Advanced Planning and Scheduling
„Mit APS wird die Feinplanung adaptiv und realistisch“

Was genau meinen Sie mit Flexibilität in diesem Fall?
Strebel: Fedra ist stand-alone-fähig. Das heißt, unsere APS-Lösung kann unabhängig von anderen Systemen zur Planung in der Fertigung eingesetzt werden. Damit eignet sich Fedra einerseits für Unternehmen, die eine reine Software zum Planen einführen möchten. Andererseits ist das APS-System auch voll integrierbar, denn sie basiert auf unserer Plattformlösung, der Manufacturing Integration Platform, kurz MIP. Nutzer der MIP können aus einer Vielzahl sogenannter Manufacturing Apps (mApps) mit unterschiedlichen Funktionen auswählen und diese flexibel miteinander kombinieren. Alle Funktionen von Fedra sind als mApps auf der MIP verfügbar. Je nach Bedarf können Anwender entscheiden, welche Funktionen sie einsetzen möchten. Durch die Interoperabilität der Plattform lassen sich die einzelnen APS-mApps flexibel untereinander kombinieren. So wird die Fertigungsplanung einfach, dynamisch, realistisch und adaptiv.
Petzel: Hinzu kommt, dass Fedra besonders einfach zu bedienen ist und sich in Kombination mit einem System wie einem ERP-System oder einem MES wie Hydra betreiben lässt. Durch den Austausch zwischen den Systemen lassen sich Informationen wie Maschinenstatus oder Auftragslage bei der Planung berücksichtigen. So haben Anwender jederzeit den Gesamtüberblick.
Fedra verfügt über verschiedene Funktionen zur Personaleinsatzplanung. Welcher Ansatz wurde dabei verfolgt?
Strebel: Mit Fedra können Unternehmen ihre Auftragsplanung mit der Personalplanung in Einklang bringen. Das System berücksichtigt beispielweise, welche Personalbedarfe durch die abzuarbeitenden Aufträge oder zu belegenden Arbeitsplätze entstehen. Zudem werden in die Planung die verfügbaren Personalkapazitäten sowie Qualifikationen der Mitarbeiter einbezogen. So lässt sich sicherstellen, dass die richtigen Ressourcen zur richtigen Zeit verfügbar sind und alle Aufträge pünktlich abgearbeitet werden können.
• Funktionen aus Campaign Planning unterstützen dabei, Rüstaufwände durch eine festgelegte Reihenfolge der Arbeitsgänge zu reduzieren.
• Durch den Einsatz von Connected Production Planning lassen sich mehrere Arbeitsgänge parallel auf einem Arbeitsplatz planen, um eine höhere Maschinenauslastung zu erzielen.
• Setup Optimized Planning ermittelt belegungsabhängige Rüstzeiten und hilft bei der Reihenfolgeoptimierung. Dadurch wird die Planung in der Regel realistischer, bei sinkenden Rüstaufwänden.
• Über die Funktionalität Individual Verified Planning lassen sich individuelle Fertigungsvorgaben bei der Planung berücksichtigen.
• Mittels Operation Splitting lassen sich Lücken im Planungsszenario schließen.
• Cross Order Planning bildet auftragsübergreifende Abhängigkeiten in der Fertigungsplanung ab und steigert die Planungssicherheit.
• Durch Multiple Ressource Mapping lässt sich überprüfen, ob die Maschine oder der Arbeitsplatz ausreichend Kapazität bietet, um die zu planenden Arbeitsgänge abzuarbeiten. Damit ist auch eine Mehrfachbelegung von Ressourcen möglich.
Auf welche Art von Fertigungsunternehmen oder Branchen ist das APS-System zugeschnitten?
Petzel: Fedra kann branchenübergreifend eingesetzt werden. Hierbei spielt es keine Rolle, ob das Unternehmen ein Kampagnenfertiger oder Serienfertiger ist, ob kleine Losgrößen oder große Losgrößen produziert werden. Fedra soll alle Anforderungen der unterschiedlichen Branchen und Fertigungen abdecken. Auch bei diesem Produkt bleiben wir unserer Strategie treu, für alle Branchen und Unternehmensgrößen Lösungen mit Mehrwert schaffen zu wollen.
Welche Strategie steht hinter der Entscheidung, Fedra auf Ihrer Fertigungsplattform anzubieten?
Strebel: Das Fedra auf Basis der MIP läuft und aus mApps besteht, war natürlich eine bewusste Entscheidung für die Zukunft. Denn eine integrative Plattform wie die MIP ist Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit von IT-Lösungen in der Smart Factory. Neben dem APS Fedra und unserem etablierten MES Hydra profitieren auch die IT-Lösungen von Felten, die seit Mitte 2019 Mitglied der MPDV-Gruppe sind – aber auch viele andere Partner von der Interoperabilität der MIP. Die Plattform integriert IT-Lösungen aller Art und beliebiger Hersteller zu einem Ökosystem. Die Feinplanung lässt sich also mit jedem anderen System koombinieren. Genau das brauchen Anwender für eine Smart Factory und das macht IT-Lösungen wie das APS Fedra zukunftsfähig.
• AI Planning integriert den KI-Ansatz Reinforcement Learning in die automatische Fertigungsplanung. Das System hinterfragt dabei vom Planer getroffene Entscheidungen und sucht selbstständig auf Basis dieses Wissens zunehmend nach besseren Planungsergebnissen. Ziele der KI-optimierten Planung bleiben: Aufträge pünktlich abarbeiten, Rüstzeiten verringern und Durchlaufzeiten verkürzen.
• Mit Rule Designed Planning können Unternehmen die Regeln zur automatischen Planung selbst festlegen oder auf vorgegebene Standardregeln für die Planung zurückgreifen. So lässt sich beispielsweise festlegen, dass zuerst die Arbeitsaufträge mit der kürzesten Laufzeit bearbeitet werden sollen oder die mit der höchsten Priorität.
• Target Designed Planning ermöglicht eine zielgetriebene, an Kennzahlen orientierte, automatische Planung.
• Mit Simulation lassen sich verschiedene Planungsszenarien miteinander vergleichen, ohne in den Produktivbetrieb einzugreifen.






































