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In allen Produkten der Gerflor Mipolam GmbH wird der Glanz der Bodenbeläge getestet und Fehler markiert. Bild: Opdenhoff Technologie GmbH

Eine Tür zur Industrie 4.0 öffnen

Der Einsatz der produktionsnahen Lösung sollte nicht nur zur Modernisierung der Prozesse, sondern auch zur Steigerung der Produktivität beitragen. Dafür nutzt das Unternehmen insbesondere die Analysemöglichkeiten der Funktionen und Prozesse innerhalb des Systems. Zudem verfügt die Lösung über rollenbasierte Zugriffsberechtigungen sowie anlagenspezifische Programmansichten, die Mitarbeiter an den Bedienstationen nutzen und der Sicherheit im Fertigungsumfeld zuträglich sind. Klinger fügt hinzu: „Auch der Datenaustausch auf dem neuesten Stand der Technik war für uns sehr wichtig und wurde mit der Integration einer neuen 2D Barcode-Technologie realisiert“. So wird im Betrieb bereits beim Anlegen des Auftrags jeder Prozessschritt gespeichert und kann durch Scannen der Mitarbeiter eingesehen werden. Diese können per Handbewegung Informationen abrufen und hinterlegen. Dabei empfiehlt das MES automatisch die nächsten Schritte – die Fehlerquote in der Produktion konnte so deutlich reduziert werden.

Gleichzeitig werden die Mitarbeiter entlastet, da die manuelle Eingabe relevanter Daten automatisiert erfolgt. „Die Software ebnet den Weg in Richtung Industrie 4.0, da die Informationen direkt am Objekt gespeichert werden. Die Plausibilität des Systems führt dazu, dass auf dem Weg vom Rohstoff zum Bodenbelag nichts schiefgehen kann und alles zurückzuverfolgen ist“, schildert der IT-Leiter. Rohstoffverwaltung, Lagerorte, Warenein- und ausgang, Inventarfunktion sowie eine umfassende Produktauswertung zählen zu den genutzten Funktionalitäten bei dem Fertigungsbetrieb. Sollte es zu einer Störung in der Produktion kommen, greift ein Notfallkonzept: Mithilfe der Datasync-Funktion der MES-Lösung lässt sich die autarke und dezentrale Abarbeitung der Aufträge organisieren – die Aufgaben der Teilanlagen können bei einer Störung von einer anderen Station übernommen werden. Für den unterbrechungsfreien Betrieb der Anlagen wurde des Weiteren eine automatische Speicherung relevanter Informationen eingerichtet, ohne dabei auf die Unterstützung eines Servers zurückzugreifen.

Automatisierte Verwaltung von Recycling-Beständen

In der Praxis dient das System vom ersten Produktionsschritt an als Entscheidungshilfe. Etwa bei dem Thema Nachhaltigkeit: „Wir verfügen über eine Recyclingquote von 95 Prozent – vermeintliche Abfälle, wie sie beispielsweise beim Schleifen des Belages oder auch beim Zuschneiden der Ränder entstehen, werden bei uns wiederverwertet“, schildert der Produktionsleiter. Diese Recyclingbestände sind im MES erfasst. Steht ein Auftrag an, in dem diese Materialien verwendet werden können, schlägt das System die empfohlene Menge vor. Aufgrund der Zusammenlegung der Betriebsdatenerfassung und des Logistiksystems wurden darüber hinaus zeitliche Vorteile realisiert. Dabei ist nach Auffassung der Produktions- und IT-Leiter noch immer Luft nach oben. „Unsere Kernprozesse sind zwar abgedeckt, jedoch erkennen wir weiteres Potenzial. Um zukunftsfähig zu bleiben, werden wir nach und nach neue Prozessoptimierungen anstoßen“.