Augmented Reality in der Baugruppenfertigung
Die digitale Erweiterung für menschliche Bediener

Das Funktionsprinzip
Eine Augmented-Reality-Technologie trägt man genauso, wie man auch eine Brille trägt. Ein computergesteuertes Display generiert in der Ansicht ein Bild, das sich mit dem Bild in der realen Welt überlappt. Dieses zeigt dieselben digitalen Arbeitsanweisungen, die auf den interaktiven Monitoren zu sehen waren, sie werden aber direkt über das Blickfeld eines Bedieners gelegt. Ein Bediener muss nun nicht mehr von seiner Arbeit aufschauen, um sich die Anweisung anzusehen, sondern sie befindet sich genau vor ihm, zusammen mit der Möglichkeit einer animierten Unterweisung. Das Auslesen eindeutiger Produkt- oder Materialkennungen stellt keinerlei Schwierigkeit mehr da, denn AR-Technologien können Barcodes in Sekundenbruchteilen auslesen. Die Bediener können über eine Spracherkennung mit dem System interagieren.
Sprungbrett in die Praxis
Um AR-Technologien in die Baugruppenfertigung zu bringen, muss die Hardware indessen vereinbar mit dem industriellen Arbeitsalltag zu tragen sein und die (MES)-Software die AR-Daten zur Verfügung stellen können. Die Bereitstellung dieser Daten sollte mit möglichst wenig spezifischen Anpassungen oder Datenaufbereitung erfolgen können. Für den Einsatz dieser Technologie sprechen einmal die gewonnene Flexibilität der Mitarbeiter, wenn sie ihre Arbeit ohne den Blick zur Werkerfühung erledigen können. Außerdem der Aspekt der Rückverfolgbarkeit, da sich jeder Schritt mit Bildern oder sogar einem Video dokumentieren lässt.
Begünstigte Einsatzfelder
Die Annahme der AR-Technologie könnte in komplizierten Umgebungen beginnen. Etwa wenn traditionelle Arbeitsplätze aus Platzgründen nicht untergebracht werden können, oder großformatige komplexe Baugruppen den kontinuierlichen Einsatz beider Hände erfordern. Montagearbeiten mit häufigen Rüstwechseln, besonders zwischen ähnlichen Produktvarianten oder bei denen Rückverfolgbarkeit geboten ist, sind auch Schlüsselbereiche für eine frühe Adaption von AR-Technologie. Langfristig könnte sie aber in allen Fertigungsumgebunden zum Standard avancieren.
Die Stunde der Bediener
Lange schon ringen die Automatisierer darum, dass ihre Technik mit den steigenden Bedürfnissen einer flexiblen Massenproduktion mithalten kann. Durch Augmented Reality könnte der Bediener die Messlatte erneut verschieben. In unerreicht hoher Flexibilität könnte er mittels AR dynamisch zugeteilte Aufgaben in vielen Bereichen der Fabrik erledigen, ohne spezifische Fachkenntnisse erlernt zu haben. Voraussetzung dafür ist, dass sich Arbeitsanweisungen für die AR-Endpunkte im Vergleich zu einer terminalbasierten manuellen Montagestation schnell und flexibel genug erstellen lassen.






































