Fehlende Transparenz in der Software-Lieferkette gefährdet NIS-2-Compliance

NIS2 EU Cybersecurity Directive
Bild: ©Konsta/stock.adobe.com

Ab dem 17. Oktober 2024 gilt in der Europäischen Union (EU) die neue NIS-2-Richtlinie, die höhere Cybersicherheitsanforderungen an Unternehmen stellt. In Deutschland sind viele Unternehmen noch nicht komplett auf die Einhaltung der Vorgaben vorbereitet. Dies geht aus einer aktuellen Studie von BlackBerry hervor, die auf einer Umfrage von Coleman Parkes Research unter hundert deutschen IT- und Cybersecurity-Entscheidern basiert. Demnach ist die fehlende Übersicht über die Software-Lieferkette von Unternehmen ein großes Problem.

Die zweite Richtlinie zur Network and Information Security (NIS 2) betrifft in Deutschland laut Schätzungen zwischen 25.000 und 40.000 Unternehmen. Sie fordert zum Risikomanagement eine Reihe neuer bzw.verschärfter Maßnahmen. Diese umfassen etwa Konzepte für die Risikoanalyse und die Sicherheit in der Informationstechnik, die Bewältigung von Sicherheitsvorfällen und die Aufrechterhaltung des Betriebs. Je nach Größe der Unternehmen sehen die Bestimmungen anders aus, nicht alle müssen das Maximum an Sicherheit gewährleisten. Von den für die Studie von BlackBerry befragten deutschen Unternehmen unterliegen 64 Prozent der NIS-2-Richtlinie. Insgesamt gehen 54 Prozent mit hoher oder sehr hoher Zuversicht davon aus, die Vorgaben zum Stichtag einzuhalten. Dagegen sind sich 33 Prozent nur etwas zuversichtlich und 13 Prozent nicht sehr zuversichtlich.

Compliance gefährdet

Eine große Rolle spielt für die Befragten die Software-Lieferkette. Diese stellt nicht nur ein Einfallstor für Cyberkriminelle dar, sondern erschwert aufgrund strenger Meldepflichten auch die Compliance mit der NIS-2-Richtlinie. Denn nach der Entdeckung eines erheblichen, erfolgreichen Cyberangriffs müssen Unternehmen innerhalb von 24 Stunden das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Kenntnis setzen. Von Vorfällen in der eigenen Software Supply Chain erfahren sie selbst jedoch oft spät. Nur 32 Prozent verlangen, in den ersten vier Stunden von den betroffenen Partnern und Software-Lieferanten zu hören. Die anderen 68 Prozent erwarten eine Benachrichtigung innerhalb eines Tages oder sogar erst später. Bei dieser Ausgangslage geraten Unternehmen in Gefahr, gegen die Anforderungen der Richtlinie zu verstoßen.

Vielerorts erscheint die Software-Lieferkette auch wie ein blinder Fleck in der Sicherheitsstrategie. Laut Studie besteht ein Mangel an Transparenz, denn es scheint unklar zu sein, wer zur Software Supply Chain gehört. Laut Studie wurden 79 Prozent der Unternehmen im letzten Jahr auf ein Mitglied aufmerksam, das zuvor unbekannt war bzw. dessen Sicherheitsmaßnahmen sie bis dahin nicht überwachten.

Externe Kommunikation verbessern

72 Prozent der befragten Unternehmen verfolgen die Auswirkungen von Schwachstellen in einer bestehenden Software-Lieferkette bis hin zu den Endkunden. 39 Prozent informieren sie nicht oder nur gelegentlich über solche Schwachstellen. Beim Umgang mit Endkunden sieht die Studie somit noch Optimierungspotenzial. Doch woran scheitert eine transparente Kommunikation? Als großes Hindernis nennen 37 Prozent fehlendes Personal. Weitere 37 Prozent möchten Klagen vermeiden. Häufig macht das Management den offenen Umgang mit Endkunden auch nicht zur Priorität (34 Prozent). In einigen Unternehmen (26 Prozent) fehlt zudem die Zeit oder es stehen zu viele andere Aufgaben an. Hinzu kommen noch 23 Prozent, die negative Auswirkungen auf die Unternehmensreputation befürchten. Gerade das Stillschweigen schade aber potenziell der eigenen Reputation, so die Autoren. Das müssten Verantwortliche neben der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie auch bedenken und entsprechend handeln.



