97010 Der Engineering-Aufwand für bestimmte Maschinenmodule konnte durch den standort- und disziplinübergreifenden Einsatz der Engineering-Software signifikant gesenkt werden. Bild: Voith Paper

Einheitliche Datenbasis für Hersteller und Zulieferer

Bei der Maschinenentwicklung arbeiten die Beteiligten mit dem gleichen Planungswerkzeug. Als Engineering-Tool wird dabei die Lösung Comos von Siemens verwendet. Diese objektorientierte Software basiert auf einer einheitlichen Datenbank und wird für die Erstellung von Rohrleitungs- und Instrumentierungsfließbildern (P&ID), zur Planung der Bereiche Elektrik, Messen, Steuern und Regeln (EMSR) und zur Integration von Hydraulik und Pneumatik verwendet. Außerdem wird mit der Software die technische Dokumentation der Maschine erstellt.

Per Schnittstelle ist eine Lösung für die 3D-Planung angebunden. Herzstück der Software ist eine einheitliche Datenbank, in der alle Stammdaten als Objekte abgelegt sind. Die Anlagenplaner bei Voith Paper arbeiten weltweit mittels Citrix-Servertechnologie und einer Virtual Private Network-Lösung (VPN) mit dieser SQL-Datenbank. Dadurch haben alle Beteiligten auf die aktuellen Daten und Versionen Zugriff. Im Vergleich zur Vergangenheit, als unterschiedliche Niederlassungen mit unterschiedlichen lokalen Datenbanken gearbeitet haben, konnte damit der Supportaufwand erheblich reduziert werden. Das Synchronisieren von Stammdaten, aber auch das Einspielen von Software-Updates wird deutlich erleichert.

Globales Entwicklungsnetz umspannt viele Disziplinen

Seit dem Jahr 1999 arbeitet der Maschinenbauer mit der Engineering-Lösung. Anfangs wurde die Software nur für Elektrik und Automatisierung verwendet, später kamen Hydraulik und Pneumatik sowie Prozessplanung hinzu. Allerdings war schon von Beginn an das Ziel des Unternehmens, ein einheitliches Planungswerkzeug für ein weltweit vernetztes Engineering zu implementieren. Entsprechend zählten zu den Anforderungen an die Software die Möglichkeit eines globalen Engineerings, eine offene Systemarchitektur, die Anbindung von Lösungen etwa für Enterprise Ressource Planning (ERP) sowie die Realisierung einer einheitlichen Dokumentation.

Zentrale Kriterien bei der Software-Auswahl bestanden allerdings darin, Freiheit und Flexibilität bei der Definition von Geschäftsprozessen zu haben. „Comos unterstützt uns bei der Prozessdefinition und gibt nicht wie andere Softwareprodukte Prozesse vor, an die wir uns anpassen müssen“, erläutert Thorsten Jankowski, Process-Manager CAE bei Voith Paper. Dadurch konnte der Maschinenhersteller seinen Engineering-Workflow kontinuierlich verbessern und die Effizienz der Maschinenplanung deutlich erhöhen.

Engineering-Aufwand signifikant gesenkt

Mittlerweile hat das Unternehmen über 1.350 Projekte mit Hilfe der Software realisiert. Die Projekte sind sowohl im Archiv als auch in einer produktiven Datenbank abgelegt. Auf diese Daten kann bei der Planung von neuen Maschinen jederzeit zurückgegriffen werden. Templates beziehungsweise Kopiervorlagen können in neuen Projekten wiederverwendet werden. Nach Angaben des Unternehmens konnte durch die Verwendung dieser Templates sowie vorhandener Planungsdaten der Engineering-Aufwand bei bestimmten Maschinenmodulen um bis zu 50 Prozent gesenkt werden.

Weitere Vorteile umfassen die durchgängige Datenhaltung und die Möglichkeit, gewerkeübergreifend auf einer Plattform zu arbeiten: „Ändert eine Fachabteilung ein Objekt, wie etwa eine Pumpe, dann wird diese Änderung für alle weiteren Gewerke bei ihren speziellen Planungen automatisch übernommen und sofort sichtbar. Die Qualität steigt und die Bearbeitungszeit sinkt. Zudem wird damit auch der Teamgedanke innerhalb unseres Engineerings gefördert“, kommentiert Jankowski. So könne auch die komplette technische Dokumentation automatisch erstellt werden. Die Nutzung des Systems auch während des Betriebes der Papiermaschine gewährleiste, dass Daten konsistent und aktuell vorliegen.