Speichertechnologie für Software-defined Vehicles: Autos als rollende Festplatte

graphic user interface and a futuristic car (GUI). intelligent vehicle connected vehicle The Internet of Things the head-up display (HUD)
Bild: ©hartphoto/stock.adobe.com

Autos werden zunehmend zum Software-geprägten und mit der Umgebung vernetzten Fahrzeug. Premium-Automobile werden durch bis zu 150 Millionen Zeilen Code definiert, verteilt auf zahlreiche elektronische Steuergeräte (ECU), Sensoren und Kameras. Zudem sammeln, verarbeiten und analysieren moderne Autos riesige Datenmengen in Echtzeit. Dabei kommt zunehmend künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Diese Entwicklung hin zum digital-unterstützten Fahrzeug fordert eine grundlegende Änderung in der Fahrzeugarchitektur, insbesondere in Bezug auf den Speicher. Denn um die Daten für die KI-Analyse effizient nutzbar zu machen, wird Speichertechnologie mit hoher Leistung, großer Kapazität und kleinem Formfaktor benötigt.

Was KI im Fahrzeug verändert

Die Einsatzgebiete für künstliche Intelligenz im Fahrzeug sind vielfältig. KI-gestützte Datenanalyse trägt dazu bei, den Verkehrsfluss vorherzusagen, den Kraftstoffverbrauch zu optimieren oder Assistenzsysteme zu verbessern. Außerdem kann KI die Gewohnheiten der Passagiere erkennen und Funktionen wie Entertainment-Einstellungen individuell anpassen. Eine weitere Möglichkeit, Fahrzeuge intelligenter zu machen, betrifft ihre Wartung: Statt Fehler nur zu melden, kann die KI potenzielle Probleme früh erkennen und darauf hinweisen, bevor sie ernsthafte Störungen verursachen. Over-the-Air-Updates (OTA) ermöglichen es, Probleme zu beheben, ohne dass eine Werkstatt aufgesucht werden muss. Darüber hinaus könnte KI künftig die Sicherheit im Fahrzeug erhöhen, wenn sie etwa Risiken in Echtzeit und zuverlässsig erkennt, das Fahrzeug entsprechend steuert und gegebenenfalls eine Notbremsung auslöst, um den Unfall zu vermeiden. Fahrzeuge könnten sogar auf gesundheitliche Notfälle der Fahrenden reagieren und Rettungsdienste alarmieren. Solche Entwicklungen sind ein bedeutender Schritt in Richtung vollständig autonomer Fahrzeuge.

Was KI dem Datenspeicher abverlangt

Echtzeitdaten sind entscheidend für die neuen Funktionen solcher Fahrzeuge und personalisierter Fahrten. Damit die KI-Modelle zuverlässig funktionieren, müssen sie mit großen Datenmengen trainiert werden. Gleichzeitig entstehen mit der Weiterentwicklung vernetzter und zunehmend autonomer Fahrzeuge durch Sensoren, 5G, KI und maschinelles Lernen immer neue Daten, die ebenfalls schnell und zuverlässig gesichert werden müssen. Das hat Auswirkungen auf die Speichersysteme: Automobilhersteller müssen Fahrzeuge mit performanten Speichersystemen ausstatten, die den wachsenden Ansprüchen an Leistung, Zuverlässigkeit und Kapazität gerecht werden und skalierbar sind. Dabei gewinnt Edge Computing an Bedeutung. Mit der steigenden Komplexität und den Echtzeitanforderungen moderner Fahrzeuge werden die Daten direkt im Fahrzeug verarbeitet und KI-Systeme dort eingebettet. Auch deshalb, weil die Internetverbindung häufig nicht stabil genug für Cloud Computing ist. Dies reduziert die Abhängigkeit von externen Netzwerken, benötigt jedoch viel Speicherplatz im Fahrzeug.

eMMC und UFS sind erste Wahl

Um passende Voraussetzungen für KI-Anwendungen in Fahrzeugen zu schaffen sowie die Daten zuverlässig zu verarbeiten, sind hochleistungsfähige, hochkapazitive Speichersysteme notwendig. Hersteller und Zulieferer sollten hier einige zentrale Kriterien beachten. Zunächst geht es um die Auswahl der richtigen Speichertechnologie. Es gibt verschiedene Optionen – von eMMC (Embedded Multimedia Card) über UFS (Universal Flash Storage) bis hin zu NVMe (Non-Volatile Memory Express) PCIe. Die erste Wahl für den Automobilbereich sind eMMC und UFS. Insbesondere die UFS-Technologie kombiniert hohen Datendurchsatz und schnelle Zugriffszeiten mit großer Kapazität. UFS ermöglicht es, Daten im Fahrzeug schnell zu speichern und zu lesen. Das ist notwendig, um Sensor- und Kameradaten in Echtzeit zu verarbeiten. Die Technologie zeichnet sich außerdem durch eine effiziente Nutzung des begrenzten Speicherplatzes aus. Dies erleichtert die Integration einer Vielzahl an Datenquellen im Auto. So ermöglicht UFS etwa die gleichzeitige Nutzung von Navigationsdaten, Musikstreaming und Rückfahrkameras, ohne dass der Speicher überlastet wird.

