Mithilfe von Steckbriefen lassen sich die für das Produktmanagement ausgewählten Methoden kurz und knapp für alle Beteiligten zusammenfassen. Wichtig ist, dass die Steckbriefe leicht zugänglich sind – beispielsweise über das Intranet. Bild: MHP
Produktwert im Fokus
Um die Profitabilität im Fertigungsunternehmen in den Fokus von Verbesserungsinitiativen zu rücken, kann schon früh angesetzt werden. Zum Beispiel, indem der Wert der Produkte aktiv gestaltet wird. Dazu müssen zunächst die Fragen geklärt werden, welchen Wert das Produkt aktuell besitzt und wo es sich im Wettbewerb verorten lässt. Informationen hierzu liefern beispielsweise Wertanalysen oder Benchmarks. Darüber hinaus gilt es herauszufinden, wie sich das Unternehmen im Markt aufstellen möchte. Geht es darum, bestehende Märkte auszubauen, neue Märkte zu erschließen oder neue Produkte einzuführen? Hinweise darauf ergeben sich in der Regel unmittelbar aus der Unternehmensstrategie. Beeinflussen lässt sich der Wert eines Produktes etwa über zwei Stellhebel: Erstens können Erzeugnisse präziser auf die bereits existierenden Anforderungen der Kunden angepasst werden. Das führt dazu, dass ausschließlich Kosten für Produktmerkmale entstehen, die dem Nutzer einen unmittelbaren Wert bieten und für die er daher bereit ist, den Preis zu zahlen. Zweitens lässt sich mit Innovationen der Wert eines Produktes erhöhen, wenn damit Anforderungen adressiert werden, die dem Kunden bis dahin noch nicht bewusst waren.
Passgenaue Methodenwahl
Wenn die Strategie für das Produktkostenmanagement ausformuliert und die Handlungsfelder definiert sowie priorisiert sind, lassen sich daraus die Prozesse und die unterstützenden Methoden ableiten. In vielen Unternehmen wird es beispielsweise darum gehen, einen Prozess für eine durchgängige und abteilungsübergreifende Angebotskalkulation aufzusetzen und mit den angrenzenden Abläufen zu verbinden. Dafür ist etwa zu definieren, wie und in welchem Umfang die Kalkulation eingebunden wird oder ob die Preisfindung direkt im Anschluss an die Kalkulation stattfindet. Zudem sollte eine Methode ausgewählt werden, nach der sich die Angebote im gesamten Unternehmen kalkulieren lassen. Welche Prozesse und Methoden im Einzelfall zum Einsatz kommen, hängt also von der Strategie des jeweiligen Unternehmens ab.

Im Bild: Bernd Schröder, Associated Partner bei MHP im Bereich Product Lifecycle Management. Bild: MHP
Kompetitiver Unternehmenstyp
Ein Beispiel für die Einführung von Zielen und Methoden lässt sich anhand eines kompetitiven Unternehmenstyps beschreiben. Unternehmen mit dieser Zielsetzung haben es sich zur strategischen Aufgabe gemacht, ihre Position im Wettbewerb zu verbessern, indem sie sich stärker an Markt und Kunden orientieren, die Einführungszeiten für neue Produkte verkürzen, die Wettbewerbsfähigkeit steigern und die Zusammenarbeit im Unternehmen fördern. Das sind Handlungsfelder, die sich vor allem mit fünf Methoden unterstützen lassen: der Wettbewerbsanalyse zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, das Target Costing zur Verbesserung der Markt- und Kundenorientierung, der Make or Buy-Analyse zur Steuerung der Herstellkosten, der Lieferantenentwicklung für mehr Produktqualität und Lieferfähigkeit und das Projektmanagement zur Förderung der Zusammenarbeit.
Die richtige Technologie einführen
In der letzten Phase auf dem Weg zu umfassendem Produktkostenmanagement gilt es, die technologischen Voraussetzungen einzurichten. Dabei wird es in den meisten Fällen darum gehen, zunächst für eine einheitliche, verlässliche und aktuelle Datenbasis zu sorgen. Das wiederum bedeutet, das Product Lifecycle Management- (PLM) und das Enterprise Resource Planning-System (ERP) mithilfe von Schnittstellen eng miteinander zu verzahnen, um so einen ungehinderten Datenfluss zu ermöglichen sowie Redundanzen und Datenschiefstände zu vermeiden. Informationen aus beiden Systemen können dann von einem Produktkostenmanagement-Werkzeug gesammelt, zusammengeführt und zu Kennzahlen verdichtet werden. Welches Werkzeug am besten geeignet ist, hängt von der jeweiligen Situation im Unternehmen und den strategischen Zielen ab. Wichtig ist dabei zumeist, dass Software standardisierte Dateiformate wie Excel-Tabellen oder DB-Dateien aus Wettbewerbsanalysen verarbeiten kann. Ergänzend zur Produktostenmanagement-Anwendung können noch weitere Werkzeuge integriert werden, die jeweils auf einzelne Methoden zugeschnitten sind. Hier gilt es, die Prozesse und die daraus resultierenden Anforderungen vor der Systemauswahl klar zu beschreiben und mit den am Markt verfügbaren Systemen abzugleichen.






































