Datencenter und die Sache mit den KPIs

Intelligentes Stromverteilungssystem ControlPlex Rack von E-T-A.
Intelligentes Stromverteilungssystem ControlPlex Rack von E-T-A. – Bild: E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH

Datencenter dienen in Firmen als zentrale Hubs für die Speicherung, Verarbeitung und Bereitstellung von Daten. Ihre Leistung und Effizienz beeinflussen Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit der digitalen Infrastruktur eines Unternehmens. Um die Leistung von Datencentern zu optimieren, werden Key Performance Indicators (KPIs) definiert und gemessen.

Welche KPIs erfassen?

Doch welche KPIs sind beim Betrieb eines Datencenters bedeutsam? Der wohl wichtigste KPI ist die Verfügbarkeit bzw. Uptime eines Datencenters. Sie spiegelt die Betriebszeit und die Zuverlässigkeit der Infrastruktur wider. Verfügbarkeit wird oft in Prozent ausgedrückt und misst, wie lange das Rechenzentrum in einem bestimmten Zeitraum betriebsbereit ist. Unternehmen streben in der Regel eine hohe Verfügbarkeit an, um Ausfallzeiten zu reduzieren und die Kontinuität ihrer geschäftskritischen Prozesse sicherzustellen. Um die Verfügbarkeit zu erhöhen, setzen Datencenter auf robuste Redundanzmechanismen, effektive Notfallwiederherstellungspläne und kontinuierliches Monitoring.

Energie heißt Kosten

Die Energieeffizienz gilt als ein weiterer wichtiger KPI, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Energiekosten und Umweltbelastungen. Auch gibt es regulatorische Vorgaben und neue Gesetze. So legt beispielsweise das EnEfG (Energieeffizienzgesetz) Ziele für die Senkung des Primär- und Endenergieverbrauchs in Deutschland für 2030 fest. Eines der Ziele betrifft Rechenzentren sowie Betreiber von Informationstechnik. Rechenzentren, die ab 2025 entstehen, sind zur Einhaltung von Energieeffizienzstandards, einer minimalen Temperatur für die Luftkühlung sowie zur Abwärmenutzung verpflichtet. Bestandsanlagen sollen auf die Effizienz des Stromeinsatzes achten. Insgesamt sind die Betreiber von Rechenzentren dazu aufgefordert, künftig verstärkt Strom aus erneuerbaren Energien zu nutzen.

Effizienz heißt auch Kosten

Kennzahlen, wie die Power Usage Effectiveness (PUE), ermöglichen es, die effiziente Nutzung von Energie zu messen. Sie geben das Verhältnis zwischen dem Gesamtenergieverbrauch und dem Energieverbrauch der IT-Ausrüstung an. Niedrigere PUE-Werte deuten auf eine effizientere Nutzung von Energie hin, was sowohl Kosteneinsparungen als auch Umweltvorteile mit sich bringt. Datencenter können ihre Energieeffizienz durch die Einführung von Technologien wie Virtualisierung, Kühlungsoptimierung und Einsatz erneuerbarer Energiequellen verbessern. Bis zum Jahr 2025 müssen Betreiber für ihre Rechenzentren in Deutschland einen PUE von 1,3 nachweisen. Die Nachhaltigkeits-Kennzahl Energy Reuse Factor (ERF) beschreibt, welchen Anteil der insgesamt genutzten Energie der Betreiber außerhalb des Rechenzentrums wiederverwendet, was durch Abwärmenutzung passiert. Rechenzentren, die ab 2025 in Betrieb gehen, benötigen einen Energy Reuse Factor von mindestens 30 Prozent, ab 2027 müssen es 40 Prozent sein. Sowohl bei der PUE als auch beim ERF gibt es keine Vorgaben für Rechenzentren, die es bereits gibt oder die vor 2025 den Betrieb aufnehmen.