Seiten: 1 2



  • Was Mercedes-Benz gegen Produktfälscher tut

    Was Mercedes-Benz gegen Produktfälscher tut

    In Zusammenarbeit mit Zoll-, Gewerbeaufsichts- und Strafverfolgungsbehörden geht Mercedes-Benz weltweit gegen Fälschungen vor.

    mehr lesen: Was Mercedes-Benz gegen Produktfälscher tut

  • Wissenschaftler entwickeln Open-Source-Programm für die Quantenphysik

    Wissenschaftler entwickeln Open-Source-Programm für die Quantenphysik

    Wissenschaftler am Institut für Photonische Quantensysteme (PhoQS) und dem Paderborner Zentrum für Paralleles Rechnen (PC2) der Universität Paderborn haben ein Open-Source-Software-Tool entwickelt, das die Simulation von Lichtverhalten in Quantensystemen ermöglicht.

    mehr lesen: Wissenschaftler entwickeln Open-Source-Programm für die Quantenphysik

  • Kabinett bringt NIS-2 auf den Weg

    Kabinett bringt NIS-2 auf den Weg

    Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zur Stärkung der Cybersicherheit beschlossen.

    mehr lesen: Kabinett bringt NIS-2 auf den Weg

  • Insys Icom wird 33

    Insys Icom wird 33

    Insys Icom feiert in diesem Jahr 33-jähriges Bestehen. Das Regensburger Unternehmen wurde 1992 gegründet und ist heute in drei eigenständige Unternehmen gegliedert: Insys Icom, Insys Locks und Insys Test.

    mehr lesen: Insys Icom wird 33

  • Slalom und Device Insight mit strategischer Partnerschaft

    Slalom und Device Insight mit strategischer Partnerschaft

    Slalom Germany und Device Insight richten sich im Rahmen einer strategischen Kooperation an Fertigungsunternehmen und bieten ein gemeinsames Portfolio an, das Beratungsexpertise in den Bereichen Data, Analytics und KI mit…

    mehr lesen: Slalom und Device Insight mit strategischer Partnerschaft

  • Aus Felten wird MPDV

    Aus Felten wird MPDV

    Nach der Übernahme der Felten Group durch die MPDV Mikrolab GmbH im Jahr 2019 erfolgt nun die Integration des Unternehmens durch den MES-Spezialisten aus Mosbach.

    mehr lesen: Aus Felten wird MPDV

  • HTEC erklärt AI Distillation

    HTEC erklärt AI Distillation

    Große KI-Modelle wie GPT-4.5 oder OpenAI o3 bilden die Speerspitze des technologischen Fortschritts.

    mehr lesen: HTEC erklärt AI Distillation

  • Warum Maschinenidentitäten zur Sicherheitsfalle werden können

    Warum Maschinenidentitäten zur Sicherheitsfalle werden können

    Automatisierung beschleunigt Prozesse, verbindet Systeme und spart Zeit. Bots, APIs, Cloud-Workloads oder RPA-Tools übernehmen Aufgaben, die früher menschlichen Mitarbeitenden vorbehalten waren. Doch auch die digitalen Helfer verwalten sich nicht selbst:…

    mehr lesen: Warum Maschinenidentitäten zur Sicherheitsfalle werden können

  • Robotersteuerung aus dem Weltall

    Robotersteuerung aus dem Weltall

    Am 24. Juli führte das Surface-Avatar-Team am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen das letzte und laut DLR bisher anspruchsvollste Experiment der Mission Surface Avatar vor.

    mehr lesen: Robotersteuerung aus dem Weltall

  • Dassault Systèmes übernimmt Ascon Qube-Technologie

    Dassault Systèmes übernimmt Ascon Qube-Technologie

    Dassault Systèmes hat die Ascon Qube-Technologie von der Ascon Systems Holding GmbH übernommen.

    mehr lesen: Dassault Systèmes übernimmt Ascon Qube-Technologie

  • B-Human ist erneut Weltmeister

    B-Human ist erneut Weltmeister

    Das Team B-Human der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) errang bei der RoboCup-WM in Salvador in Brasilien bei der 16. Teilnahme zum zwölften Mal den…

    mehr lesen: B-Human ist erneut Weltmeister

  • Itac und Red Hat kooperieren

    Itac und Red Hat kooperieren

    Die Itac Software AG und Red Hat haben eine strategische Technologiepartnerschaft geschlossen.

    mehr lesen: Itac und Red Hat kooperieren