Multi-Cloudkonzepte erstellen und umsetzen

Best of Breed-Ansatz trotz Hyperscaler

Vielfalt nutzen

Cloud-Anbieter spezialisieren sich auf unterschiedliche Bereiche, um Nischenmärkte für sich zu gewinnen. Auch bei den Marktführern in den drei Hauptbereichen IaaS, PaaS und SaaS ist eine Entwicklung über die ursprüngliche Kernleistung hinaus erkennbar. Dieser Trend wird sich fortsetzen und zu besseren, noch genauer spezialisierten Services führen. Mit der beständigen Zunahme neuer Anbieter und Services auf dem Markt wird es für Unternehmen immer wichtiger, jederzeit migrieren zu können. Diese Flexibilität kann durch Multi-Cloud-Management erreicht werden.

Zugang zu Innovationen

Aufgrund des starken Wettbewerbs auf dem Markt müssen sich die Anbieter nach den neuesten technologischen Entwicklungen richten. Wenn sie es nicht tun, tut es die Konkurrenz. Im Rahmen einer Multi-Cloud-Strategie können Anwender in vielen Fällen von dieser Innovationskraft profitieren und gleichzeitig durch Auswahl mehrerer Anbieter einen Vendor-Lock-in vermeiden.

Automatisierung gefordert

Bei allen positiven Effekten kann der Multi-Cloud-Betrieb arbeits- und zeitintensiv werden. Aus diesem Grund sollten Automatisierung und einheitliche Verwaltung Bestandteile eingesetzter Managementlösungen sein, damit Public und Private Clouds problemlos gesteuert und miteinander integriert werden können.

Ein Ruf zu verlieren

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass eine Multi-Cloud-Umgebung anfälliger für Cyberangriffe ist. Doch jeder Cloud-Anbieter ist sich bewusst, dass bei jeglichen Sicherheitsverstößen ihr eigener Ruf auf dem Spiel steht. Dementsprechend ernst nehmen sie die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen.


In vier Etappen zur Multi-Cloud-Umgebung

1. Bedarf erkennen
Jedes Unternehmen ist anders. Dementsprechend gibt es keine Patentlösung, die für alle funktioniert. Firmen müssen zuerst entscheiden, was sie erreichen wollen, wo die Prioritäten für das Projekt liegen und welche Funktionen benötigt werden. Daraus ergibt sich jedoch die Reihenfolge der auszuführenden Schritte. Bestimmt werden muss dann, welche Funktionen der Cloud-Verwaltung unmittelbar zu implementieren sind.2. Mitwachsende Lösungen
Unternehmen sollten ein Cloud-Projekt nicht überkomplex auslegen, aber dennoch die Zukunft im Blick halten. Gefordert sind eine reibungslose Organisation und Cloud-Infrastrukturen, die realistisch gesehen das beste Gesamtergebnis bringen: Automatisierung von Prozessen, zeitnahe Migration und ausgewogene Ressourcen, die sich an neue Geschäftsbedürfnisse anpassen lassen.

3. Implementierung
Bei der eigentlichen Integration ist die Einrichtung des Administrationsmoduls ein guter Anfang, um den Fortschritt der Implementierung zu überwachen und auszuwerten. Hierdurch sind alle am Projekt beteiligten Auftraggeber und Unternehmenseigner stets darüber informiert, wie das Projekt verläuft und wo Probleme liegen. Die Implementierungsphase liefert zudem Kostentransparenz. Zu jeder Komponente der IT-Infrastruktur lassen sich die Kosten im Vergleich zum Wert der bereitgestellten Services betrachten. Anhand dieser Übersicht ist feststellbar, in welchen Bereichen höhere Investitionen erforderlich sind bzw. welche Bereiche die Finanzen unnötig belasten. Im nächsten Schritt ist ein Self-Service-Portal für das Monitoring in Echtzeit zu erstellen. Hier können Daten zu virtuellen Maschinen, Speichern und sonstigen IT-Diensten eingesehen und ausgewertet sowie entsprechende weitere Ressourcen angefordert werden. Optimierungen sollten in den Bereichen mit höchster Priorität beginnen, um vermeidbaren Schwierigkeiten und späteren Zusatzkosten vorzubeugen. Der letzte Punkt auf der Aufgabenliste ist die Automatisierung von Workflows, Richtlinien und Best Practices, um dem Team Handlungsanleitungen für Notfälle zu geben.

4. Systeme absichern
Bei einer Multi-Cloud-Strategie ist die Sicherheit von Daten bzw. des gesamten Systems etwas komplizierter. Doch auch die großen Hyperscaler setzen viel daran, gespeicherte Ressourcen vor Cyberangriffen zu sichern und internationale und nationale (DSGVO) gesetzliche Vorschriften einzuhalten. Indem Anwender ihre Cloud-Umgebung möglichst zeitnah konfigurieren, beugen sie Fehlern vor, wie der Übertragung von Bad Practices und Sicherheitslücken in eine neue Cloud, wenn das Unternehmen umzieht. Auch an Transparenz sollte gedacht werden: Jeder von einem Benutzer ausgeführte Vorgang sowie alle Ressourcenzuweisungen sollten für die Anwenderfirmen einsehbar sein. So können Verantwortliche feststellen, wer Zugriff auf Daten hat und wie diese Daten genutzt werden. Dieses Wissen ist das beste Mittel, um potentielle Risiken zu reduzieren, bevor sie zu einer greifbaren Gefahr werden, sowie um Unregelmäßigkeiten aufzudecken und Rechtsvorschriften sicher einzuhalten.

Comarch Software und Beratung AG