Zusammenhang zwischen Verbrauch und Produktion
Um Effizienzpotentiale zu finden, wird ein direkter Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und Produktion oder aber auch dem Fertigungsprozess hergestellt. In der betrieblichen Praxis lassen sich einzelne Produkte – Chargen oder Aufträge – vergleichen. So können energetische Ausreißer ermittelt und analysiert werden. Kommt ein automatisierter Workflow zum Einsatz, können Prozessverantwortliche die energetischen Ausreißer identifizieren, bewerten und entsprechende Optimierungspotentiale transparent machen. Durch den Einsatz von elektrischen Messgeräten können Energieströme der Produktionsanlagen ständig überwacht und analysiert werden. So ist eine verursachergerechte Zuordnung der Energieströme und Lastspitzen auf einzelne Anlagen möglich, und im Bedarfsfall lassen sich gezielte Maßnahmen kurzfristig durchführen. Das verzögerte und kontrollierte Zuschalten von Maschinen und Anlagen in energieverbrauchsarmen Zeiten kann zur erheblichen Reduzierung von Lastspitzen führen. Das einfache Abschalten eines in Gang gesetzten Fertigungsprozesses sollte aber auf jeden Fall vermieden werden.
Kein Lastabwurf durch verzögertes Zuschalten
Die Kombination einer Energiemanagement-Software und der Fertigungsplanung lässt zeitlich viel früher erkennen, ob bei der gegenwärtigen Planung Lastspitzen eintreffen oder nicht. So lassen sich diese Spitzen vermeiden, bevor sie entstehen. Durch die Einbeziehung von Fertigungs- und Planungsdaten können vorzeitig Informationen zur Erreichung oder Überschreitung von Lastspitzen gegeben werden. Damit kann jeder Fertigungsleiter selbst entscheiden, ob und wie der Fertigungsablauf beeinflusst werden soll. Das Ziel ist es, energieoptimal zu fertigen, ohne Kundenaufträge und Qualität zu beeinträchtigen. In vielen Fällen reichen bereits wenige Minuten aus, um entscheidende Lastspitzen zu verhindern. Das Potential einer Energiemanagementsoftware geht über das reine Visualisieren von und das Bilden von Kennzahlen hinaus. Hierzu gehören die energetische Bewertung des Fertigungsprozesses und die Dokumentation von energieeinsparenden Maßnahmen. Moderne Lösungen erzeugen zusätzlich Energieberichte. Diese sind eine Grundlage für die Testierung beispielsweise nach ISO50001. Die jeweils erforderlichen Kennzahlen werden von Energiemanagementlösungen erstellt und anschließend ausgegeben.
Mitarbeiter müssen mitgenommen werden
Auch die Einbindung der Mitarbeiter ist eine wesentliche Forderung der ISO 50001. So sind manche ‚vor Ort‘-Anzeigen dafür ausgelegt, den Maschinenbedienern unmittelbar eine Rückmeldung zu geben, ob die momentane Fertigungsweise energieoptimal ist oder ob Handlungsbedarf besteht. Zusätzlich können Mitarbeiter über einen Energiebericht informiert und sensibilisiert werden. Hierzu lässt sich die Zusammenstellung der Kennzahlen benutzen. Jeder Mitarbeiter kann dann auf der Grundlage dieser Informationen sein eigenes Handeln ableiten und bewusst einen individuellen Beitrag zur Energieeinsparung leisten. Wichtig ist die Qualität der aufbereiteten Informationen. Je genauer die Informationen sind, desto eher lässt sich erkennen, an welchen Stellen konkreter Handlungsbedarf besteht, um nachhaltig gezielt einsparen zu können.






