Nebenverbrauch erkennen

Die KPI Data Center Infrastructure Efficiency (DCiE) lässt sich aus der Gesamteffizienz eines Rechenzentrums in Bezug auf die genutzte Energie berechnen. Die Gesamtnutzlast bezieht sich auf die tatsächliche Rechenlast oder die tatsächlich genutzte Leistung des Rechenzentrums. Die verbrauchte Energie stellt die gesamte Energie dar, die das Rechenzentrum einschließlich der Kühlsysteme verbraucht. Ein höherer DCiE-Wert zeigt eine höhere Effizienz an. Das bedeutet, dass das Rechenzentrum mehr von der verbrauchten Energie tatsächlich für die Ausführung von Rechenoperationen nutzt, anstatt für Nebenprozesse wie Kühlung oder Beleuchtung. Ein DCiE-Wert von 100 Prozent würde anzeigen, dass das Rechenzentrum die gesamte verbrauchte Energie tatsächlich für die Rechenlast verwendet, ohne Verschwendung für andere Zwecke.

Die ControlPlex Racks bieten verschiedene Remotefunktionalitäten: Konfiguration, Überwachung, Steuerung und das Einbringen von Sensoren.
Die ControlPlex Racks bieten verschiedene Remotefunktionalitäten: Konfiguration, Überwachung, Steuerung und das Einbringen von Sensoren. – Bild: E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH

Fundierte Datenbasis

Die vorgestellten KPIs haben eines gemeinsam: zur Ermittlung wird eine fundierte Datenbasis benötigt. Dafür müssen Datencenter und Rechenzentren, an geeigneten Stellen Messwerte erfassen. Bei vielen der KPIs ist das Messen des Stromverbrauchs im IT-Rack ein Faktor. Hier bietet E-T-A das Stromverteilungssystem ControlPlex Rack. Statt auf Schutzschalter setzt das System auf elektronische Sicherungsautomaten. Diese sorgen dafür, dass im Falle von Kurzschlüssen oder Überlastungen der betroffene Stromkreis abschaltet und schützen so angeschlossene Geräte vor Schäden. Dabei ist kein Vielfaches des Nennstroms erforderlich, um den Sicherungsautomaten auszulösen. Durch die integrierte aktive Strombegrenzung reguliert der Sicherungsautomat den Strom im Überstromfall auf das 1,2-fache des Nennstroms. Er trennt den Stromkreis, wenn der Strom über einen bestimmten Zeitraum nicht unterhalb dieser Schwelle fällt. Dieser Detektions- und Auslöseprozess erfolgt innerhalb von Millisekunden. Das Rack ermöglicht zudem, den Stromverbrauch zu ermitteln. So ist es durch die integrierten Elektronik möglich, jeden einzelnen Lastkanal separat zu überwachen oder auch den Gesamtverbrauch aller angeschlossenen Lasten als Summe abzufragen.

Erweiterbare Racks

Um diese Informationen zu erhalten, kann das ControlPlex Rack mit dem Remote Control Interface RCI10 als kommunikativen Buscontroller erweitert werden. Diese Baugruppe übernimmt mehrere Funktionen. Einerseits ermöglicht sie die interne Kommunikation und den Datenaustausch mit den Sicherungsautomaten über ein integriertes BUS-System, sorgt also für die Datenerhebung. Andererseits kann sie dank einer Ethernetschnittstelle das System in das Unternehmensnetzwerk integrieren und so die gesammelten Informationen an die übergeordnete Steuerungs- oder Leitwarte weitergeben. Die Daten sind für Betreiber somit weltweit abrufbar. Als Kommunikationsprotokolle stehen dafür entweder das SNMP (Simple Network Management Protocol) oder Modbus TCP/IP zur Verfügung. Zudem ist die Auslesung des Verbrauchs auch über eine grafische Benutzeroberfläche möglich.



