Den Shared Unified Namespace umsetzen

SharedUnifiedNamespache MPDV Midjourney
Bild: KI-generiert

Beim Unified Namespace (UNS) geht es um die Quelle der Wahrheit, im Fachjargon auch Single Source of Truth genannt. Sie bildet das Fundament , um datengetriebene Entscheidungen treffen zu können. Es handelt sich dabei nicht um ein Produkt, sondern um ein Architekturprinzip, das Datenstrukturen und Zugriffsmethoden vereinheitlicht. Weitet man das Einsatzfeld des UNS über Abteilungs-, Werks- und Unternehmensgrenzen hinweg aus, so spricht man auch von Shared Unified Namespace. Ziel ist in beiden Fällen, alle relevanten Produktionsdaten standardisiert, zentral und auffindbar abzulegen.

Unified Namespace implementieren

Für die Realisierung eines UNS braucht es weder ein spezielles Übertragungsprotokoll wie MQTT noch die zugehörige Broker-Architektur. Entscheidend sind vielmehr die abgestimmte Datenstruktur und eine gemeinsame Semantik. So entsteht das Fundament für eine transparente, effiziente und skalierbare Datennutzung in der Fertigung. Alle Systeme können konsistent und herstellerunabhängig auf dieselben Daten zugreifen. Darin liegt der wesentliche Vorteil eines UNS.

Umsetzung als Integrationsplattform

Wenn der Unified Namespace über eine Integrationsplattform umgesetzt wird, dann entstehen weitere positive Effekte. Eine solche Plattform fungiert als zentrale Datendrehscheibe zwischen unterschiedlichen IT- und OT-Systemen – wie MES, ERP, Maschinensteuerungen und weiteren fertigungsnahen Anwendungen. Dabei harmonisiert die Integrationsplattform ein- und ausgehende Datenströme anhand eines gemeinsamen, semantisch definierten Datenmodells. Über standardisierte Schnittstellen wie Webservices oder Rest-APIs werden die Daten in einem zentralen, strukturierten Namensraum zusammengeführt und bereitgestellt. Alle Produktionsdaten sind so konsistent abrufbar. Ganz im Sinne des Unified Namespace können bestehende Systeme erhalten bleiben, doch der Zugriff auf Daten erfolgt ab sofort nach einheitlichen Regeln. Das senkt Integrationsaufwände und verbessert die Datenqualität und schafft neue Freiräume für Innovation und ganzheitliche Auswertungen.

Der reine Unified Namespace bildet vor allem den aktuellen Zustand der Fertigung ab. Eine Integrationsplattform erweitert dieses Prinzip: Hier werden nicht nur Echtzeitdaten verwaltet, sondern auch historische Daten systematisch gespeichert und zur Verfügung gestellt. So können vergangene Produktionsprozesse, Maschinendaten und Ereignisse jederzeit nachvollzogen, analysiert und für langfristige Auswertungen oder Optimierungen genutzt werden. Eine Integrationsplattform schafft so eine breite zeitübergreifende Datenbasis für die Fertigung.

MarkusDiesnerAutorenportrait
Bild: MPDV Mikrolab GmbH

Vom UNS zum sUNS

Die meisten Mehrwerte ergeben sich, wenn die Integrationsplattform bereits anbieterseitig ein standardisiertes Unified Data Model mitbringt – quasi als semantisches Äquivalent zum UNS. Dann greift das Konzept eines Shared Unified Namespace. Mehrere Werke, Standorte und sogar Unternehmen nutzen die gleichen Datenstrukturen und sparen somit den Aufwand, diese jedes Mal neu zu entwickeln.



  • Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Umsatz in Höhe von 5,8Mrd.€ erzielt. Das ist ein Rückgang von 6,4% gegenüber dem Vorjahresquartal.

    mehr lesen: Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

  • Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Mit einer Kontaktstelle zur Sicherstellung in den Lieferketten hat das Bundeswirtschaftsministerium eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen eingerichtet.

    mehr lesen: Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

  • Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    In der Coronakrise fahren 50 Prozent der deutschen Unternehmen Kurzarbeit, 18 Prozent wollen Jobs abbauen. Das ist das vorläufige Ergebnis der neuesten Umfrage des Ifo-Instituts im April.

    mehr lesen: Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Software-Erweiterung bei Renesas

    Software-Erweiterung bei Renesas

    Renesas Electronics veröffentlicht ein neues Update seines Flexible Software Package (FSP) für die 32Bit-Arm-Cortex-m-Mikrocontroller (MCUs) der RA-Familie.

    mehr lesen: Software-Erweiterung bei Renesas

  • IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    Die IG Metall hat ein Eckpunktepapier verabschiedet, das Betriebsräten bei der Umsetzung von Gesundheitsschutzmaßnahmen im Betrieb unterstützen soll.

    mehr lesen: IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

  • Wo steht die IT-Sicherheit?

    Wo steht die IT-Sicherheit?

    Cyberangriffe nehmen nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in ihrer Raffinesse zu. Allerdings beeinträchtigt der IT-Fachkräftemangel viele Unternehmen bei der Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen.

    mehr lesen: Wo steht die IT-Sicherheit?

  • Manager stellen sich gute Digitalkompetenz aus

    Manager stellen sich gute Digitalkompetenz aus

    Etwa jeder zweite Manager gibt sich die Note ‘gut‘ oder ‘sehr gut‘, wenn es um die eigene Digitalkompetenz geht. Wie die Studie des Bitkom zeigt, ist unter den Befragten jedoch…

    mehr lesen: Manager stellen sich gute Digitalkompetenz aus

  • Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

    Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

    Die Konjunkturlage trübt sich ein. Wie das Wirtschaftsinstitut ZEW mitteilt, rechnen die befragten Finanzexperten jedoch mit einer langfristigen Erholung. Das Niveau von vor der Corona-Krise soll jedoch erst im Jahr…

    mehr lesen: Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

  • Update für Industrie 4.0

    Update für Industrie 4.0

    Den gemeinnützigen Verein SmartFactory KL treibt das Ziel, die Ansätze von Industrie 4.0 verstärkt in der Produktionspraxis zu bringen. Im Rahmen der Initiative wurden deshalb bereits realitätsnahe Lösungen, erste Produkte…

    mehr lesen: Update für Industrie 4.0

  • Jennifer Morgan verlässt SAP

    Jennifer Morgan verlässt SAP

    Co-CEO Jennifer Morgan verlässt SAP Ende April. Wie der Softwarekonzern mitteilt, wird Christian Klein das Unternehmen zukünftig alleine führen.

    mehr lesen: Jennifer Morgan verlässt SAP

  • Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern

    Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern

    Eine Szenarienrechnung des Ifo-Instituts zeigt, dass im Gegensatz zur Finanzkrise 2009 die Wirtschaft aller Bundesländer gleichermaßen vom aktuellen ‘Shutdown‘ betroffen ist.

    mehr lesen: Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern