Basis für termingerechte Ersatzteilversorgung

Die BMW Group ließ am Standort Dingolfing die vorhandene Lagerausstattung erweitern und optimieren - den Auftrag, mit Automatisiertem Kleinteilelager (AKL), intelligenten Materialflüssen und Integration modernster Fördertechnik erhielt der Systemintegrator Inther Group.
Die BMW Group ließ am Standort Dingolfing die vorhandene Lagerausstattung erweitern und optimieren – den Auftrag, mit Automatisiertem Kleinteilelager (AKL), intelligenten Materialflüssen und Integration modernster Fördertechnik erhielt der Systemintegrator Inther Group. – Bild: Inther Group Venray

Für das wachsende Auftragsaufkommen sowie den steigenden Bedarf an schneller, termingerechter Auftragsfertigung und Auslieferung von Ersatzteilen wurden Prozesse und Lagerausstattung am BMW Group Standort Dingolfing optimiert und erweitert – zur Steigerung von Effizienz und Ergonomie bei Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand. Den Auftrag für die Umsetzung eines Gesamtkonzeptes mit automatisiertem Kleinteilelager (AKL), intelligenten Materialflüssen und Integration moderner Fördertechnik erhielt der Systemintegrator Inther Group in Neckarwestheim. Dabei unterstützte der niederländische Hauptsitz in Venray die umfassende Analyse, das Design und die Anlagenplanung im Vorfeld sowie die Projektrealisierung in Dingolfing. Zudem begleitete das Heidelberger Beratungs- und Planungsunternehmen IO das Projekt von der Ausschreibung und Vergabe bis hin zur Realisierung und Endabnahme.

Die Visualisierung der Fördertechnik erfolgt durch die Software Zenon, die durch Inther auf die vorhandenen Anforderungen bei BMW konfiguriert wurde.
Die Visualisierung der Fördertechnik erfolgt durch die Software Zenon, die durch Inther auf die vorhandenen Anforderungen bei BMW konfiguriert wurde. – Bild: Inther Group Venray

80.000 Behälterstellplätze

Als Herzstück der Logistikanlage richtete Inther ein neues hochautomatisiertes viergassiges Kleinteile-Shuttle-Lager (AKL) ein. Mit einer vierfachtiefen Lagerung auf 20 Ebenen bietet das AKL zur Lagerung der Ersatzteile die enorme Kapazität von rund 80.000 Behälterstellplätze. Eingesetzt werden Behälter mit den Maßen 650x450x270mm und einem maximalen Gesamtgewicht von 30kg. „Die Shuttles sind speziell für die Anforderungen der heutigen und zukünftigen Kleinteilelager entwickelt“, sagt Stefan Weisshap, Geschäftsführer Inther Group Deutschland. „Mit seiner vierfachtiefen Lagerung bietet das Shuttle-AKL enorme Kapazität bei kompakter, hochverdichteter Lagerung und die Automatisierung bei der Auslagerung beschleunigt die Zuführung von Waren an die Kommissionierarbeitsplätze.“ Dadurch können bei geringerem Platzbedarf mehr Artikel gelagert und die Durchsatzgeschwindigkeit bei der Auftragsabfertigung gesteigert werden.

Kommissioniert werden die Ersatzteile für den Versand nach einem Pick-by-light-System in Kartons oder Mehrwegbehälter - Kartonaufrichter dienen die vorgefertigten Kartonagen an.
Kommissioniert werden die Ersatzteile für den Versand nach einem Pick-by-light-System in Kartons oder Mehrwegbehälter – Kartonaufrichter dienen die vorgefertigten Kartonagen an. – Bild: Inther Group Venray

Intelligentes Fördertechnikkonzept

Zur Kommissionierung von Versandaufträgen und deren Verpackung wurden Arbeitsplätze für die Kommissionierung und für die Versandverpackung eingerichtet. Daneben wurden drei Arbeitsstationen im Wareneingangsbereich installiert. Für die Vernetzung von AKL und den nach ergonomischen Aspekten konzipierten, höhenverstellbaren Einlager-, Kommissionier- und Packarbeitsplätzen hat Inther ein intelligentes, dynamisches Fördertechnikkonzept inkl. Leerbehälterpuffer umgesetzt. In Umläufen auf speziellen Förderstrecken für Quellbehälter, Zielbehälter und Versandkartons bedient die Fördertechnik die Arbeitsstationen dabei mit einer Geschwindigkeit von 0,8m/sec. Die Kommissionierstationen werden aus dem AKL mit Quellbehältern bedient. Die Stationen sind mit angebundenen Leerbehälterpuffern ausgestattet. Kommissioniert werden die Ersatzteile für den Versand nach einem Pick-by-light-System in Kartons oder Mehrwegbehälter. Kartonaufrichter dienen die vorgefertigten Kartonagen an.