  • SSD mit mehrschichtigem Datenschutz

    SSD mit mehrschichtigem Datenschutz

    Wem seine Daten wichtig sind, setzt auf mehr als nur eine Sicherheitslösung. Lokale Backup- oder Cloudlösungen sind ein Weg, seine Daten zu sichern. Wird der PC allerdings entwendet, durch Dritte…

    mehr lesen: SSD mit mehrschichtigem Datenschutz

  • SAP und Siemens arbeiten an gemeinsamen Lösungen

    SAP und Siemens arbeiten an gemeinsamen Lösungen

    Im Rahmen einer Partnerschaft wollen Siemens und SAP ihre sich ergänzenden Softwarelösungen für Product Lifecycle, Supply Chain und Asset Management kombinieren.

    mehr lesen: SAP und Siemens arbeiten an gemeinsamen Lösungen

  • Geschäftsklima erholt sich

    Geschäftsklima erholt sich

    Die Corona-Krise hat die deutsch Elektroindustrie in den vergangenen Monaten hart getroffen. Auch der Mai brachte trotz erster Lockerungen Verluste für die Branche.

    mehr lesen: Geschäftsklima erholt sich

  • Wie ist die Stimmung in der Fertigungsindustrie

    Wie ist die Stimmung in der Fertigungsindustrie

    In einer Studie des IIoT-Spezialisten Relayr wurden je 100 Unternehmen in den USA und in Deutschland zu aktuellen Entwicklungen während der Coronakrise befragt. Dabei zeigen sich sogar positive Effekte.

    mehr lesen: Wie ist die Stimmung in der Fertigungsindustrie

  • Cosmo Consult expandiert nach Asien

    Cosmo Consult expandiert nach Asien

    Die Cosmo Consult-Gruppe eröffnet eine Niederlassung in Hongkong und plant darüber hinaus weitere Standorte in Asien.

    mehr lesen: Cosmo Consult expandiert nach Asien

  • Auftragseingang im Maschinenbau weiter rückläufig

    Auftragseingang im Maschinenbau weiter rückläufig

    Wie bereits im April blieb der Auftragseingang der deutschen Maschinenbauer auch im Mai weit unter dem Niveau des Vorjahres. Die Bestellungen blieben 28 Prozent unter dem Vorjahreswert.

    mehr lesen: Auftragseingang im Maschinenbau weiter rückläufig

  • Produktion legt wieder zu

    Produktion legt wieder zu

    Laut statistischem Bundesamt hat sich die Industrie im Mai von den Einbrüchen verursacht durch die Corona-Pandemie etwas erholt. Die Produktion legte zu, verfehlt das Mai-Ergebnis des Vorjahres jedoch um 19,3…

    mehr lesen: Produktion legt wieder zu

  • Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

    Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

    Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmensleiter weltweit sind optimistisch, dass sich der europäische Markt relativ schnell vom wirtschaftlichen Abschwung durch die COVID-19-Pandemie erholen wird. Das geht aus einem Report des…

    mehr lesen: Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

  • Neuer CSO bei Proalpha

    Neuer CSO bei Proalpha

    Der ERP-Anbieter Proalpha hat einen neuen Chief Sales Officer. Zum 1. Juli hat Michael T. Sander die Position übernommen. Er folgt auf Andree Stachowski.

    mehr lesen: Neuer CSO bei Proalpha

  • Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

    Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

    Leuze will bis Ende Juli sein neues Distributionszentrum in Betrieb nehmen.

    mehr lesen: Leuze nimmt neues Distributionszentrum in Betrieb

  • Armin Schnettler wird VDE-Präsident

    Armin Schnettler wird VDE-Präsident

    Der VDE hat mit Prof. Dr. Armin Schnettler einen neuen Präsidenten. Er folgt auf Dr. Gunther Kegel.

    mehr lesen: Armin Schnettler wird VDE-Präsident

  • Plattform für digitale Ausweisdokumente

    Plattform für digitale Ausweisdokumente

    Infineon Technologies bietet mit Secora ID eine einfach zu integrierende Sicherheitsplattform für digitale Ausweisdokumente, die kontaktlos funktionieren.

    mehr lesen: Plattform für digitale Ausweisdokumente