Mobile Lösungen als Effizienzfaktor

Ein weiterer Trend, der sich bei Wartung und Instandhaltung im Umfeld des Maschinen- und Anlagenbaus immer mehr abzeichnet, ist der Einsatz von mobilen Lösungen. Endgeräte wie Tablet-PC spielen bereits heute schon bei vielen Unternehmen der Branche eine wichtige Rolle. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Einsatz ‚tragbarer IT‘ dabei helfen kann, Abläufe zu beschleunigen und Fehler zu vermeiden: Im besten Fall erhält der Servicetechniker vor Ort alle notwendigen Kundeninformationen, Wartungs- und Maschinendaten wie Prüfbereiche und -kriterien, Konstruktionspläne, Reparaturanleitungen, Seriennummern von Bauteilen oder Garantievereinbarungen direkt auf sein Tablet übermittelt. Damit hat er alle Informationen gebündelt und in Originalfassungen vorliegen. Er muss weder den Serviceauftrag noch andere Dokumente im Vorfeld ausdrucken oder bearbeiten. Ist die Wartung beim Kunden durchgeführt, bestätigt der Servicetechniker per Knopfdruck den Auftrag und eine Bestätigung wird online an das beispielsweise in Europa befindliche Servicezentrum des Maschinenherstellers geschickt. Dort lässt sich die Rechnung sofort erstellen und an den Kunden übermitteln.

Schnelle Reaktion für hohe Anlagenverfügbarkeit

In den meisten Fällen ergibt bereits dies eine Zeitersparnis von mehreren Tagen. Und mit jeder weiteren Wartung multipliziert sich diese dementsprechend. Ein weiteres Szenario: Ein Servicetechniker entdeckt bei einer Routinewartung ein Bauteil, das einen erheblichen Verschleiß aufweist und im Schadensfall den Stillstand der Maschine zu Folge hätte. Nutzt er ein mobiles Endgerät, kann er sich darüber in das IT-System seiner Firma einloggen und prüfen, ob ein entsprechendes Ersatzteil auf Lager ist. In diesem Fall kann er sofort bestellen, eine schnelle Lieferung auslösen und somit einen Produktionsausfall vermeiden. Auch hier bedeutet die Zeit- auch gleichzeitig eine Kostenersparnis.

Virtuelle Welten im Umfeld der Werkhalle

Noch einen Schritt weiter gehen Unternehmen, die neue Technologien wie Augmented Reality einsetzen. Die computergenerierte Darstellung von Informationen in Form von Bildern oder Videos ist gerade im Produktionsumfeld für die meisten Betriebe noch reine Zukunftsmusik, sie wird sich aber voraussichtlich ihren Platz in der Geschäftswelt erobern. Zu klar sind die Vorteile, die sie verspricht – gerade auch im Servicebereich.

Ein zukünftiges Szenario könnte wie folgt aussehen: Lanzhou, Hauptstadt der chinesischen Provinz Gansu. Die Wartung einer Maschine zur Herstellung von Metallzylindern steht an. Der Servicetechniker stellt ein Problem in der Hydraulik fest. Da ihm die notwendigen Kenntnisse fehlen, setzt er eine mit Augmented-Reality-Technik ausgestattete Servicebrille auf. Diese übermittelt ein Bild oder ein Video der Anlage an einen Konstrukteur in Deutschland, der direkten Zugriff auf eine Wissensdatenbank hat. Dieser spielt die notwendigen Hinweise zurück in das Sichtfenster der Brille. Aufgrund dieser Informationen ist der Techniker in der Lage, bestimmte Steuereinheiten neu zu justieren.

Solche Szenarien könnte in wenigen Jahren Realität werden. Ein ähnlich arbeitendes Augmented-Reality-System, das für die Unterstützung von Servicearbeiten auf die CAD-Daten des Maschinenanbieters zugreift, hat beispielsweise das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE bereits Ende 2011 in Form eines Prototypen vorgestellt.

Globalisierung als Triebfeder

Immer mehr lässt sich beobachten, dass durch die globale Arbeitsteilung auch im Servicebereich neue Herausforderungen an Geschäftsmodelle und Technologien von Maschinenbauern und Industriedienstleistern ergeben. Auf Software-Seite stehen für zahlreiche, daraus resultierende Anforderungen Lösungen bereit – das reicht von der Vernetzung der Systeme von Herstellern, Partnern, Lieferanten und Kunden bis zum Herstellen einheitlicher Datenstrukturen. Gleichzeitig entwickeln sich die Service-Ansätze weiter – nicht zuletzt durch die steigende Forderung nach mehr Effizienz und Mobilität. Nach und nach steuert die Industrie darauf zu, dass Serviceangebote als Ergänzung zum Produkt zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor werden. Unternehmen sind daher gut beraten, sowohl die technische Entwicklung im Auge zu behalten, als auch deren Auswirkung auf ihre Service-Geschäftsmodelle.