  • Fraunhofer IKS startet in München

    Fraunhofer IKS startet in München

    In München wurde das neue Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS  eröffnet. Schwerpunkt der Forschung soll auf der Absicherung künstlicher Intelligenz (Safe Intelligence) liegen.

    mehr lesen: Fraunhofer IKS startet in München

  • Auftragseingang sinkt zweistellig

    Auftragseingang sinkt zweistellig

    Nach einer kurzfristigen Entspannung im September liegt der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau im Oktober elf Prozent unter dem Vorjahreswert.

    mehr lesen: Auftragseingang sinkt zweistellig

  • Fast 200.000 Ingenieure im Maschinenbau

    Fast 200.000 Ingenieure im Maschinenbau

    Im Maschinen- und Anlagenbau sind laut der aktuellen Ingenieurerhebung des VDMA 199.800 Ingenieure beschäftigt – Rekordniveau, wie der Branchenverband mitteilt. Dennoch haben die Unternehmen Schwierigkeiten entsprechende Stellen zu besetzen.

    mehr lesen: Fast 200.000 Ingenieure im Maschinenbau

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Neues Institutsgebäude für das KIT

    Neues Institutsgebäude für das KIT

    Ab dem nächsten Frühjahr sollen die Arbeiten am InformatiKOM auf dem Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie beginnen. Auf 10.000m² entstehen zwei Gebäude, in denen unterschiedliche Disziplinen zusammengebracht werden…

    mehr lesen: Neues Institutsgebäude für das KIT

  • Produktivere Mitarbeiter durch künstliche Intelligenz

    Produktivere Mitarbeiter durch künstliche Intelligenz

    Die große Mehrheit der im Rahmen einer IFS-Studie befragten Unternehmen plant, in KI-Technologien zu investieren. Davon erhoffen sie sich an erster Stelle Produktivitätssteigerungen der Belegschaft.

    mehr lesen: Produktivere Mitarbeiter durch künstliche Intelligenz

  • Datenschutz und Quantencomputing

    Datenschutz und Quantencomputing

    Im neuen Projekt ‘PQC4MED‘ arbeitet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gemeinsam mit mehreren Partnern an Verfahren daran, medizinische Daten durch updatefähige Systeme langfristig vor Attacken durch Quantencomputer zu…

    mehr lesen: Datenschutz und Quantencomputing

  • Arbeitsmarktbarometer legt zu

    Arbeitsmarktbarometer legt zu

    Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im November gestiegen. Gegenüber dem Vormonat legte der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,5 auf 102,1 Punkte zu. Verbessert hat sich der Ausblick…

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer legt zu

  • Holger Michalka wird Teil der MR-Geschäftsführung

    Holger Michalka wird Teil der MR-Geschäftsführung

    Von Rittal zu MR: Zum April nächsten Jahres stößt Holger Michalka zur Maschinenfabrik Reinhausen und übernimmt dort die Leitung des Geschäftsbereichs ‘Products und Operations‘.

    mehr lesen: Holger Michalka wird Teil der MR-Geschäftsführung

  • Rockwell Automation tritt ISA Global Cybersecurity Alliance bei

    Rockwell Automation tritt ISA Global Cybersecurity Alliance bei

    Der neu gegründete Zusammenschluss ISA Global Cybersecurity Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, die IT-Sicherheit in industriellen Betrieben voranzutreiben.

    mehr lesen: Rockwell Automation tritt ISA Global Cybersecurity Alliance bei

  • Hildegard Müller wird neue VDA-Präsidentin

    Hildegard Müller wird neue VDA-Präsidentin

    Hildegard Müller ist neue Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Sie tritt die Nachfolge von Bernhard Mattes an, der sein Amt zum Jahresende aufgibt.

    mehr lesen: Hildegard Müller wird neue VDA-Präsidentin

  • Siemens und Qualcomm installieren erstes privates Standalone-5G-Netz im industriellen Umfeld

    Siemens und Qualcomm installieren erstes privates Standalone-5G-Netz im industriellen Umfeld

    Siemens und Qualcomm Technologies haben das erste eigenständige private 5G-Netz in einer realen industriellen Umgebung bei Nutzung des 3,7 – 3,8GHz-Frequenzbandes implementiert.

    mehr lesen: Siemens und Qualcomm installieren erstes privates Standalone-5G-Netz im industriellen Umfeld