Mit Edge AI Datenschutz und Energieeffizienz verbessern

Chat with AI or Artificial Intelligence technology. Man touching chatting virtual with an intelligent artificial intelligence asks for the answers he wants. Smart assistant futuristic Chatbot
Bild: ©Supatman/stock.adobe.com

Ziel von Edge AI ist es, Daten möglichst dort zu verarbeiten und zu analysieren, wo sie entstehen, also nahe am Endgerät. Da die Daten so nicht an Rechenzentren übertragen werden müssen, können die KI-Systeme schneller reagieren. Die Daten von Personen oder Unternehmen verbleiben zudem bei den Nutzenden. Dies eröffnet überall dort Einsatzmöglichkeiten, wo ein Betrieb in Echtzeit wünschenswert ist und sensible Daten verarbeitet werden müssen – etwa Gesundheitsdaten in der Medizin oder wertvolle Unternehmensdaten. Die Whitepaper-Autoren geben jedoch zu bedenken, dass Edge AI-Systeme auf vielen Endgeräten unter Umständen mehr Angriffsflächen für Cyberattacken bietet als ein gut geschütztes Rechenzentrum.

Aktuell dominieren die großen generativen KI-Modelle die öffentliche Diskussion. Sie basieren auf immer größeren zentral verarbeiteten Datenmengen und immer höheren Rechenkapazitäten. Zudem ist ihr Energieverbrauch hoch: Ein Bildgenerator benötigt beim Erstellen eines Bildes etwa so viel Energie wie für das Aufladen eines Handyakkus notwendig ist. Edge AI muss hingegen mit einer sehr begrenzten Rechenleistung und Speicherkapazität auf dem Endgerät auskommen und daher besonders energieeffizient arbeiten. Die Autorinnen und Autoren des Whitepapers erachten diese Beschränkungen sowohl als Herausforderung für die Entwicklung als auch als Chance, da sie Treiber für ressourcenschonende KI-Innovationen seien.

Ein Baustein, um Herausforderungen zu bewältigen

Edge AI sei ein technologischer Baustein, um Herausforderungen wie den Klimawandel, digitale Souveränität oder die Energieversorgung zu bewältigen, heißt es im Whitepaper. So können Edge AI-basierte Stromzähler zu einer stabilen Versorgung mit erneuerbaren Energien beitragen. Sensoren in Recyclinganlagen können mithilfe der Technologie Wertstoffe im Abfall erkennen. Unternehmen ermöglicht die Technologie, unabhängiger von Cloud-Anbietern zu agieren, da Datenströme an der Quelle verarbeitet werden.

„Die genannten Vorteile öffnen eine Vielzahl von Potenzialen gerade in deutschen Leitindustrien wie Automobil, Maschinenbau und Medizintechnik. Auch wenn es bereits Erfolge vorzuweisen gibt, so nutzen wir das verfügbare Potenzial aber bei weitem noch nicht aus. Die Gestaltung der Netze, das Trainieren der Netze, die Übersetzung der Netze und die Hardware-Architekturen zur Berechnung der Netze werden weitgehend unabhängig betrachtet. Eine holistische Herangehensweise ist notwendig, um eine leistungsstarke Edge AI-Technik bereitzustellen“, sagt Wolfgang Ecker, Distinguished Engineer bei Infineon Technologies und Mitglied der Arbeitsgruppe Technologische Wegbereiter und Data Science der Plattform Lernende Systeme, „Und ebenso müssen Technik und Anwendungen gemeinsam betrachtet werden. Nur mit dem Wissen der Anwendung können die Edge AI-Maschinen effizient gestaltet werden und im Gegenzug können nur mit dem Wissen der Leistungsfähigkeit der Edge AI-Technik neue Anwendungen entwickelt werden.“

Transfer in die Praxis stärken

Die Kombination aus technologischem Wissen, Expertise in den ansässigen Industriezweigen und Erfahrung in der Entwicklung physischer Produkte mache Deutschland und Europa zu einem idealen Standort, um das Potenzial von Edge AI auszuschöpfen, so die Autorinnen und Autoren des Whitepapers. Allerdings lässt sich die Software für eine bestimmte Hardware meist nicht einfach auf ein anderes Endgerät übertragen. Zudem fehlen Expertinnen und Experten für das Hardware-Design. Beides bremst den Einsatz von Edge AI in der Praxis. Die Autorinnen und Autoren empfehlen, Plattformen zu entwickeln, auf denen Basisbausteine für Edge AI bereitgestellt werden, die je nach Bedarf an die verschiedenen Branchen angepasst werden können. Dies setzt eine entsprechende Standardisierung voraus. Auch sollte die Forschung zu ressourcenschonender Datenverarbeitung innerhalb der Grenzen der Endgeräte vorangetrieben werden.

