Der Copilot in SharePoint

Businessman and businesswoman with tablet discussing in factory
Bild: ©Westend61/gettyimages.com

Wissensmanagement hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Der demografische Wandel, der zunehmende Fachkräftemangel und die steigende Datenmenge treiben diese Entwicklung weiter voran. Doch laut der Studie über den aktuellen Umgang mit Wissen in deutschsprachigen Unternehmen der Fraunhofer Austria Research aus dem Jahr 2025 geht essenzielles Wissen in 78 Prozent der Unternehmen häufig oder gelegentlich verloren. Und das, obwohl 92 Prozent grundsätzlich Wissensmanagement praktizieren. Kollaborationstools wie Slack oder Microsoft Teams betrachten die Befragten dafür als Unterstützung. Doch die eigentliche Herausforderung können diese nicht lösen. Sie liegt nämlich nicht darin, dass Informationen fehlen. Sondern darin, dass sie im entscheidenden Moment nicht auffindbar sind. Demnach genügt es nicht, dass Tools wie SharePoint große Mengen an Informationen zentral bereitstellen. Mitarbeiter müssen diese für die konkrete Aufgabe nutzen können. Das heißt, im Informationsbestand müssen Nutzer Inhalte kontextbezogen erschließen können. Genau das gelingt mit KI-Assistenten wie Copilot in SharePoint deutlich einfacher.

Hürden mit KI überspringen

Statt lediglich nach Dokumenten zu suchen, können Nutzer Fragen in einem definierten Wissenskontext stellen und relevante Inhalte daraus ziehen. Benötigt ein Servicetechniker z.B. während einer Wartung die aktuelle Arbeitsanweisung für eine Maschine, hat er sich bislang oft etwa in den Untiefen von SharePoint verirrt. Denn dort liegen Wartungsprotokolle, technische Dokumentationen und Sicherheitsvorgaben verstreut ab. Die notwendigen Aspekte zusammenzuführen, nimmt in der Regel viel Zeit in Anspruch. Ein zentral gepflegter Wissensbestand schafft hier einen Single Point of Truth.

Copilot in SharePoint kann auf dieser Grundlage arbeiten und entlastet als KI-gestützter Assistent bei der Suche aktuell relevanter Informationen. Er nutzt SharePoint-Inhalte als Wissensquelle und beantwortet Fragen auf Basis eines festgelegten Kontexts. Die Arbeitsaufteilung zwischen SharePoint und Copilot ist so klar abgesteckt: SharePoint hält das Wissen bereit. Copilot hilft, es greifbar zu machen. Außerdem berücksichtigt Copilot die in SharePoint festgelegten Berechtigungen und Informationsstrukturen für Mitarbeiter.

Finden, statt Strukturen lernen

Da Copilot Inhalte aus mehreren Quellen zusammenführt, relevante Passagen herausarbeitet und diese verdichtet, verringert sich der Suchaufwand. Verantwortliche sind nicht mehr gezwungen, die Ablagestruktur detailliert zu kennen. Das spielt in der Industrie verschiedenen Abteilungen in die Karten. Wo Mitarbeiter aus der Produktion früher Arbeitsanweisungen und Störungswissen heraussuchen oder Maschineninformationen zusammenpuzzeln mussten, entlastet heute der Copilot. Im Qualitätsmanagement können Prüfanforderungen, Vorgaben oder Audit-Unterlagen einen eindeutig abgegrenzten Wissensraum bilden.

Strategie kommt vor Nutzung

Für den KI-Einsatz sollten sich Unternehmen zuerst mit ihren internen Workflows und Prozessen sowie dem Thema Governance beschäftigen. Verantwortliche sollten sich die Frage stellen, welche Aufgaben KI-Assistenten in SharePoint lösen sollen. Dabei hilft es, Copilot auf klare Anwendungsfälle auszurichten. Denkbar sind unterschiedliche KI-Assistenten für unterschiedliche Fachbereiche. Indem Wissensquellen begrenzt werden, lässt sich die fachliche Präzision meist erhöhen. Berechtigungen müssen stets die Grenze des Informationszugriffs darstellen. Bevor Copilot aktiv ist und auf einzelne Wissensbereiche zugreifen kann, sollten Industrieunternehmen ebenso sicherstellen, dass Berechtigungen sauber gepflegt sind.Weiter muss festgelegt sein, wer der fachliche Owner eines Wissensbereichs ist. In der Arbeit mit Copilot in SharePoint ist regelmäßig zu überprüfen, ob Antworten ausreichend zuverlässig sind. Verantwortliche für die Pflege und Weiterentwicklung des KI-Assistenten zu benennen, ist gleichfalls sinnvoll.

Checkliste durchgehen

Doch entspricht Copilot in SharePoint überhaupt den Bedürfnissen eines Firma? Das hier skizzierte KI-gestützte Wissensmanagement könnte eine sinnvolle Option sein, wenn …

  • Wissen bereits hauptsächlich in SharePoint gespeichert ist. Denn für Nutzer mit aktiver Microsoft-365-Copilot-Lizenz wird Copilot in die SharePoint-Oberfläche integriert,
  • ein trennscharf abgegrenzter Informationsbereich existiert.
  • Teams hauptsächlich Antworten zu bestehenden Inhalten suchen.

