USA bleiben Technologieführer

313773 Oleksii AdobeStock 248929405
Bild: ©Oleksii/stock.adobe.com

Die USA bleiben im Technologiesektor führend, obwohl China bereits seit 2019 mehr Patent Cooperation Treaty (PCT) Patente anmeldet. Das zeigt eine Analyse des ZEW Mannheim und der Goethe Universität Frankfurt gemeinsam mit der IÉSEG School of Management Paris. Chinas Fokus auf möglichst viele Patentanmeldungen hat demnach nicht zu Erfindungen mit großer globaler Wirkung geführt. Zudem sei China laut Studie stärker von Technologien aus anderen Regionen abhängig. Das Land werde somit den USA die Technologieführerschaft nicht abnehmen. Die Grundlage der Analyse zur technologischen Souveränität von Europa, den USA, China, Japan und Korea bildeten Daten aus dem System des PCT.

„Die aktuellen globalen Ereignisse sind eine Herausforderung für China. Das Land hat zwar bei Anzahl und Einfluss von Erfindungen große Fortschritte gemacht, ist aber immer noch abhängig von anderen Regionen und Akteuren“, sagt Prof. Dr. Philipp Böing, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich ‚Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik’. „Für Europa ist es innovationspolitisch erstrebenswert, mit führenden Technologienationen wie den USA, Japan und Korea zu kooperieren und dennoch Abhängigkeiten zu reduzieren. Dabei sollte die Politik sich auf die Förderung von Schlüsseltechnologien konzentrieren, in diesen Bereichen hat sich Europa bereits Vorteile erarbeitet. Gleichzeitig sollte eine zukünftige Abhängigkeit Europas von chinesischen Innovationen vermieden werden“.

Die ZEW-Studie untersucht im Zeitraum über die Jahre 2000 bis 2020 die Zahl der Patenanmeldungen im PCT-System, das von der Weltorganisation für geistiges Eigentum der Vereinten Nationen verwaltet wird und ermöglicht, geistiges Eigentum in bis zu 157 Ländern gleichzeitig zu schützen. Laut Analyse hat die Nutzung des Systems erheblich zugenommen, von 97.414 Anmeldungen im Jahr 2000 auf 254.008 Anmeldungen im Jahr 2020. Dieses Wachstum wird in hohem Maße von ostasiatischen Ländern beeinflusst. Wobei China seit 2019 an der Spitze der PCT-Anmeldeländer steht. Dabei zeigt sich einer Verlagerung der Innovationstätigkeit vom Westen nach Ostasien: Während im Jahr 2000 noch mehr als drei Viertel der PCT-Anmeldungen aus den USA und Europa stammten, nahm die westliche Dominanz in den folgenden zwei Jahrzehnten allmählich ab. Im Jahr 2020 stammten mehr als die Hälfte der weltweiten PCT-Anmeldungen aus China, Japan und Korea.

Da der tatsächliche Einfluss von Erfindungen nicht leicht zu beobachten ist, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Maß entwickelt, das Zitationen der Patente aus internationalen Suchanfragen (International Search Report, ISR) während PCT-Anmeldungen in den Jahren 2000 bis 2017 verwendet. Im Ergebnis zeigt sich, dass Patente aus den USA häufiger und Patente aus China seltener zitiert werden. Japanische und koreanische Patente werden dagegen anfangs etwas stärker zitiert als die europäischen, verlieren jedoch im Laufe der Zeit an Bedeutung. US-Patente erhalten nicht nur mehr ISR-Zitationen, sondern haben auch in allen geografischen und technologischen Bereichen einen stärkeren Einfluss.

„Obwohl China seinen bilateralen Einfluss in den 2010er Jahren verbessert hat, ist sein jüngster Wachstumstrend ähnlich wie von den USA und Europa, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Unsere Ergebnisse deuten also nicht darauf hin, dass China im Begriff ist, die USA zu überholen“, sagt Ko-Autorin Prof. Dr. Elisabeth Müller von der IÉSEG School of Management Paris.



