Embedded-Module für anspruchsvolle HMI

Schräge Ansicht der Platine von TQ.
Schräge Ansicht der Platine von TQ.Bild: TQ-Systems GmbH

In den letzten Jahren wurden zwar innovative, optische und akustische Bedienkonzepte zur Bedienung von Geräten und Maschinen entwickelt, die sich aber aus Kostengründen nur in Einzelfällen durchsetzen konnten. Dabei ermöglichen Embedded-Computing-Module heute eine oft kostengünstige Umsetzung dieser Konzepte, die mittlerweile auf künstliche Intelligenz (KI) und mehr Konnektivität setzen. War die Bildverarbeitung bislang auf die Beobachtung von Prozessen zur Steuerung und Reglung in der Automation fokussiert, kommen jetzt zunehmend auch HMI-Aufgaben hinzu, gerade weil so eine kontaktlose Bedienung möglich wird. So könnte die Integration einer Kamera in das HMI künftig etwa Zusatzgeräte wie Barcodescanner ersetzen. An Maschinen und Anlagen könnten integrierte Kameras eine biometrische Authentifizierung per Gesichtserkennung realisieren, auch zur Zwei-Token-Authentifizierung für Anwendungen mit einem erhöhten Sicherheitsbedarf. Auch hier ist KI gefragt, allerdings gekoppelt mit zusätzlichen Security-Funktionen, die möglichst tief in der Hardware integriert sind.

Auf’s Wort hören

KI kommt auch in der Sprach- oder Geräuscherkennung zum Einsatz. Die akustische Bedienung hilft wieder, wenn alle Hände im Einsatz sind und zusätzlich die Augen nicht abgewendet werden können, etwa bei Medizintechnik-Produkten für Chirurgen. In einigen Situationen, speziell bei Verkaufsautomaten und Bezahlstationen, ist eine Audioverarbeitung nützlich, die mehrere Mikrofone auswerten kann, um Störgeräusche besser zu filtern.

cDesign by Freepik 2
Bild: ©Design by Freepik

Sensoren erweitern Optionen

Manchmal braucht es kein revolutionäres neues Bedienkonzept, sondern die clevere Optimierung eines bestehenden HMIs. So können beispielsweise Beschleunigungssensoren aus der Lageposition erkennen, in welchem Zustand das Gerät ist und welche Bedienschritte sinnvoll sind. Oder es lässt sich mit Lidar-Sensoren die automatische Positioniergenauigkeit erhöhen und mögliche Stellzeiten durch den Menschen reduzieren – hier punktet ein HMI also nicht durch eine intuitivere, sondern durch eine schnellere Bedienung. Allerdings muss die Hardware die entsprechenden Sensor-Schnittstellen unterstützen.

Embedded-Module von TQ

Die Multitouch-Bedienung der Smartphones als Vorlage für HMIs ist also längst nicht das Ende der Entwicklung zur intuitiven, zuverlässigen und sicheren Gerätebedienung. Die aktuellen Halbleiterdesigns greifen die Trends auf und integrieren die notwendige Funktionalität in die CPUs. Ein Beispiel ist der i.MX 95 von NXP, der neben den Arm-Cores über einen KI-Beschleuniger mit einer Spitzenleistung von 2 TOPS verfügt. Dieser Baustein ist die Grundlage für die TQ-Embedded-Module TQMa95xxSA und TQMa95xxLA. Um sich dem Leistungsbedarf der Anwendung und ihrem HMI anpassen zu können, stehen die Module mit zwei, vier oder sechs Arm Cortex-A55-Cores zur Verfügung. Zwei unabhängige Echtzeit-Domänen (Arm Cortex-M7 und Arm Cortex-M33) stehen etwa für Sicherheits-/Low-Power- und Hochleistungs- Echtzeitanwendungen zusätzlich zur Verfügung. Mit bis zu 16 GB LPDDR5, bis zu 256 Megabyte Quad-SPI NOR-Flash und bis zu 256 Gigabyte eMMC bieten die Module auch für sehr umfangreiche HMIs genügend Speicherplatz.

Für Bildanalysen geeignet

Die Modul-Familie ermöglicht Bildanalysen durch den integrierten KI-Beschleuniger NXP eIQ Neutron als Teil einer Machine-Vision-Pipeline für den Einsatz mit netzwerkfähigen Smart-Kameras oder mehreren Kamerasensoren. Letztere unterstützt der NXP ISP (Image Signal Processor) und ermöglicht so die Nutzung einer breiten Palette von Bildsensoren für Industrie-, Robotik-, Medizin- und Automobilanwendungen. Diese Bildverarbeitungspipeline ermöglicht vielfältige Bildverarbeitung wie Gesten- oder Personenerkennung. Allerdings ist Bildanalyse für viele Entwickler Neuland, deshalb gewinnt der Software-Support an Bedeutung. NXPs eIQ Neutron NPU und die Entwicklung von Anwendungen für Maschinelles Lernen (ML) werden durch das preisgekrönte eIQ ML Software Development Environment unterstützt, eine Sammlung von Bibliotheken und Entwicklungswerkzeugen für die Erstellung von ML-Anwendungen für ML, die für i.MX-Anwendungsprozessoren und MCUs entwickelt wurden. Das eIQ-Toolkit nutzt Open-Source-Technologien und ist in die Yocto-Entwicklungsumgebungen integriert, was die Entwicklung kompletter Anwendungen auf Systemebene erleichtern soll.