Des Weiteren sollten sich Verantwortliche im Vorfeld mit einer Reihe strategischer Fragen befassen:

Welches Problem sollen Agenten lösen?

  • Welche Nutzergruppe profitiert davon?
  • Wo liegt das dafür notwendige Wissen derzeit ab?
  • Wie hochwertig und aktuell sind die Inhalte in den Systemen?
  • Sind Zugriffsrechte korrekt vergeben?
  • Wie wird der Nutzen später gemessen?

Durch diese Vorarbeit – definierte Anwendung, klare Nutzergruppe und saubere Wissensbasis – kann Copilot im Unternehmen Mehrwerte stiften. So betreiben Unternehmen nicht nur effizientes Wissensmanagement, sondern können bei der Ausführung von Aufgaben Zeit und Geld sparen, was am Ende des Tages ein Wettbewerbsvorteil ist.



  • Unternehmen setzen auf Individualsoftware

    Unternehmen setzen auf Individualsoftware

    Jedes Unternehmen hat andere Bedürfnisse, wenn es um den Einsatz von Software geht. Standardlösungen können dies oftmals nicht ausreichend abbilden. Daher setzt laut einer Techconsult-Studie jedes zweite Unternehmen auf Individualsoftware.

    mehr lesen: Unternehmen setzen auf Individualsoftware

  • Allgeier erwirbt Mehrheit an Evora IT Solutions

    Allgeier erwirbt Mehrheit an Evora IT Solutions

    Allgeier übernimmt Evora IT Solutions, einen Spezialisten für Kundenservice- und Instandhaltungslösungen. Damit will Allgeier seine SAP- und ServiceNow Beratung ausbauen.

    mehr lesen: Allgeier erwirbt Mehrheit an Evora IT Solutions

  • Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

    Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

    Wo ist die Arbeitsbelastung höher – im Büro oder im Homeoffice? Dieser Frage ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung nachgegangen und hat im Rahmen einer Studie ermittelt, dass die Arbeitsbelastung nicht…

    mehr lesen: Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

  • Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

    Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

    Trotz des dritten Rückgangs in Folge verbleibt das IAB-Arbeitsmarktbarometer noch auf einem hohen Niveau. Einen größeren Rückschlag durch die vierte Pandemie-Welle erwarten die Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung…

    mehr lesen: Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

  • Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

    Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

    Zusätzlich zu CEO Dr. Tim Weckerle und COO Stefan Jesse wird zukünftig auch Dr. Diego Ricardo Rapela dem Auvesy-Management-Team angehören. Er übernimmt die neugeschaffene Position des Chief Technology Officers.

    mehr lesen: Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

  • Keine Erholung beim Materialmangel

    Keine Erholung beim Materialmangel

    Nach einem leichten Rückgang im vergangenen Monat, hat sich der Materialmangel in der Industrie im November wieder verstärkt. Rund drei Viertel der Unternehmen klagen über Engpässe.

    mehr lesen: Keine Erholung beim Materialmangel

  • Exportindustrie mit verbesserten Erwartungen

    Exportindustrie mit verbesserten Erwartungen

    Nach einem Rückgang im Oktober haben sich die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen im November wieder verbessert. Nach Angaben des Ifo Instituts erwarten dabei vor allem die Automobilindustrie und Hersteller elektrischer…

    mehr lesen: Exportindustrie mit verbesserten Erwartungen

  • Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein

    Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein

    Congatec gibt seine strategische Partnerschaft mit Sysgo bekannt. Ziel ist es, den Märkten für kritische Systeme – wie Industrieautomation, Medizintechnik, Smart Energy, Eisenbahn, kommerzielle und autonome Fahrzeuge oder Baumaschinen -…

    mehr lesen: Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein

  • CAS und ELO kooperieren

    CAS und ELO kooperieren

    Enterprise Content Management und Customer Relationship Management näher aneinander rücken ist das Ziel der Kooperation zwischen ELO Digital Office und CAS Software.

    mehr lesen: CAS und ELO kooperieren

  • Fünf IT-Trends für 2022

    Fünf IT-Trends für 2022

    Auch 2022 werden sich die IT-Systeme von Unternehmen weiterentwickeln. Oliver Rozić, Vice President Product Engineering bei Sage, weiß wie und welche Trends dabei eine Rolle spielen könnten.

    mehr lesen: Fünf IT-Trends für 2022

  • Digitalisierungsschub überdauert die Pandemie

    Digitalisierungsschub überdauert die Pandemie

    Unternehmen gehen digital gestärkt ins dritte Corona-Jahr, so das Ergebnis einer Bitkom-Befragung unter 602 Unternehmen. Demnach will die große Mehrheit ihre Digitalisierungs-Projekte fortsetzen. Diese Aufbruchsstimmung müsse genutzt werden, so Bitkom-Präsident…

    mehr lesen: Digitalisierungsschub überdauert die Pandemie

  • Mittelmaß bei der Digitalisierung

    Mittelmaß bei der Digitalisierung

    Im internationalen Vergleich belegt Deutschland bei der Digitalisierung keine Spitzenposition, sondern tendiert eher zum Mittelfeld. So zumindest legt es eine Studie des Ifo Instituts nahe. Demnach sei nicht nur die…

    mehr lesen: Mittelmaß bei der Digitalisierung