Das Whitepaper steht hier zum Download zur Verfügung



  • 6 Steuertipps für Unternehmen

    6 Steuertipps für Unternehmen

    Aufgrund der Corona-Krise wurde eine Reihe von Steuergesetzen zugunsten von Unternehmen geändert. So können vor allem KMU unter anderem von Sonderabschreibungen, einer Verlängerung der Frist für den Investitionsabzugsbetrag sowie von…

    mehr lesen: 6 Steuertipps für Unternehmen

  • In fünf Phasen gegen Hacker

    In fünf Phasen gegen Hacker

    Angriffe mit Ransomware sind weit verbreitet und laut einer TÜV-Rheinland-Umfrage sehen sich rund 30 Prozent der darin Befragten Sicherheitsexperten, nicht ausreichend gegen eine solche Attacke gerüstet.

    mehr lesen: In fünf Phasen gegen Hacker

  • Ende 2021 wieder auf Vorkrisenniveau

    Ende 2021 wieder auf Vorkrisenniveau

    Die zweite Corona-Welle hat den Wirtschaftsaufschwung des Sommers ausgebremst, doch die Entwicklung mehrerer Impfstoffe macht Hoffnung: So geht die Konjunkturprognose des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) davon aus, dass das…

    mehr lesen: Ende 2021 wieder auf Vorkrisenniveau

  • Umfrage unter Deutschlands Ingenieuren 

    Umfrage unter Deutschlands Ingenieuren 

    Die deutschen Ingenieure blicken skeptisch auf das Jahr 2021. In einer Befragung des VDI Wissensforums gibt mehr als die Hälfte der befragten Ingenieure an, dass sich die Auftragslage im eigenen…

    mehr lesen: Umfrage unter Deutschlands Ingenieuren 

  • Neuer Westeuropachef bei Universal Robots

    Neuer Westeuropachef bei Universal Robots

    Andrea Alboni leitet seit dem 1. Dezember die Region Westeuropa für Universal Robots (UR). Damit übernimmt Alboni die Führung in einem der nach Unternehmensangaben wichtigsten Absatzmärkte von UR.

    mehr lesen: Neuer Westeuropachef bei Universal Robots

  • Blick in die Zukunft ist zuversichtlicher

    Blick in die Zukunft ist zuversichtlicher

    Mit einem Plus von 16 Punkten sind die ZEW-Konjunkturerwartungen im Dezember auf 55 Index-Punkte gestiegen. Die aktuelle Lage wird jedoch schlechter eingeschätzt als im Vormonat.

    mehr lesen: Blick in die Zukunft ist zuversichtlicher

  • Warenstau im Reich der Mitte

    Warenstau im Reich der Mitte

    Warentransporte von China nach Europa sind derzeit mit deutlich höheren Kosten als verbunden, als noch vor einigen Wochen. Containerschiffe sind ausgebucht, in der Luftfracht fehlen Kapazitäten und Waggons für Bahntransporte…

    mehr lesen: Warenstau im Reich der Mitte

  • Dassault Systèmes übernimmt alle Anteile von NuoDB

    Dassault Systèmes übernimmt alle Anteile von NuoDB

    Um die Weiterentwicklung seiner 3DEexperience-Plattform im Bereich Cloud und Data Science voranzutreiben, hat Dassault Systèmes das US-Unternehmen NuoDB übernommen.

    mehr lesen: Dassault Systèmes übernimmt alle Anteile von NuoDB

  • Modulare Sicherheit für modulare Produktionsanlagen

    Modulare Sicherheit für modulare Produktionsanlagen

    Die Industrie 4.0-Inititative SmartFactory-KL hat ein Whitepaper zur Absicherung von modularen Produktionsanlagen veröffentlicht. Die Grundlage für das Papier bildet ein ebenfalls modular aufgelegtes Safety-Konzept, das seit 2018 entwickelt wird.

    mehr lesen: Modulare Sicherheit für modulare Produktionsanlagen

  • Mehr Budget für mehr Digitalisierung

    Mehr Budget für mehr Digitalisierung

    Die Digitalisierung von Prozessen ist die Nummer-1-Priorität, wenn es um den Einsatz des IT-Budgets geht. Knapp die Hälfte im Rahmen einer Capgemini-Studie befragten Unternehmen will die Budgets im kommenden Jahr…

    mehr lesen: Mehr Budget für mehr Digitalisierung

  • Maschinen- und Anlagenbau trotzt der Krise

    Maschinen- und Anlagenbau trotzt der Krise

    Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau werden das Krisenjahr 2020 mit deutlichen Minusraten abschließen, die aber nicht so heftig ausfallen, wie erwartet. „Für nicht wenige Betriebe dürfte dieses Jahr im…

    mehr lesen: Maschinen- und Anlagenbau trotzt der Krise

  • Software AG und Re‘Flekt arbeiten zusammen

    Software AG und Re‘Flekt arbeiten zusammen

    Im Rahmen einer Partnerschaft wollen die Software AG und Re‘Flekt eine gemeinsame IoT & AR-Lösung auf den Weg bringen.

    mehr lesen: Software AG und Re‘Flekt arbeiten zusammen