Anwendungstipps für eine effiziente Produktion
Drei Irrtümer bei der Produktionsplanung
Gibt die Produktionsplanung trotz viel Arbeit schlechte Ergebnisse aus? Dann sollten Unternehmen prüfen, ob sie über einen der folgenden drei Fallstricke gestolpert sind. Das beginnt bereits bei der Bereitstellung passender Daten.

Eine effektive Produktionssteuerung braucht genaue Daten. Visualisierungen wie Gantt-Diagramme vermitteln das Verständnis, welche Aufträge zu welchem Zeitpunkt mit welchen Ressourcen gefertigt werden müssen. Eine Betriebsdatenerfassung ist ratsam, um auf einen Blick erkennen zu können, was zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich in der Produktion passiert. ‘Wurde Auftrag XY schon gefertigt und ist bereit, in den Versand zu gehen?’ oder ‘Warum gibt es denn schon wieder eine Störung an Maschine AB?’ Je genauer Unternehmen auf solche Fragen reagieren wollen, desto detaillierter muss die Betriebsdatenerfassung sein. Umso höher wird jedoch auch der Planungs- und Meldeaufwand. Mit einer BDE auf Papier-Basis oder Meilenstein-Rückmeldungen aus einem ERP-System ist es meist nicht getan. Erster Praxis-Tipp: Hersteller können eine digitale BDE integrieren, die ihnen den Umgang mit Papier erspart und Rückmeldungen mit der erforderlichen Granularität unterstützt.
Kapazitäten ignorieren
Bei unendlichen Kapazitäten von Maschinen und Mitarbeitern könnten Hersteller Fragen zur Verfügbarkeit einfach ignorieren. In der Realität müssen Firmen jedoch stets mit begrenzten Ressourcen haushalten. In die Planung müssen also Schichtpläne, Feiertage, Wochenenden, Wartung und Urlaub integriert werden, um ein gültiges Abbild der Produktion zu vermitteln. Oft ist das digitale Abbild der Produktion lückenhaft, wenn es aus einer Reihe von Excel-Tabellen besteht, in denen Aufträge, Urlaube und Maschinenwartungen verwaltet werden. Diese Informationen lassen sich nur vergleichsweise aufwendig zusammenführen. Zweiter Praxis-Tipp: Hersteller sollten den Planungsaufwand und die Planungsergebnisse korrelieren, um ggf. Fehlentwicklungen zu identifizieren. Weiter sollten Produzenten prüfen, ob mit der Planung auch das richtige Ziel verfolgt wird. Zielt sie auf die rechtzeitige Belieferung von Kunden ab, oder ist sie eine Art ‘Tätigkeitsnachweis’ der Arbeitsvorbereitung, die in der Fertigung letztlich irrelevant ist, weil es im Werk ohnehin immer anders kommt?
Perspektiven verwechseln
Viele Unternehmen tendieren dazu, alles mögliche in der Einheit einer Währung zu messen, etwa: Die Herstellung eines Artikels kostet 100 Euro. So wichtig das für die Produktkalkulation ist – die Produktionsmitarbeiter interessiert das meistens wenig. Sie wollen eher über das ‘Wie’ bescheid wissen, um Ihren Job zu erledigen. Es geht also um eine Beschreibung der Prozesse, nicht deren Wert in Zahlen. Oft wird auch der Prozess mit einer Stückliste verwechselt. Sie bildet für die Materialwirtschaft lediglich die Summe der Materialien für einen Arbeitsschritt ab und enthält keine Informationen über den Produktionsprozess. Sie hilft bei der Planung nicht weiter – was viele Arbeitsvorbereiter oft mit einem weiteren Satz an Excel-Tabellen kompensieren. Dritter Praxis-Tipps: Produzenten sollten Prozesse entwickeln, die dem Informationsbedarf der Fertigung gerecht werden und ihr dienen. Mitarbeiter profitieren von Oberflächen, Logiken, Workflows und Medien, die sie wirklich unterstützen. Nach Informationen zu suchen, fragen oder durch Menüs zu klicken gehört nicht dazu, sondern kostet die Akzeptanz für alles, was Unternehmen in ihre Planung investiert haben.






































