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Energieeffizienz ist bei der stromhungrigen Aluminiumproduktion ein signifikanter Wettbewerbsvorteil. IT-Lösungen können dabei helfen. Bild: Fotolia / mady70

Einbindung der Mitarbeiter für höhere Akzeptanz

Entschließt sich ein Unternehmen, ein elektronisches Schichtbuch einzusetzen, sollten die Mitarbeiter von Beginn an in das Projekt eingebunden sein. Optimalerweise sollten Verantwortliche und Bediener bereits bei der Erstellung des Pflichtenheftes, welches die Grundlage der Lösung darstellt, mit ihren praktischen Erfahrungen einbezogen werden. Dies erhöht nicht nur die Wirksamkeit eingesetzter Lösungen, weil mögliche Schwachstellen bereits im Vorfeld erkannt werden, sondern kann auch dazu beitragen, die Akzeptanz gegenüber erforderlichen Veränderungsprozessen zu steigern.

Neben der Know-how-Unterstützung für den Erhalt eines störungsfreien und somit energieeffizienten Betriebsablaufs kann die Berücksichtung von Mitarbeiterrückmeldungen zudem dazu beitragen, dass die Bediener motivert werden, sich stärker in laufende Bemühungen zur Prozessoptimierung einzubringen. Nachteilig ist hingegen, wenn Mitarbeiter die Prozessprotokollierung als Kontrolle begreifen und nicht als ein Werkzeug, um dem Unternehmen arbeitsplatzsichernde Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Rückverfolgbarkeit – ein zentraler Baustein

Die Software kann auch einen Beitrag zur Rückverfolgung leisten: Produktionsereignisse, Prozessdaten und Qualitätsdaten werden nach Zugehörigkeit zu Auftrag beziehungsweise Charge dokumentiert. Damit stehen die Informationen – zum Beispiel bei Reklamationen – für die Rückverfolgung zur Verfügung.

Im Gegensatz zur reinen Erfassung auf Auftragsebene, Arbeitsgangebene und Materialebene erfolgt die Erfassung und Auswertung auf Prozessschrittebene. Durch diese Verknüpfung mit etwa Chargieren, Anfahrphase oder Abfahrphase lässt sich eine hohe Granularität der Auswertungen erreichen. Auch Energiewerte lassen sich in Prozessschritten ausweisen.

Diese detaillierte Erfassung kann auch zur Unterstützung von Energiemanagementsystemen eingesetzt werden: Die so ermittelten Informationen unterstützen die Entwicklung, Einführung und Steuerung von Optimierungsansätzen. Die Erfahrung aus entsprechenden Projekten zeigt, dass sich in der Regel so ein Sparpotential von zwei bis fünf Prozent der Energiekosten erschließen lässt.

Diagnose ist nur der erste Schritt

Der Wettbewerb um Marktanteile erfolgt auf der Prozessebene. Angesichts globaler Märkte müssen Unternehmen alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um Kosten zu senken und Produktionsabläufe so effizient wie möglich zu gestalten. Dabei stellt der Einsatz entsprechender Software eine mögliche Stellschraube dar. Allerdings kann Software weder direkt Kosten einsparen noch für eine energieeffiziente Produktion sorgen. Software kann immer nur Optimierungsansätze aufzeigen und Handlungsempfehlungen geben. Erst wenn diese in den Unternehmen berücksichtigt und auch umgesetzt werden, kommt es tatsächlich zu Verbesserungen.