Optimistische Aussichten für den Maschinenbau in Indien

Auftragsbestand und erwartete Auftragseingänge in Indien
Auftragsbestand und erwartete Auftragseingänge in Indien – Bild: VDMA e.V.

Indien wird für deutsche und europäische Maschinenbaufirmen zunehmend attraktiv und die dort bereits tätigen Unternehmen beurteilen ihre Geschäftsaussichten aktuell sehr optimistisch. Dieses Bild ergibt sich aus der aktuellen Geschäftsklimaumfrage des VDMA unter seinen in Indien tätigen Mitgliedsunternehmen, die im April durchgeführt wurde. Sie zeigt ein weiterhin stabiles Konjunkturbild, auch wenn sich die Geschäftslage seit der letzten Umfrage im Oktober leicht abgeschwächt hat.

Überwiegend positive Geschäftslage in Indien

An der VDMA-Umfrage haben sich mehr als 100 Tochterunternehmen von Maschinen- und Anlagenbaufirmen in Indien beteiligt. Von diesen bewerteten 35 Prozent die Geschäftslage als gut und 60 Prozent als zumindest zufriedenstellend. Lediglich 5 Prozent gaben hier eine schlechte Lageeinschätzung ab. Das Gesamtergebnis der Geschäftslage fällt damit zwar etwas schlechter aus als vor einem halben Jahr, als 48 Prozent der Befragten die Geschäftslage als gut, 49 Prozent als zufriedenstellend und nur 3 Prozent als schlecht bewerteten. Dennoch bleibt die Lage überwiegend positiv. Der aktuelle Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen liegt bei 31Prozent und damit weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt (25 Prozent) seit Beginn der Erhebungen im Frühjahr 2017.

Insbesondere der Inlandsmarkt wird von den VDMA-Mitgliedern in Indien positiv eingeschätzt. Der Gesamtauftragsbestand und die Erwartungen an die zukünftigen Auftragseingänge werden deutlich positiver bewertet als die Auftragseingänge aus dem Ausland. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) rechnet mit steigenden Auftragseingängen in den kommenden Monaten. Die Auftragseingänge aus dem Ausland, nehmen laut Umfrage dagegen nur bei 38 Prozent der Befragten weiter zu.

Baumaschinenbranche in Indien profitiert von öffentlichen Investitionen

Bei der Betrachtung der Teilbranchen zeigt sich ein differenziertes Bild. Vor allem die Bau- und Bergbaumaschinenbranche verzeichnen aufgrund der robusten öffentlichen Investitionen der indischen Regierung eine besonders positive Geschäftslage. Die Textilmaschinenindustrie in Indien hingegen verzeichnete eine eher unterdurchschnittliche Geschäftslage. Dies ist in erster Linie auf den weltweiten konjunkturellen Abschwung in der Textilindustrie zurückzuführen. Finanzielle, geopolitische und andere länderspezifische Herausforderungen belasteten das Konsumklima weltweit und führten zu einem Rückgang der Exporte der indischen Textilindustrie im Jahr 2023.

Nur wenige Befragte melden Hemmnisse bei Geschäftsaktivitäten

Zur Frage nach der Behinderung der Geschäftstätigkeit gaben nur 17 Prozent der Unternehmen an, dass dies der Fall sei. Das am häufigsten genannte Hemmnis waren ‚andere Faktoren‘, wobei hier häufig der extreme Preiswettbewerbsdruck, insbesondere durch asiatische Hersteller, genannt wurde. Auch die Stärke des Euro bzw. des Dollars gegenüber der Rupie spielt hier eine wesentliche Rolle. „Tochtergesellschaften im Ausland beziehen häufig Schlüsselkomponenten aus dem Stammhaus in Europa. Bei einer schwachen Rupie verteuern sich diese Importe für die Niederlassung in Indien“, erläutert Dr. Wiechers. Mit 8 Prozent folgt der Mangel an Aufträgen, im internationalen Vergleich ist dies jedoch ein sehr geringer Anteil. Engpässe auf der Angebotsseite, wie z.B. ein Mangel an Rohstoffen oder Vorprodukten oder längere Lieferzeiten, werden von den Unternehmen in der Breite kaum noch wahrgenommen. Vereinzelt sehen sich die Unternehmen jedoch mit Herausforderungen in der Lieferkette konfrontiert, da Handelsschiffe nach wie vor das Rote Meer und den Suezkanal umfahren.

Optimismus und Expansionspläne prägen Zukunftsaussichten

Für die kommenden Monate erwarten 62 Prozent der Befragten eine Verbesserung der Geschäftslage, ausgehend von einem bereits recht guten Niveau. Nur 2 Prozent erwarten eine Verschlechterung, die restlichen 36 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus. Rajesh Nath, Geschäftsführer des VDMA in Indien, erläutert: „Die positive Stimmung spiegelt das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Indiens und das Potenzial des Lands als attraktiver Absatzmarkt für Maschinen und Anlagen wider. Darüber hinaus wird die Expansion der indischen Industrie nicht nur den heimischen Bedarf besser decken, sondern das Land auch als alternativen und verlässlichen Partner auf dem Weltmarkt festigen.“

Auch die VDMA-Mitglieder vor Ort sind von einer steigenden Nachfrage überzeugt. Mehr als die Hälfte der Befragten (59 Prozent) produziert bereits in Indien. Davon wollen wiederum 72 Prozent ihre Produktionskapazitäten ausbauen. Und von den 41 Prozent, die noch keine eigene Fertigung vor Ort haben, denkt immerhin knapp ein Drittel (32 Prozent) darüber nach, dies in Zukunft zu tun.



  • Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

    Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

    Im vergangenen Jahr haben 76 Prozent der Unternehmen Rechenleistung aus der Cloud in Anspruch genommen. Dies geht aus einer Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG hervor.

    mehr lesen: Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

  • Maschinenbauer zuversichtlich für die Zeit nach Corona

    Maschinenbauer zuversichtlich für die Zeit nach Corona

    Die überwiegende Zahl der Maschinenbauer ist zuversichtlich, mittelfristig auf das nominale Umsatzniveau von 2019 zurückzukehren. So lautet die Kernbotschaft der sechsten VDMA-Blitzumfrage zur Corona-Pandemie, an der 658 Unternehmen teilnahmen.

    mehr lesen: Maschinenbauer zuversichtlich für die Zeit nach Corona

  • Google Cloud tritt der OPC Foundation bei

    Google Cloud tritt der OPC Foundation bei

    Google Cloud wird künftig verstärkt OPC UA nutzen, um Maschinendaten zur Verarbeitung an die eigene Infrastruktur zu übertragen. Dafür tritt die Firma der OPC Foundation als 773. Mitglied bei.

    mehr lesen: Google Cloud tritt der OPC Foundation bei

  • Zukünftig weniger Dienstreisen?

    Zukünftig weniger Dienstreisen?

    Wie aus der aktuellen Ifo-Konjunkturumfrage hervorgeht, will mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen — vor allem aus der Industrie — im Zuge der Coronakrise Geschäftsreisen dauerhaft zurückfahren.

    mehr lesen: Zukünftig weniger Dienstreisen?

  • Besser aus der Krise kommen

    Besser aus der Krise kommen

    Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind groß, dennoch birgt die aktuelle Krise auch positives. Laut einer Umfrage des VDI führt die aktuelle Situation dazu, dass sich Unternehmen digitaler und krisenfester…

    mehr lesen: Besser aus der Krise kommen

  • Zukunftssicherheit im deutschen Maschinenbau

    Zukunftssicherheit im deutschen Maschinenbau

    Die Maschinenbau-Branche leidet unter den Folgen von Covid-19. Doch die Ursachen für die Probleme liegen tiefer. Das zeigt die jüngste Studie von Inform: ‚Trendreport 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau:…

    mehr lesen: Zukunftssicherheit im deutschen Maschinenbau

  • BMW und Mercedes-Benz legen Entwicklungskooperation auf Eis

    BMW und Mercedes-Benz legen Entwicklungskooperation auf Eis

    BMW und Mercedes-Benz stoppen ihre Kooperation zur Entwicklung automatisierter Fahrzeuge. Die Entwicklung einer gemeinsamen Technologiebasis wäre zu aufwendig, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Auch die Konjunktur spiele bei der…

    mehr lesen: BMW und Mercedes-Benz legen Entwicklungskooperation auf Eis

  • Corona bremst Robotik und Automation stärker als erwartet

    Corona bremst Robotik und Automation stärker als erwartet

    VDMA Robotik+Automation rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent. Vor Ausbruch der Pandemie ging der Verband von einem Rückgang von 10 Prozent aus.

    mehr lesen: Corona bremst Robotik und Automation stärker als erwartet

  • Schmersal-Gruppe nach Cyberangriff wieder handlungsfähig

    Schmersal-Gruppe nach Cyberangriff wieder handlungsfähig

    Der Anruf kam am 20. Mai um 16.45 Uhr: Die Schmersal-Gruppe wurde von offizieller Seite informiert, dass Cyberkriminelle einen gezielten Angriff auf das Firmennetzwerk planen. Nach einer Verifikation des Anrufs…

    mehr lesen: Schmersal-Gruppe nach Cyberangriff wieder handlungsfähig

  • Gemeinsamer Standard für unterschiedliche Ortungslösungen

    Gemeinsamer Standard für unterschiedliche Ortungslösungen

    Ein Zusammenschluss von rund 60 Unternehmen aus Europa, Amerika und Asien hat mit ‘Omlox‘ einen Ortungsstandard für die Industrie eingeführt. Die weltweie Koordination wird durch die Profibus Nutzerorganisation übernommen.

    mehr lesen: Gemeinsamer Standard für unterschiedliche Ortungslösungen

  • Kleinserienproduktion für die Elektromobilität

    Kleinserienproduktion für die Elektromobilität

    Im Forschungsprojekt ‘ProeK‘ haben die Projektpartner untersucht, wie sich die Produktion von Kleinserien bei Elektrofahrzeugen verbessern lässt. Beteiligt waren u.a. Elektrofahrzeughersteller und Forschungspartner wie das WZL der RWTH Aachen.

    mehr lesen: Kleinserienproduktion für die Elektromobilität

  • Erwartungen an Konjunktur im Juni steigen

    Erwartungen an Konjunktur im Juni steigen

    Insgesamt steigen die Erwartungen an die Konjunktur für den Monat Juni 2020, haben die Volkswirte beim ZEW ermittelt. Viele exportorientierte wie der Maschinen- und Fahrzeugbau teilen diese positive Einschätzung noch…

    mehr lesen: Erwartungen an Konjunktur im Juni steigen