Grafik in 4k möglich

Für die Grafikdarstellung mit Auflösungen bis zu 3840 x 1440p60 sorgt die integrierte Arm Mali-GPU sowie 2 x LVDS auf vier Lanes und 1 x eDP auf zwei Lanes. Das Modul ist zudem für die Audioverarbeitung und -signalisierung ausgestattet und kann optional einen Gyroscope-Sensor der TQMa95xxSA/LA-Familie mitbringen. Für die Kommunikation mit Netzwerken bzw. Netzwerk-Kameras stehen bis zu zwei x GBit-Ethernet- (TSN-fähig) und eine x 10GBit-Ethernet-Schnittstellen zur Verfügung.



  • Deutscher Maschinenbau im Stimmungstief

    Deutscher Maschinenbau im Stimmungstief

    Rezessionsgefahr und eine abgeschwächte Auslandsnachfrage trüben die Stimmung im deutschen Maschinenbau. Dies geht aus dem vierteljährlichen Maschinenbaubarometer von PWC für das dritte Quartal 2019 hervor. Demnach blicken 48 Prozent der…

    mehr lesen: Deutscher Maschinenbau im Stimmungstief

  • IT-Umgebungen mit KI managen

    IT-Umgebungen mit KI managen

    Der Anstieg an vernetzten Geräten und Services könnte zukünftig dazu führen, dass IT-Umgebungen nicht mehr allein von Menschenhand gesteuert werden. Dies ist das Ergebnis des ‘2020 Global Networking Technology Report‘…

    mehr lesen: IT-Umgebungen mit KI managen

  • Cosmo Consult erweitert Führungsteam

    Cosmo Consult erweitert Führungsteam

    Um den Weg für weiteres Wachstum zu ebnen, hat das Software- und Beratungsunternehmen Cosmo Consult seine Führungsmannschaft um drei neue Positionen erweitert.

    mehr lesen: Cosmo Consult erweitert Führungsteam

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Im Wettbewerb Schwachstellen aufspüren

    Im Wettbewerb Schwachstellen aufspüren

    Der IT-Security-Spezialist Trend Micro erweitert seinen Wettbewerb ‘Pwn2Own Miami‘ auf industrielle Steuerungssysteme (ICS). Die Aufgabe besteht darin, Schwachstellen in der Software und den Protokollen von weit verbreiteten Systemen zu finden.…

    mehr lesen: Im Wettbewerb Schwachstellen aufspüren

  • Industrie 4.0 ohne Stolpersteine

    Industrie 4.0 ohne Stolpersteine

    In dem auf drei Jahre ausgelegten Forschungsprojekt Sorisma wollen die Projektpartner Methoden erarbeiten, die Unternehmen dabei helfen soll, Fallstricke bei der Einführung von Industrie 4.0-Technologien zu vermeiden.

    mehr lesen: Industrie 4.0 ohne Stolpersteine

  • T.CON ernennt Thomas Blöchl zum COO

    T.CON ernennt Thomas Blöchl zum COO

    Mit Thomas Blöchl als neuem COO hat die T.CON ein viertes Mitglied in die Geschäftsführung berufen.

    mehr lesen: T.CON ernennt Thomas Blöchl zum COO

  • Unternehmen planen weniger Neueinstellungen

    Unternehmen planen weniger Neueinstellungen

    Die Beschäftigungsaussichten für die nächsten drei Monate sind laut Ifo-Beschäftigungsbarometer weiter positiv, jedoch zeigt der Index einen weniger starken Beschäftigungsanstieg als in den vergangenen Jahren.

    mehr lesen: Unternehmen planen weniger Neueinstellungen

  • Automation trifft Software

    Automation trifft Software

    Vom 26. bis zum 28. November 2019 wird das Nürnberger Messegelände zum Branchentreff der Automatisierungstechnik. Dabei weist die SPS – Smart Production Solutions in diesem Jahr erstmals bereits im Namen…

    mehr lesen: Automation trifft Software

  • T-Systems und Siemens arbeiten an gemeinsamen IIoT-Lösungen

    T-Systems und Siemens arbeiten an gemeinsamen IIoT-Lösungen

    Im Rahmen der Digital X in Köln haben Siemens und T-Systems angekündigt, künftig gemeinsame Lösungen für das industrielle Internet der Dinge anzubieten.

    mehr lesen: T-Systems und Siemens arbeiten an gemeinsamen IIoT-Lösungen

  • Neuer EMEA General Manager bei PTC

    Neuer EMEA General Manager bei PTC

    PTC hat mit Stéphane Barberet einen neuen General Manager für die EMEA-Region. Barberet kommt von Dell zum US-Softwareanbieter.

    mehr lesen: Neuer EMEA General Manager bei PTC

  • ‘Gaia-X‘: Eine Cloud für Europa

    ‘Gaia-X‘: Eine Cloud für Europa

    Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und der Beauftragte für Digitale Wirtschaft des Bundeswirtschaftsministeriums, Thomas Jarzombek, haben in Dortmund die Pläne für ein europäisches Cloud-Projekt vorgestellt.

    mehr lesen: ‘Gaia-X‘: Eine Cloud für Europa