Digitale Transformation und Machine Learning

Operational Excellence in der Montage

Direkte Übermittlung der Maschinenparameter aus SAP ME und Maschinenstatus-Integration für OEE-Reports im Spritzgussbereich. (Bild: IGZ Ingenieurgesellschaft)
Direkte Übermittlung der Maschinenparameter aus SAP ME und Maschinenstatus-Integration für OEE-Reports im Spritzgussbereich. (Bild: IGZ Ingenieurgesellschaft)

Schlanke Produktion

Auf den Kick-off Mitte 2018 folgten eine Spezifikation der Anforderungen für die neue Montagelinie für Stellantriebe und ein Proof-of-Concept für das Add-on Assembly-by-Motion. Im Verlauf der Untersuchung zeigte sich, dass die Lösungen eine automatisierte Montagekontrolle mit Objekt-, Positions-, Farb- und Qualitätserkennung ohne Abstriche ermöglichen würden. Im Oktober 2019 ging die ASM-unterstütze Fertigungslinie in der Montage produktiv. Wenige Wochen folgte der Go-Live der MES-Anwendung in den Bereichen Stanzen und Spritzguss. Die Anbindung der Stanz- und Spritzgussmaschinen sowie der neuen Montagelinie wurde über den OPC-UA-Kommunikationsstandard realisiert. Dabei verbindet das MES die ERP- mit der Maschinenebene. Die Standardsoftware übernimmt die operative Online-Auftragsverwaltung und -steuerung, indem sie Betriebsdaten erfasst und meldet sowie Arbeitsanweisungen über Werker-Dialoge kommuniziert. Weiterhin unterstützt werden der Etikettendruck und eine dezidierte Personalzeiterfassung. Über das IGZ Order Cockpit 4.0, ebenfalls ein vorkonfiguriertes Best Practice des SAP-Projekthauses aus dem oberpfälzischen Falkenberg, erfolgt die automatische Auftragsfeinsteuerung nach ERP-Vorgabe. Visualisiert werden die aktuelle Arbeitsplatzbelegung und der Auftragsfortschritt sowie etwaige Überlasten. Mit diesem grafisch orientierten Leitstand lassen sich bereits verplante Montagevorgänge bei Bedarf per Drag&Drop umplanen.

Handarbeit reduziert

Die neue Systemlandschaft zeichnet sich durch vereinfachte Abläufe und Traceability über jede verbaute Komponente aus. Manuelle Kopier- und Buchungstätigkeiten entfallen ebenso wie das Ausdrucken und Verteilen von Arbeitsanweisungen und Zeichnungen sowie das händische Ausfüllen von Schichtprotokollen und Checklisten. Die Prozessverriegelung trägt zu einem deutlich erhöhten Qualitätsniveau bei. So ist über einen automatisierten Regelmechanismus sichergestellt, dass ein Folgeauftrag nur dann gestartet werden kann, wenn sämtliche im Rahmen des vorherigen Montageauftrags zu durchlaufende Fertigungs- und Prüfschritte erfolgreich abgeschlossen wurden.

Kontrolle und Datenerfassung

Mit dem ASM-Add-on geht der Hersteller in puncto Qualität und Prozesssicherheit sogar noch einen Schritt weiter. Entlang der neuen Montagelinie für Stellantriebe arbeiten die Werker nach dem Prinzip der Gestensteuerung. Montagevorgänge werden so automatisch erkannt und verbucht, Tastatur- oder Bildschirmeingaben sind nicht mehr erforderlich. Via Gestensteuerung wird überwacht, ob die richtigen Komponenten entnommen und korrekt verbaut werden. Bei Unstimmigkeiten gibt das System eine Fehlerkennung aus. Ein Kamerasystem sorgt gleichzeitig für eine Validierung durch Quality-Gates. Neben der Montagekontrolle erfasst die Lösung auch bedarfsbezogene Seriennummern, Barcodes und andere Merkmale automatisch und ordnet sie dem Fertigungsvorgang zu. Durch die verbesserte Ergonomie der Arbeit stieg die Produktivleistung der Werker messbar.

IGZ Ingenieurgesellschaft