  • Econ Solutions bezieht neuen Standort

    Econ Solutions bezieht neuen Standort

    Um mehr Kundennähe sowie eine engere Zusammenarbeit mit dem Mutterunternehmen MVV Energie zu ermöglichen hat Econ Solutions einen neuen Standort eröffnet.

    mehr lesen: Econ Solutions bezieht neuen Standort

  • KIT-Expertin: „Cyberangriffe nehmen zu, Schutzmaßnahmen werden besser“

    KIT-Expertin: „Cyberangriffe nehmen zu, Schutzmaßnahmen werden besser“

    Vor 40 Jahren kam die erste E-Mail in Deutschland an. Heute werden täglich rund 350 Milliarden Mails versendet – auch durch Cyberkriminelle. Professorin Melanie Volkamer, Expertin für IT-Sicherheit vom Karlsruher…

    mehr lesen: KIT-Expertin: „Cyberangriffe nehmen zu, Schutzmaßnahmen werden besser“

  • Bitkom zum Inkrafttreten des AI Acts

    Bitkom zum Inkrafttreten des AI Acts

    Nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt am 12. Juli tritt am 1. August der AI Act in Kraft. Der Bitkom sieht jedoch noch viele Fragen ungeklärt.

    mehr lesen: Bitkom zum Inkrafttreten des AI Acts

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Wie Unternehmen mit Ausbildung den Fachkräftemangel bekämpfen wollen

    Wie Unternehmen mit Ausbildung den Fachkräftemangel bekämpfen wollen

    In Deutschland fehlen Fachkräfte. Ein Weg, um die Lücken zumindest ein bisschen zu schließen: Selbst ausbilden. Besonders gefragt ist Nachwuchs in MINT-Berufen. Wie aus einer Studie des Instituts der deutschen…

    mehr lesen: Wie Unternehmen mit Ausbildung den Fachkräftemangel bekämpfen wollen

  • Capgemini-Studie zeigt Potenziale für Bio-Engineering in der Industrie

    Capgemini-Studie zeigt Potenziale für Bio-Engineering in der Industrie

    Nahezu alle Industrie-Unternehmen befassen sich laut einer Capgemini-Studie mit Bio-Engineering. Die Mehrheit der befragten Organisationen plant demnach sogar Investitionserhöhungen für Biotechnologie. Ein zentrales Motiv: mehr Nachhaltigkeit.

    mehr lesen: Capgemini-Studie zeigt Potenziale für Bio-Engineering in der Industrie

  • Smart Factory Week startet Mitte September

    Smart Factory Week startet Mitte September

    Die Smart Factory Week von MPDV geht vom 16. bis 19. September 2024 in die vierte Runde. Das Online-Event richtet sich an Einsteiger und Nutzer digitaler Fertigungsprozesse und Management Execution…

    mehr lesen: Smart Factory Week startet Mitte September

  • Neuer Managing Director Germany bei Commvault

    Neuer Managing Director Germany bei Commvault

    Seit Juli hat die Commvault Systems einen neuen Management Director für Deutschland. Frank Dehne folgt in dieser Position auf Peter Kayi.

    mehr lesen: Neuer Managing Director Germany bei Commvault

  • BSI entwickelt Folgemaßnahmen als Reaktion auf weltweite IT-Ausfälle

    BSI entwickelt Folgemaßnahmen als Reaktion auf weltweite IT-Ausfälle

    Nach den weltweiten IT-Störungen am 19. Juli 2024 hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Gespräch mit den Software-Unternehmen Crowdstrike und Microsoft erste Maßnahmen entwickelt, um vergleichbare…

    mehr lesen: BSI entwickelt Folgemaßnahmen als Reaktion auf weltweite IT-Ausfälle

  • Forschende gehen technologiebezogenen Verschwörungstheorien auf den Grund

    Forschende gehen technologiebezogenen Verschwörungstheorien auf den Grund

    Wissenschaftler der Universitäten Paderborn und Göttingen untersuchen in einer Studie, wie technologiebezogene Verschwörungstheorien zustande kommen und welche Auswirkungen diese haben können.

    mehr lesen: Forschende gehen technologiebezogenen Verschwörungstheorien auf den Grund

  • B-Human erneut beim RoboCup erfolgreich

    B-Human erneut beim RoboCup erfolgreich

    Das Team B-Human der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) errang bei der RoboCup-Weltmeisterschaft in Eindhoven den Titel – und das bereits zum elften Mal.

    mehr lesen: B-Human erneut beim RoboCup erfolgreich

  • Fehlende Transparenz in der Software-Lieferkette gefährdet NIS-2-Compliance

    Fehlende Transparenz in der Software-Lieferkette gefährdet NIS-2-Compliance

    Unternehmen kämpfen noch mit den Cybersicherheitsanforderungen der neuen NIS-2-Richtlinie. Laut einer aktuellen Studie von BlackBerry scheint die Software-Lieferkette ein entscheidender Faktor dafür zu sein.

    mehr lesen: Fehlende Transparenz in der Software-Lieferkette gefährdet NIS-2-Compliance