Kick-off im Parallelbetrieb
Die Implementierung der Lösung begann im Hauptwerk in Mainz in einem Pilotprojekt. Für die standortübergreifende Erfassung der Verbrauchsdaten mit U160X-Summenstationen von Gossen Metrawatt entwickelte Flowchief einen passenden Treiber. Mit ihm werden neben Onlineverbrauchsdaten auch Archivwerte, Systemdaten und Buskenndaten zur Überwachung der Infrastruktur erfasst. Die vollständige Messinfrastruktur wurde parallel zum Bestandssystem auf das EMS gekoppelt. „Der Parallelbetrieb war die ideale Grundlage, um e-Gem zu testen sowie Anwender und IT-Administratoren auf der neuen Anwendung zu schulen“, sagt Christian Fink, leitender Produktmanager bei Flowchief. Sobald sich herausgestellt hatte, dass die Lösung zuverlässig arbeitet, wurde die Bestandslösung Zug um Zug durch die neue ersetzt. Nach der erfolgreichen Migration in Mainz wurden sukzessive weitere Werke und Standorte über das Schott-WAN an das System angebunden.
Datenanalyse weiterhin auch mit Excel
Arbeitsgebiete wie Energieplanung, Spitzenlastoptimierung, Abrechnung und technische Dienste greifen laufend auf die Daten der EMS-Anwendung zurück und nutzen sie für ihre Aufgaben. Dabei konnten bestehende Analysetools durch ein an die Anforderungen von Schott angepasstes Excel-Plug-In beibehalten werden.
Zur Verbesserung motivieren
Inzwischen arbeiten deutschlandweit etwa 50 Mitarbeiter von Schott mit dem Werkzeug und greifen über einen Standard-Browser darauf zu. Die IT-Administration im Konzern kann die Lösung selbst verwalten und jedem Mitarbeiter, der mit deren Daten arbeiten muss, einen Zugang einrichten. Da auch sensible Daten vorgehalten werden, mussten früher viele Anwender vom Zugang ausgeschlossen werden. Heute lassen sich die Rechte so festlegen, dass jeder Nutzer auf die Daten zugreifen kann, die er für seine Aufgabe benötigt. Der geräteunabhängige Zugriff, der auch für mobile Geräte genutzt werden kann, eröffnet darüber hinaus neue Möglichkeiten. „Für die Mitarbeiter, die bisher keinen Echtzeit-Zugriff hatten, ist die durch e-Gem geschaffene Transparenz beim Energieverbrauch die denkbar beste Motivation, um Verbesserungspotenzial in ihrem Anlagenteil aufzuspüren“, sagt Kretschmer.
Versorgerdaten erfassen
Eine Lösung für Energiedatenmanagement ist kein fertiges Produkt, sie muss fortlaufend an neue Anforderungen angepasst werden. Seit dem Projektstart im Jahr 2013 sind zahlreiche neue Komponenten hinzugekommen. Das aktuelle Vorhaben ermöglicht das Einlesen der Lastgänge, die vom Energieversorgungsunternehmen per E-Mail übermittelt werden. Auch hierfür entwickelte der EMS-Hersteller einen Treiber, der die erforderlichen Informationen aus alphanumerischen Daten im branchenüblichen MSCONS-Format exportiert und sie im System abbildet. Die Auswertung ermöglicht den Abgleich der intern erfassten Daten mit den vom Versorger in Rechnung gestellten Verbrauchsdaten. Künftig soll eine integrierte Reporting-Funktion Berichte für Dritte automatisiert erstellen und via E-Mail versenden und so die Energie-Teams weiter entlasten.
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