Asset Management: Prävention statt Reaktion

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Bild: ©Vladimir Batishchev/ shutterstock.com

Für viele Industrieunternehmen wird die instandhaltung zu einer Herausforderung. Während Maschinen und Anlagen oft über Jahrzehnte hinweg betrieben werden, fehlen in vielen Betrieben klare Prozesse zur Verwaltung dieser ‚Installed Base‘. Fehlende Transparenz, unzureichende Dokumentation und der Verlust von Erfahrungswissen durch den Ruhestand erfahrener Mitarbeiter erschweren den Betrieb. Hinzu kommen wachsende regulatorische Anforderungen und ein steigender Wettbewerbsdruck.

Ohne eine strukturierte Verwaltung können ungeplante Stillstände, hohe Folgekosten und aufwendige Audits die Folge sein. Kritische Dokumente sind nicht verfügbar, Wartungen erfolgen oft reaktiv und notwendige Ersatzteile fehlen im entscheidenden Moment. Hier hilft ein strategisches Installed Base Management, das Maschinen-, Wartungs- und Servicedaten digital bündelt.

Kosten reaktiver Instandhaltung

Reaktive Instandhaltung kann für Unternehmen finanzielle Belastungen mit sich bringen. Die direkten Kosten umfassen etwa Notfallreparaturen. Zudem steigen die Materialkosten, wenn beispielsweise Komponenten über Expresslieferungen bestellt werden müssen. Produktionsausfälle verursachen Umsatzeinbußen, insbesondere wenn kritische Maschinen unerwartet stillstehen und Lieferverpflichtungen nicht eingehalten werden können. Auch die Arbeitskosten durch etwaige Überstunden von Technikern steigen. Laut einer ABB-Studie aus dem Jahr 2024 betragen die durchschnittlichen Kosten ungeplanter Stillstände in der Industrie weltweit rund 116.000 Euro pro Stunde, in Deutschland sogar durchschnittlich 147.000 Euro pro Stunde.

Indirekte Kosten entstehen durch eine geringere Effizienz der Anlagen, denn ungeplante Wartungen gehen oft mit einer schlechteren Leistung oder höherem Energieverbrauch einher. Auch steigt die Unfallgefahr, wenn Mitarbeiter unter Zeitdruck Reparaturen durchführen oder improvisierte Lösungen anwenden müssen. Zudem können Unternehmen mit häufigen Störungen oder Unfällen höhere Versicherungsprämien zahlen. Langfristig kann eine unzuverlässige Instandhaltung auch zu unzufriedenen Kunden führen.

Was kann eine Installed Base-Verwaltung?

Eine Installed Base-Management ermöglicht es Unternehmen, ihre Maschinen und Anlagen systematisch zu erfassen und zu verwalten. Dies verspricht folgende Effekte:

  • Proaktive Wartung: Wartungspläne können auf Basis vollständiger Maschinendokumentationen optimiert werden. Probleme werden frühzeitig erkannt und geplant behoben.
  • Effiziente Auditierung: Wichtige Dokumente sind jederzeit verfügbar. Audits können schneller und einfacher durchlaufen werden.
  • Optimierte Ersatzteilversorgung: Unternehmen haben einen besseren Überblick über benötigte Ersatzteile.
  • Wissenssicherung: Wartungshistorien und Servicedokumentationen bleiben erhalten.

Die Software dahinter

Der Ansatz des Installed Base Managements setzt auf Technologien, die Maschinen- und Wartungsinformationen zentral erfassen, organisieren und nutzbar machen. CMMS-Software (Computerized Maintenance Management Systems) ermöglicht eine vollständige Erfassung des Maschinenparks, von Wartungsplänen bis hin zu Ersatzteilverfügbarkeiten. Ergänzend dazu bieten mobile Anwendungen und IoT-Integrationen Servicetechnikern die Möglichkeit, Maschinendaten in Echtzeit abzurufen und Instandhaltungsmaßnahmen effizienter durchzuführen.

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