Automatische Datenerfassung

Maschinendaten werden automatisch erfasst. Hierzu werden am Anfang der Linie Stückzahlen mit variabler Teiligkeit erfasst, sobald eine Rohplatte entsteht. Dabei richtet sich die Teiligkeit nach der Anzahl der fertigen Platten, die aus diesem Rohling entstehen sollen. Einfacher gesagt: Sollen aus einem Rohling später acht Platten entstehen, so wird mit der Abtrennung eine offene Menge von acht erfasst. Am Ende der Linie werden die fertigen Platten einzeln gezählt und als Gutmenge erfasst. Sowohl die Einsatzmenge als auch die Gutmenge werden an den Shop Floor-Terminals direkt an der Linie angezeigt, um die Mitarbeiter in Echtzeit über den Auftragsfortschritt zu informieren. Zudem erfolgt eine auftragsbezogene Rückmeldung der erfassten Gutmengen an das führende ERP-System. Gleichzeitig wird je Palette ein Materiallos in Hydra generiert, welches als Eingangsmaterial für den nächsten Verarbeitungsschritt genutzt wird. Neben der Mengenerfassung übergeben die Fertigungslinien auch Statusmeldungen, aus denen Hydra den Maschinenstatus generiert: Produktion oder Störung.

Qualität beim Produzieren sichern

Bereits während der Herstellung werden die Rohplatten und die daraus entstehenden Produkte mehrfach auf ihre Qualität geprüft. Bei dieser fertigungsbegleitenden Werkerselbstprüfung nimmt der Mitarbeiter ein Teil und prüft bis zu zehn Merkmale wie Abmessungen und Farbauftrag. Die Aufforderung zur Prüfung erfolgt in der Endfertigung in vorgegebenen Zeitintervalls. Werden diese Werte am Shopfloor-Terminal eingegeben, prüft sie das System auf Plausibilität.

Der Faktor Mensch

Seit Anfang 2013 nutzt OWA auch Hydra-Funktionen zur Personalverwaltung. Angefangen mit der Personalzeiterfassung (PZE) und der Zeitwirtschaft (PZW) für die Fehlzeiten bis hin zur Personaleinsatzplanung (PEP) ist ein breites Feld an Funktionen im Einsatz. Zudem werden wichtige Zugänge mit der Zutrittskontrolle (ZKS) der MES-Anwendung abgesichert. Bisher geben noch die Meister die Urlaube ins System ein. Doch künftig sollen Mitarbeiter ihre Urlaubsanträge selbst ins MES Hydra einstellen können, die der Meister später bearbeitet. Uwe Bruckner sagt: „Früher hatten wir für die Urlaubsplanung eine Excel-Tabelle, die intensiv gepflegt werden musste. Mit Hydra sieht der Meister heute auf einen Blick, ob er einem Mitarbeiter frei geben kann oder nicht.“ Herzstück der Personalverwaltung ist jedoch die Personaleinsatzplanung. Bei OWA wird diese in Form einer klassischen Arbeitsplatzbelegung im Meisterbereich genutzt. Das heißt, dass verfügbare Mitarbeiter gemäß ihrer Qualifikationen und der geplanten Schichten auf die Arbeitsplätze verteilt werden. Hier werden auch Urlaube berücksichtigt. Basierend auf den in Hydra vorgehaltenen Daten nutzt der Mitarbeiter am Empfang die integrierte Anwesenheitsübersicht, um zu sehen, welche Mitarbeiter im Haus sind. Der Werkschutz visualisiert mit dem Sicherheitsleitstand, welche Türen und Zugänge aktuell geöffnet sind und wo etwa Störungen vorliegen.

Langjährige Zusammenarbeit

Uwe Bruckner ist bei OWA Hauptverantwortlicher für den Betrieb und den kontinuierlichen Ausbau von Hydra. Dabei profitiert er von seinen Aufgaben als Fertigungsplaner und Arbeitsvorbereiter, da beide Themen eng mit dem MES verwoben sind. So ergeben sich insbesondere aus seinem Tagesgeschäft immer wieder neue Anforderungen an Hydra. Bruckner berichtet: „Wenn wir ein neues Thema in Hydra abbilden wollen, dann besprechen wir das im Rahmen eines Workshops mit den Beratern von MPDV. Das Schöne daran ist, dass wir dort auch Anregungen bekommen, wie andere Hydra-Anwender ähnliche Aufgaben gelöst haben. Für die Zukunft hat sich OWA vorgenommen, Hydra noch breiter einzusetzen. Noch für 2017 ist geplant, das Hydra-Modul Werkzeug- & Ressourcenmanagement einzuführen und so die Mehrressourcen-Planung im Leitstand zu realisieren.