Also kommt Ihre KI-gestützte Werkerassistenz ohne Schnittstellen aus?
Steininger: Wir haben keine Angst vor Schnittstellen. Aber gerade weil wir schon so viele implementiert haben, gehen wir mit ihnen sehr vorsichtig um. Komplexität ist das Todesurteil vieler MES-Projekte. Solche Integrationen machen enorm viel Arbeit, in der Praxis gibt es niemanden, der alle Prozesse komplett versteht – und solche Projekte sind sehr teuer und scheitern noch dazu oft. Wir verfolgen die gleichen hochgesteckten Ziele, wollen die Projekte aber schrittweise in die Firma bringen und möglichst schnell nutzbare Ergebnisse produzieren. Damit finden wir bei unseren Kunden eine sehr große Akzeptanz. Viele haben auch keine Lust mehr darauf, diese Monsterprojekte zu starten.

Sie wollen mit dem System gerade den Mittelstand adressieren. Was ist der Hintergrund?
Steininger: Wir sind in der Automobilindustrie stark. Dort wurde in den letzten Jahren viel Aufwand betrieben, Kompetenzen rund um Industrie 4.0, Digitalisierung und KI aufzubauen. Damit haben wir einen neuen Wettbewerber bekommen, nämlich in unseren Kunden selbst. Einer sagte uns sogar, dass der Prozess sein Alleinstellungsmerkmal sei, also nicht mehr das Produkt. Diese Herangehensweise haben wir auf uns übertragen und drei Geschäftsfelder für uns identifiziert: Großindustrie, mittlere und kleinere Firmen. In der Praxis haben kleinere Firmen ein Problem: Sie müssen die gleichen komplexen Anforderungen wie große Firmen umsetzen, haben durch die viel kleineren Losgrößen aber deutlich weniger Spielraum, etwa Werkerassistenzsysteme zu amortisieren. Hier kann unsere workstAItion 5.0 eine Marktlücke schließen.

Also ist DE software & control ebenfalls im digitalen Wandel?
Steininger: Wir erweitern unser Geschäftsmodell. Mit unseren Kompetenzen können wir Lösungen nicht nur ab dem Lastenheft begleiten, sondern schon viel früher einsteigen. Mein Kollege hat unser Angebot kürzlich als Vision-as-a-Service bezeichnet, was das veränderte Rollenverständnis bei uns in der Firma gut charakterisiert. Um diesen Wandel zu gestalten, haben wir bereits 2018 die Firmengruppe DE group gegründet, die wir derzeit um eine Firma erweitern, die Consulting inklusive Prozessplanung als eigenes Geschäftsmodell betreiben wird. Das wird unser Portfolio noch einmal erweitern, also von der Ideenfindung, der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über die Wertstrom- und Informationsstromanalyse bis hin zur Implementierung und dem Betrieb von Software. n

Seiten: 1 2 3



  • Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

    Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

    Die Konjunkturlage trübt sich ein. Wie das Wirtschaftsinstitut ZEW mitteilt, rechnen die befragten Finanzexperten jedoch mit einer langfristigen Erholung. Das Niveau von vor der Corona-Krise soll jedoch erst im Jahr…

    mehr lesen: Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

  • Jennifer Morgan verlässt SAP

    Jennifer Morgan verlässt SAP

    Co-CEO Jennifer Morgan verlässt SAP Ende April. Wie der Softwarekonzern mitteilt, wird Christian Klein das Unternehmen zukünftig alleine führen.

    mehr lesen: Jennifer Morgan verlässt SAP

  • Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern

    Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern

    Eine Szenarienrechnung des Ifo-Instituts zeigt, dass im Gegensatz zur Finanzkrise 2009 die Wirtschaft aller Bundesländer gleichermaßen vom aktuellen ‘Shutdown‘ betroffen ist.

    mehr lesen: Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Sicherheitsarchitektur für das Industrial IoT

    Sicherheitsarchitektur für das Industrial IoT

    Cybersecuritybedrohungen für kritische Infrastrukturen steigen und stellen eine erhebliche Gefahr für Mitarbeiter sowie ein finanzielles Risiko dar.

    mehr lesen: Sicherheitsarchitektur für das Industrial IoT

  • VDMA-Blitzumfrage

    VDMA-Blitzumfrage

    In einer dritten Blitzumfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den deutsche Maschinenbau zeigt sich eine Verschiebung. Viele Unternehmen berichten von Stornierungen und Auftragseinbußen.

    mehr lesen: VDMA-Blitzumfrage

  • Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

    Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

    Die Große Koalition will die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes für Beschäftigte über zwölf Monate hinaus verlängern. Davon könnten viele Maschinenbauer profitieren.

    mehr lesen: Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

  • Bosch Rexroth erzielt Umsatz auf Vorjahresniveau

    Bosch Rexroth erzielt Umsatz auf Vorjahresniveau

    Bosch Rexroth hat 2019 mit 6,2Mrd.€ einen Umsatz auf Vorjahresniveau erzielt. Profitiert hat das Unternehmen dabei vor allem von seinem soliden Kerngeschäft mit Hydraulik sowie dem weiteren Ausbau des Angebots…

    mehr lesen: Bosch Rexroth erzielt Umsatz auf Vorjahresniveau

  • Maschinenbau in China fährt langsam wieder hoch

    Maschinenbau in China fährt langsam wieder hoch

    Eine 2. Blitzumfrage des VDMA in China zeigt, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie dort als weniger schlimm eingeschätzt werden als noch im März. Dennoch erwarten die Unternehmen kräftige Umsatzeinbußen.

    mehr lesen: Maschinenbau in China fährt langsam wieder hoch

  • Zertifizierung während der Corona-Krise

    Zertifizierung während der Corona-Krise

    Unternehmen sind derzeit in vielerlei Hinsicht gefordert: Sie müssen ihr wirtschaftliches Überleben sichern, Mitarbeiter ins Homeoffice oder in Kurzarbeit schicken und neue Strategien entwickeln. Sind Managementsysteme für Qualität, Umwelt, Energie…

    mehr lesen: Zertifizierung während der Corona-Krise

  • ZVEI-Umfrage

    ZVEI-Umfrage

    Die Elektroindustrie bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie zunehmend zu spüren. Das ergab eine Umfrage des ZVEI unter seinen Mitgliedsunternehmen.

    mehr lesen: ZVEI-Umfrage

  • Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

    Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

    Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat mit Nvidia einen neuen Gesellschafter. Beide Unternehmen forschen gemeinsam in den Bereichen Machine Learning und Deep Learning.

    mehr lesen: Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI