Digitale Identitäten verwalten und schützen

Huella dactilar en el ordenador
Bild: ©David Martínez/stock.adobe.com

Digitale Identitäten sind zum begehrten Ziel von Cyberkriminellen geworden, die damit auf Unternehmensnetzwerke zugreifen. Durch die Übernahme der digitalen Identität eines Angestellten erlangen sie weitreichende Berechtigungen, die sie oft sogar noch erweitern können. Auch Produktionsbetriebe, die mittels digitaler Identitäten den Zugriff auf sensible Systeme regeln, stehen im Fokus der Angriffe. Egal, ob sich eine Designerin in ihr CAD-System einloggen will, der Buchhalter in die Finanzsoftware oder die Mitarbeiterin an der CNC-Fräse Zugriff auf die Vorlagen für die nächste Charge benötigt: Immer ist eine digitale Identität gefragt.

Identitäten schützen

Verwaltungssysteme unterstützen das Management sowie die Sicherung digitaler Identitäten. Moderne Systeme versprechen flexible Nutzerverwaltung, die sowohl die Integration lokaler Verzeichnisse als auch die Anbindung externer Systeme über standardisierte Schnittstellen erlaubt. Gerade dies ist bei Produktionsunternehmen von großer Bedeutung, weil Systeme oft über veraltete Schnittstellen verfügen.

Ein Managementsystem sollte die granulare Steuerung von Zugriffsrechten auf Ressourcen und Anwendungen sichern und die Möglichkeit bieten, Administratorenrollen zu definieren und Berechtigungen zu delegieren. So lässt sich das Prinzip der minimalst möglichen Berechtigung effektiv umsetzen. Hierbei erhält jeder Mitarbeiter nur genau die Berechtigungen, die er zur Erfüllung seiner Aufgaben benötigt.

Heutige Systeme bieten die Möglichkeit, individuelle Sicherheitsrichtlinien zu definieren und unterstützen deren Durchsetzung. Auch eine revisionssichere Protokollierung aller Aktionen im Zusammenhang mit der Verwaltung von Identitäten und Berechtigungen ist erforderlich. Darüber hinaus sollte die Software mit einer wachsenden Anzahl von Nutzern, Anwendungen und Daten skalieren. Die Unterstützung offener Standards und Schnittstellen zahlt wiederum auf die Integration in bestehende IT-Landschaften ein.

Multi-Faktor-Authentisierung

Die Kontrolle und Authentifizierung digitaler Identitäten sind weitere kritische Aspekte. Wegen menschlicher Gewohnheiten, wie der Verwendung schwacher Passwörter, darf die Sicherheit nicht den Einzelnen überlassen bleiben. Multi-Faktor-Authentisierung (MFA) kann hier helfen. Auch eine gänzlich passwortlose Anmeldung, etwa mithilfe einer Hardware-Komponente ist eine akzeptable Praxis. Dies ermöglicht nicht nur eine Anmeldung auf verschiedenen Plattformen, ohne sich mehrere Passwörter merken zu müssen, sondern sorgt für ein möglichst sichere Authentisierung.

Ohne zusätzliche Sicherheitsfaktoren im Rahmen einer MFA bleiben Passwörter eine potenzielle Schwachstelle. Allerdings würde die Implementierung von MFA für jede Anwendung die gewonnene Benutzerfreundlichkeit wieder zunichtemachen und der Aufwand wäre enorm und teilweise technisch nicht machbar.

Zusätzliche Sicherheit

Die Kombination eines Single-Sign-On- (SSO-) Systems mit MFA bietet ein hohes Maß an Sicherheit. Da der zweite Faktor bei SSO nur einmalig abgefragt wird, hält sich die Beeinträchtigung des Nutzungserlebnisses in Grenzen. Heutige SSO-Tools bieten Unternehmen eine breite Palette integrierter Authentifizierungsverfahren – von Einmalpasswörtern (OTP) über Hardware-Token nach WebAuthN-Standard bis hin zu passwortlosen Verfahren wie Passkeys. Letztlich werden sich nur solche Authentifizierungssysteme langfristig als praktikabel erweisen, die sowohl für Nutzer komfortabel sind als auch IT-Verantwortlichen ein einfaches Management und umfassende Kontrolle ermöglichen.

Fehler vermeiden

Eine letzte Eigenschaft, die eine solche Software aufweisen sollte, wurde erst kürzlich durch das Crowdstrike-Desaster ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerufen. Zur Erinnerung: Am 19. Juli 2024 sorgte ein fehlerhaftes Konfigurationsupdate von Crowdstrike bei Windows-Systemen für massive Probleme. Rund um den Globus kam es zu Systemabstürzen. Betroffene Rechner konnten nicht mehr oder nur unvollständig gestartet werden.

Dieser Vorfall zeigt, wie gefährlich es sein kann, sich (freiwillig) in die Abhängigkeit von wenigen Anbietern zu begeben. Open-Source-Software (OSS) und offene Standards bieten eine Alternative.

Open-Source-Software bietet unterschiedliche Möglichkeiten: Die Überprüfbarkeit des Quellcodes durch eine breite Community unterstützt die Sicherheit und ermöglicht die Anpassung an spezifische Bedürfnisse. Zudem verringert der Einsatz die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern. Allerdings sollte das ‚Viele-Augen-Prinzip‘ beachtet werden, sodass nicht nur ein einzelner Maintainer die Kontrolle hat.

OSS stellt Unternehmen auch vor Herausforderungen. Dazu gehören fehlender Kundendienst, aufwändige Eigenentwicklungen und oft mangelnde Benutzerfreundlichkeit. Hierfür gibt es SSO-Anbieter, die Produkte auf Open-Source-Basis sowie die dazugehörigen Service-Leistungen im Portfolio haben. Zu guter Letzt zählt bei der Anbieter-Auswahl die Verfügbarkeit der Software sowie die Einhaltung von BSI-Vorgaben.



  • Mit OPC UA over TSN zur Losgröße 1

    Mit OPC UA over TSN zur Losgröße 1

    Im Maschinenbau werden immer häufiger modulare Anlagen gefertigt. Deren Zusammenstellung aus Spezialmodulen für verschiedene Teilaufgaben von unterschiedlichen Herstellern scheiterte bisher oft an inkompatiblen Kommunikationsstandards.

    mehr lesen: Mit OPC UA over TSN zur Losgröße 1

  • Automatica in den Dezember verlegt

    Automatica in den Dezember verlegt

    Die Messe München hat sich dazu entschlossen, die Messe Automatica, die vom 16. bis zum 19. Juni stattfinden sollte, in den Dezember zu verschieben.

    mehr lesen: Automatica in den Dezember verlegt

  • Weltmarkt für Maschinen legt 2019 leicht zu

    Weltmarkt für Maschinen legt 2019 leicht zu

    Neue Maschinen und Anlagen waren auch im vergangenen Jahr weltweit gefragt. Allerdings erfolgten die Geschäfte bereits unter erschwerten Bedingungen: Der Wandel in der Automobilindustrie, der Handelskrieg zwischen den USA und…

    mehr lesen: Weltmarkt für Maschinen legt 2019 leicht zu

  • Keine Hannover Messe in 2020

    Keine Hannover Messe in 2020

    Die Hannover Messe kann dieses Jahr nicht stattfinden. Grund ist die zunehmend kritische Lage aufgrund der Covid-19-Pandemie und eine Untersagungsverfügung der Region Hannover.

    mehr lesen: Keine Hannover Messe in 2020

  • Nächste Management-Generation bei Siemens

    Nächste Management-Generation bei Siemens

    Siemens-CEO Joe Kaeser hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er keine Verlängerung seines Vertrages anstrebt. Er wird zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Siemens Energy vorgeschlagen.

    mehr lesen: Nächste Management-Generation bei Siemens

  • Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Internet of Things?

    Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Internet of Things?

    Die Industrie setzt IoT-Lösungen vornehmlich in der Produktion, bei der Zeiterfassung und in der Lagerverwaltung ein. Dies geht aus einer Befragung hervor, die Ende vergangenen Jahres durchgeführt wurde.

    mehr lesen: Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Internet of Things?

  • Weltwirtschaft vor erheblichen Wachstumsverlusten

    Weltwirtschaft vor erheblichen Wachstumsverlusten

    Finanzmarktexperten rechnen damit, dass die Corona-Pandemie das globale reale Bruttoinlandsprodukt erheblich belasten wird. Insbesondere die deutsche Wirtschaft wird dabei stark in Mitleidenschaft gezogen. Mit Blick auf einzelne Branchen schwanken die…

    mehr lesen: Weltwirtschaft vor erheblichen Wachstumsverlusten

  • Corona-Krise könnte Hunderte von Milliarden Euro kosten

    Corona-Krise könnte Hunderte von Milliarden Euro kosten

    Das Coronavirus könnte Deutschlands Wirtschaft Hunderte von Milliarden Euro Produktionsausfälle bescheren, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in die Höhe schießen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten. Das geht aus aktuellen Berechnungen des…

    mehr lesen: Corona-Krise könnte Hunderte von Milliarden Euro kosten

  • VDMA-Tagung verschoben

    VDMA-Tagung verschoben

    Die VDMA-Tagung Production Excellence, die am 28. April hätte stattfinden sollen, ist auf die zweite Oktoberhälfte verschoben worden.

    mehr lesen: VDMA-Tagung verschoben

  • IAB rechnet mit BIP-Rückgang und steigenden Arbeitslosenzahlen

    IAB rechnet mit BIP-Rückgang und steigenden Arbeitslosenzahlen

    Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) geht in einer Vorausschau für das laufende Jahr davon aus, dass das BIP im Jahr 2020 um zwei Prozent sinken wird. Im Zuge…

    mehr lesen: IAB rechnet mit BIP-Rückgang und steigenden Arbeitslosenzahlen

  • IFR: Neuer Präsident und Vizepräsident

    IFR: Neuer Präsident und Vizepräsident

    Mit Milton Guerry (Schunk USA) hat die International Federation of Robotics einen neuen Präsidenten. Klaus König (Kuka) übernimmt das Amt des Vizepräsidenten.

    mehr lesen: IFR: Neuer Präsident und Vizepräsident

  • Fraunhofer-Gesellschaft und IBM starten Quantencomputing-Kooperation

    Fraunhofer-Gesellschaft und IBM starten Quantencomputing-Kooperation

    Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Vereinbarung haben die Fraunhofer-Gesellschaft und IBM eine Kooperation gestartet, die Quantencomputing in Deutschland voranbringen soll.

    mehr lesen: Fraunhofer-Gesellschaft und IBM starten Quantencomputing-Kooperation