Nach dem Bypass-Prinzip umgesetzt

Entsprechend ist die Fördertechnik auf den Transport beider Ladungsträger ausgelegt. Nach Abschluss der Kommissionierung führt die Fördertechnik die Anbruchbehälter zurück zu den Übergabeplätzen im AKL. Zielbehälter und -kartons gelangen über die Förderstrecke an die vier Packplätze. Die versandfertigen Ladungsträger werden von der Fördertechnik in den Versandbereich geführt. Über automatisierte Gewichtkontrollen in der Förderstrecke wird per Abgleich mit Auftrags- und Stammdaten die korrekte Kommissionierung überprüft. Fehlerhafte Kartons werden an einen NiO-Loop ausgesteuert. Anschließend durchlaufen die Kartons einen Kartonverschließautomaten, Behälter werden gedeckelt bevor abschließend auf der Förderstrecke eine automatische Etikettierung erfolgt. „Die gesamte Fördertechnik ist nach einem Bypass-Konzept erstellt worden“, sagt Weisshap. „Dadurch können sich AKL und alle Stationen bei Bedarf wechselseitig untereinander bedienen, um etwa Rücklagerungen schneller durchzuführen, Staus oder kurzfristige Komponentenstörungen auf der Anlage zu vermeiden beziehungsweise zu umgehen.“

Seiten: 1 2



  • Neue Sicherheitslücken entdeckt und geschlossen

    Neue Sicherheitslücken entdeckt und geschlossen

    Am Patch-Tag (13.04.2021) hat Microsoft zwei kritische Sicherheitslücken geschlossen, die lokal installierte Instanzen von Exchange 2013, 2016 und 2019 betreffen. Diese Sicherheitslücken ermöglichen das Ausführen von beliebigem Programmcode auf einem…

    mehr lesen: Neue Sicherheitslücken entdeckt und geschlossen

  • Torsten Hartinger verstärkt Geschäftsführung bei Solid System Team

    Torsten Hartinger verstärkt Geschäftsführung bei Solid System Team

    Das Systemhaus Solid System Team wird von einer Doppelspitze geleitet. Neben Werner Heckl ist seit 1. April auch Torsten Hartinger mit der Geschäftsführung betraut.

    mehr lesen: Torsten Hartinger verstärkt Geschäftsführung bei Solid System Team

  • Materialise erwirbt Kaufoption für 3DLink

    Materialise erwirbt Kaufoption für 3DLink

    Materialise erwirbt Kaufoption von MES-Anbieter Link3D. Mögliche Übernahme könnte den Weg zum cloudbasierten Zugriff auf die 3D-Druck-Software-Plattform von Materialise ebnen.

    mehr lesen: Materialise erwirbt Kaufoption für 3DLink

  • The State of Industrial Cybersecurity

    The State of Industrial Cybersecurity

    Trend Micro beauftragte das unabhängige Marktforschungsinstitut Vanson Bourne mit der Durchführung einer Online-Umfrage unter 500 IT- und OT-Fachleuten in den USA, Deutschland und Japan. Daraus ging hervor, dass mehr als…

    mehr lesen: The State of Industrial Cybersecurity

  • Lenkungskreis unter neuem Vorsitz

    Lenkungskreis unter neuem Vorsitz

    Frank Possel-Dölken (Phoenix Contact) ist neuer Vorsitzender des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0. Er übernimmt das Amt von Frank Melzer (Festo).

    mehr lesen: Lenkungskreis unter neuem Vorsitz

  • Maschinen- und Anlagenbau rechnet mit Produktionsplus

    Maschinen- und Anlagenbau rechnet mit Produktionsplus

    Der VDMA hat die Produktionsprognose für das laufende Jahr angehoben. War der Verband bisher von einem Zuwachs von 4 Prozent ausgegangen, so rechnet man nun mit einem Produktionsplus von 7…

    mehr lesen: Maschinen- und Anlagenbau rechnet mit Produktionsplus

  • Der monetäre Wert produktions- und produktbezogener Daten

    Der monetäre Wert produktions- und produktbezogener Daten

    xyzWieviel sind Daten wert? Welche Daten sind für die Effizienzsteigerung der Produktion, die Qualitätssteigerung der Produkte oder neue Geschäftsmodelle für die produzierende Industrie und ihre Dienstleistungen von Nutzen und wie…

    mehr lesen: Der monetäre Wert produktions- und produktbezogener Daten

  • Produktionserwartungen legen zu

    Produktionserwartungen legen zu

    Die Auftragsbücher der deutschen Industrieunternehmen füllen sich und die Produktion nimmt zu. Laut Ifo-Konjunkturumfrage liegen die Produktionserwartungen im März sogar auf dem höchsten Stand seit 1991.

    mehr lesen: Produktionserwartungen legen zu

  • Vinci Energies eröffnet Security Operations Center

    Vinci Energies eröffnet Security Operations Center

    Mit dem Security Operations Center will Vinci Energies Cybersecurity-Spezialisten vernetzen. Die Eröffnung ist für das zweite Halbjahr 2021 vorgesehen.

    mehr lesen: Vinci Energies eröffnet Security Operations Center

  • Auftragseingang wächst im Februar zweistellig

    Auftragseingang wächst im Februar zweistellig

    Plus 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr haben die deutschen Maschinen und Anlagenbauer in Ihren Auftragsbüchern verzeichnet. Dabei kamen besonders aus dem Ausland mehr Aufträge.

    mehr lesen: Auftragseingang wächst im Februar zweistellig

  • Industrie 4.0 beschäftigt jeden Produzenten

    Industrie 4.0 beschäftigt jeden Produzenten

    IoT-Plattformen, 3D-Druck und 5G gewinnen an Bedeutung Aktuell nutzen vier von zehn Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern IoT-Plattformen, mit denen Daten von Geräten, Maschinen und Anlagen an zentraler Stelle zusammengeführt und…

    mehr lesen: Industrie 4.0 beschäftigt jeden Produzenten

  • Beschäftigte wollen neue Skills erlernen

    Beschäftigte wollen neue Skills erlernen

    Low-Code/No-Code-Entwicklungen bieten Potenzial für Industrieunternehmen. Dadurch wird Software-Programmierung auch Mitarbeitern zugänglich, die nicht über tiefes Fachwissen verfügen. Mendix hat in einer Studie untersucht, wie es um den Low-Code/No-Code-Ansatz in Deutschland…

    mehr lesen: Beschäftigte wollen neue Skills erlernen