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Verschiedene Arten des Ladungsträgermanagements im Vergleich: Anders als in dezentralen Mehrwegsystemen
können in zentral geführten Systemen der Behälterbestand präziser beziffert und Schwund sowie Beschädigungen
leichter zurückverfolgt werden. Untersucht wurden die unterschiedlichen Herangehensweisen im durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten IGF-Vorhaben 17285 N von der Forschungsgruppe Bundesvereinigung Logistik e.V. am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML.
Bild: Fraunhofer IML

Voraussetzungen für die Systemeinführung definieren

Eine Zielsetzung entsprechender Projekte kann sein, die Transparenz und Synchronisation hinsichtlich Bestand und Ladungsträgerbewegungen zu erhöhen. Weiterhin lässt sich durch eine nutzungszeitabhängige Entgeltabrechnung bereits die Umlaufdauer senken. Um die Verwaltung des Systems möglichst effizient zu gestalten, sollten keine separaten Erfassungsprozesse für das Ladungsträgermanagement eingeführt werden müssen, sondern der zusätzliche Informationsbedarf bereits in vorhandene Erfassungsprozesse integriert werden. Weiterhin sollte die Adaption bestehender Enterprise Resource Planning-Systeme (ERP) auf ein Minimum beschränkt werden. Eine Rückverfolgbarkeit auf Ladungsträgerebene kann erst realisiert werden, wenn die Behälter mit einer eindeutigen und statischen Identifikationsnummer ausgestattet werden. Die Nummer der Versandeinheit kann dies in der Regel nicht leisten, da sie nur temporär vergeben und auf einem Etikett kodiert am Ladungsträger befestigt ist.

Zur Synchronisierung der Bestände sowie der Abbildung von Ladungsträgerbewegungen bietet sich außerdem der Einsatz eines zentralen Systems an. Um den Zugriff von verschiedenen Standorten zu unterstützen, eignen sich insbesondere cloud- oder web-basierte Ladungsträgermanagement- Systeme (LTMS). LTMS lassen sich häufig über standardisierte Datenschnittstellen an ERP-Systeme anbinden, eine manuelle Anpassung ist dann nicht notwendig. Die führenden Systeme erhalten in der Regel von aktuellen LTMS nur jene Informationen, die erwartet und verarbeitet werden können.

Anwendungstypische Funktionsweise und Nutzen

Der Vorgang innerhalb eines LTMS beginnt häufig im Warenausgang des Senders: Dort wird die ID des Ladungsträgers erfasst und mit der vom ERP-System genutzten Nummer der Versandeinheit ‘verheiratet’, womit eine Etikettierung entfällt. Der Lagerrechner sendet Daten an das ERP-System und LTMS, die unter anderem die Informationen enthalten, welcher Teilnehmer den Buchungsvorgang durchführt. Ladungsträger-ID und die Nummer der Versandeinheit werden übermittelt und im LTMS verknüpft. Außerdem ermöglicht ein gesendeter Zeitstempel die Berechnung der Nutzungsdauer, die zwischen der Eingangsbuchung im Wareneingang und der Ausgangsbuchung im Warenausgang gemessen wird. Der Empfänger des Ladungsträgers erfasst die Ladungsträger-ID und sendet diese inklusive seiner Teilnehmernummer und Zeitstempel an das LTMS. Dieses fragt die zugehörige Nummer der Versandeinheit ab und liefert diese wiederum an das ERP-System des Empfängers.

Das vorgestellte Konzept erfasst Bewegungen auf Ladungsträgerebene systemübergreifend und zentral bei jedem Zu- und Abgang. Zum einen kann auf dieser Datenbasis die Position des Ladungsträgers nachvollzogen werden. Zum anderen kann die Ladungsträgerflusshistorie für einzelne Ladungsträger abgespeichert werden. Diese Informationen können als Grundlage genommen werden, um beispielsweise die durchschnittliche Umlaufanzahl zu berechnen. Anhand dieser Daten lässt sich oftmals eine Reduktion des Sicherheitsbestandes realisieren, ohne den Produktionsprozess zu gefährden. Durch die nutzungszeitabhängige Entgeltabrechnung kann der Ladungsträgerkreislauf beschleunigt und Bestände können reduziert werden. Erfahrungen aus der Praxis haben zudem gezeigt, dass nach der Einführung eines LTMS ergebnislose Diskussionen zwischen den Lieferpartnern über den Verbleib der Behälter der Vergangenheit angehören. Dabei bleibt das im Hintergrund arbeitende Ladungsträgermanagementsystem in den operativen Verbuchungsprozessen unsichtbar und erfordert keinen zusätzlichen Erfassungsaufwand.