Boomer und GenZ im Dialog

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Bild: DE Software & Control GmbH

Die Generation der Babyboomer – also die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1950 und 1964 – prägt seit Jahrzehnten den Arbeitsmarkt. Allein in Deutschland umfasst sie rund 13 Millionen Erwerbstätige. Doch nun verabschiedet sich diese Generation zunehmend aus dem Berufsleben und auf die hohe Zahl der ausscheidenden Fachkräfte folgt eine vergleichsweise kleine Nachwuchsgeneration. Die Jahrgänge der 1990er und 2000er können die Lücke rein zahlenmäßig nicht schließen. Diese Generation bringt jedoch wichtige Stärken mit: Sie ist meist digital erfahren, bringt ein hohes Maß an Technologieverständnis mit und ist in der Lage, sich schnell in neue Systeme, Tools und Plattformen einzuarbeiten. Was jedoch oft fehlt, ist betriebliches Erfahrungswissen, das sich die Babyboomer-Generation über Jahrzehnte aufgebaut hat. Die Herausforderung besteht also weniger im Technologietransfer, sondern vielmehr im Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen den Generationen.

Zudem geraten Unternehmen zunehmend unter Druck, weil Stellen zum einen unbesetzt bleiben und zum anderen, weil Erfahrungswissen verloren geht. Besonders gefährlich ist dabei der sogenannte ‚Silent Exit‘. Dabei verlassen erfahrene Fachkräfte das Unternehmen ohne dokumentiertes Wissen, ohne Nachfolger und oft auch ohne strukturierte Übergabe.

Wenn Erfahrung auf Innovation trifft

Oft funktioniert auch die Zusammenarbeit zwischen den Generationen nicht reibungslos und was eigentlich ein fruchtbarer Austausch zwischen Erfahrung und Innovation sein könnte, führt im Arbeitsalltag zu Problemen. ‚Das haben wir immer so gemacht‘ ist eine weit verbreitete Haltung unter erfahrenen Mitarbeitenden – nicht aus Trotz, sondern aus der Überzeugung, dass ihre Methode sich über Jahre bewährt hat. Digitale Tools, Cloud-Anwendungen oder KI-gestützte Assistenzsysteme stoßen hier oft auf Skepsis.

Jüngere Beschäftigte wiederum fühlen sich dadurch womöglich ausgebremst: Wenn sie über ein gutes Gespür für technologische Trends verspüren, keine Berührungsängste mit neuen Systemen haben – ihr Wissen aber selten einbringen dürfen. Statt Prozesse gemeinsam weiterzuentwickeln, erleben sie oft starre Hierarchien, lange Entscheidungswege und Widerstand gegen Veränderungen. Das kann für Frustration und Rückzug sorgen.

Dieser Graben zwischen den Generationen wird in der Praxis kaum thematisiert. Nicht selten bleibt so das Innovationspotenzial junger Talente ungenutzt und das Erfahrungswissen der Älteren isoliert.

Die Initiative BoomerZ will ältere und jüngere Generationen zusammenbringen.
Die Initiative BoomerZ will ältere und jüngere Generationen zusammenbringen. – Bild: DE Software & Control GmbH

BoomerZ als Brückenbauer

An dieser Stelle setzt die Initiative BoomerZ an. Die Idee dahinter ist, das Erfahrungswissen der Babyboomer-Generation zu erhalten, systematisch zu dokumentieren und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass jüngere Mitarbeitende aktiv in den Wandel eingebunden werden – technologisch, kulturell und methodisch. BoomerZ bildet ein strukturiertes Transformationskonzept für die industrielle Arbeitswelt.

Initiator von BoomerZ ist Friedrich Steininger, Managing Director der DE Software & Control. Er sagt: „Ich habe gesehen, dass nicht die Technologie das Problem ist, sondern oft die Kommunikation zwischen den Generationen“, so Steininger. „BoomerZ soll helfen, dieses Missverständnis aufzulösen – nicht mit Theorie, sondern mit konkreten Formaten für den Arbeitsalltag.“

Im Zentrum von BoomerZ steht der Aufbau gemischter Teams, bestehend aus älteren Fachkräften und Nachwuchskräften. Die Älteren bringen ihr Betriebswissen, ihre Maschinenkenntnis, ihre Fehlererfahrung ein – die Jüngeren liefern das methodische und digitale Knowhow, das für moderne Prozesse, Datenanalyse oder Predictive Maintenance notwendig ist.

Ein zentrales Werkzeug der Initiative sind Wissensdialoge: moderierte Gespräche, in denen Fachwissen weitergegeben wird und Arbeitsweisen, Abläufe und Denkstrukturen offengelegt werden. Diese Gespräche werden von der GenZ dokumentiert – per Video, Audio oder in strukturierter Textform – und in firmeneigenen Wissensdatenbanken abgelegt. So wird Knowhow für künftige Generationen verfügbar gemacht.

Begleitet werden die Wissensdialoge durch Schulungen, Change-Workshops und Coaching-Angebote, die gezielt auf die kulturellen Herausforderungen in der Zusammenarbeit eingehen.

BoomerZ verfolgt dabei ein klares Ziel: „Den Fachkräftemangel kann man nicht nur durch neue Rekrutierung lösen, sondern durch bessere Nutzung des vorhandenen Potenzials – quer durch alle Altersgruppen“, sagt Steininger.

Wissen sichern, Zukunft gestalten

Durch die systematische und strukturierte Erfassung von Erfahrungswissen entstehen Wissensressourcen, die sowohl beim Onboarding als auch im Tagesgeschäft unterstützen können. Die digitalisierten und aufbereiteten Inhalte bilden zudem die Basis für Automatisierung und perspektivisch auch für KI-gestützte Anwendungen.

Fachkräftemangel aktiv gestalten

Die Initiative BoomerZ zeigt, wie Unternehmen den Fachkräftemangel aktiv gestalten können. Es geht um strukturierten Wissenstransfer, generationenübergreifende Zusammenarbeit und eine klare Fokussierung auf Digitalisierung. Indem die Stärken beider Generationen miteinander verknüpft werden, entsteht ein neuer Umgang mit Wissen sowie eine neue Kultur des Miteinanders.



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