toby Alcock neuer CTO der Logicalis Group

    Toby Alcock neuer CTO der Logicalis Group

    Toby Alcock ist neuer Chief Technology Officer der Logicalis Group. Er bekleidete zuletzt die Position des Chief Technology Officer für Logicalis Australien.

    mehr lesen: Toby Alcock neuer CTO der Logicalis Group