Die Digitalisierung in Deutschlands Industrie

310529 AllisonplusPartners Reisierung 2024 DE
Bild: Reichelt Elektronik GmbH

Eine aktuelle Studie von Reichelt Elektronik betrachtet den aktuellen Stand der Digitalisierung und stellt die Frage, wie Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern abschneidet. Das Ergebnis: Der Großteil der deutschen Industrieunternehmen zieht bereits großen Nutzen aus Digitalisierungsprojekten. Doch die Bedingungen für Digitalisierung sind oft nicht so gut wie von den Firmen selbst eingeschätzt. Die Basis für jegliche Digitalisierungsprojekte ist eine schnelle, leistungsfähige Internetverbindung. 81% äußern sich zufrieden mit der Geschwindigkeit und Stabilität ihrer Verbindung. Zugleich glauben jedoch mehr als die Hälfte (54%), dass in ihrem Unternehmen weniger Leistung verfügbar ist als die Infrastruktur eigentlich ermöglichen sollte. 43% der Befragten beklagen mindestens einmal pro Woche Internetstörungen. Dieses Muster setzt sich auch bei einer allgemeinen Einschätzung über den Status der Digitalisierung fort. Der EU-weite Digitalisierungsindex DESI zeigt, dass Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Ländern eher mittelmäßig abschneidet. Im Ranking liegt Deutschland nur knapp über dem Durchschnitt auf Rang 13 und schafft damit keine Platzierung im obersten Drittel. Auf die Frage, auf welchen Rang sie Deutschland schätzen würden, gaben die meisten Befragten eine Position zwischen Rang 4 und Rang 7 an – deutlich besser als es in Wirklichkeit der Fall ist. Zudem würden sie das eigene Land auch auf einer besseren Platzierung verorten als Niederlande, Frankreich, Spanien oder Österreich – alles Länder, die laut DESI im Vergleich besser abgeschnitten haben. Überschätzen die deutschen Unternehmen sich selbst im Hinblick auf Digitalisierung? Oder sind die Industrieunternehmen wahre Vorreiter und Treiber der Digitalisierung, die ungeachtet von widrigen Standortfaktoren das Beste aus ihrer Situation machen?

Grundsätzlich bewerten deutsche Industrieunternehmen ihren Erfolg bei der Digitalisierung gut und sehen darin große Chancen. 88% der Befragten ziehen ein positives Ergebnis aus den bisherigen Digitalisierungsinitiativen ihrer Unternehmen. Am meisten schätzen Unternehmen noch immer die Möglichkeit, schneller und effizienter zu arbeiten. Durch Digitalisierung beschleunigen sie Prozesse und Workflows (53%), sparen durch effizientere Tools Kosten (48%) und steigern ihre Produktivität (46%). Immerhin 40% der befragten Unternehmen hilft Digitalisierung, neue Produkte oder Lösungen zu entwickeln. Am meisten profitieren die Unternehmen dabei von Tools, die die Zusammenarbeit über Cloudbasierte Dokumente und administrative Aufgaben erleichtern. Jeweils 76 und 77% finden diese nützlich.

Ein Großteil der Unternehmen (79%) misst den Erfolg digitaler Maßnahmen anhand präziser Metriken wie z.B. Time-to-Market, Fehlerreduktion, Materialersparnis und Gewinnsteigerung. Jedoch legen nur ein Drittel (32%) vor Beginn eines neuen Projektes Zielwerte fest, die erreicht werden sollen.

Zudem haben deutschen Unternehmen deutlich vor Augen, welche Möglichkeiten sie in Zukunft durch Digitalisierung nutzen wollen. Bei der Frage, welche Projekte sie gerne umsetzen würden, wenn Sie bei der Digitalisierung ideal aufgestellt wären, antworteten die meisten mit KI-Projekten (44%), gefolgt von der Automatisierung administrativer Tätigkeiten (40%) und der intelligenten Überwachung der Lieferkette (37%).

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Digitalisierungsprojekte sind laut der Hälfte der Befragten eine strategische Herangehensweise, die digitale Prozesse stringenter in den Workflow des Unternehmens eingliedert (50%), und die richtigen Fachkräfte (49%). Gerade der Fachkräftemangel macht vielen Unternehmen zu schaffen. Die Weiterbildung der Belegschaft (27%) und mehr digitale Bildung an Schulen (27%) halten die Unternehmen als die am erfolgversprechendsten Ansätze, um dieses Problem zu lösen. Weitere 26% nennen auch die Notwendigkeit, durch höhere Nettolöhne oder niedrigere Steuerlast für Top-Verdiener die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte ins Ausland zu verhindern.

Daneben gibt es eine weitere Herausforderung: Bürokratie. Dass die Verwaltung in Deutschland bei der Digitalisierung Nachholbedarf hat, ist über Politik sowie Wirtschaft hinweg ein weit verbreiteter Konsens. Dabei wären Unternehmen gewillt, Verwaltungsprozesse online zu erledigen. Bereits die Hälfte der Industrieunternehmen (51%) nehmen die Möglichkeit wahr, administrative Aufgaben online zu erledigen, z.B. Online-Formulare auszufüllen. Darüber hinaus sind digitale Angebote für Unternehmen jedoch noch nicht ausreichend ausgebaut. So stimmen nur ein Drittel (32%) zu, dass Ämter ihnen gute digitale Lösungen bieten, um Verwaltungsaufgaben zu erledigen. Auch das Ergebnis bei der Erreichbarkeit und Informationsbeschaffung lässt zu wünschen übrig: nur ein Viertel (25%) können Beamte und Verwaltungen über Online-Kanäle gut erreichen, während 70% der Unternehmen nicht finden, dass Informationen über administrative Prozesse online zugänglich oder leicht zu finden sind.

Zur Umfrage

Die Umfrage wurde durch das unabhängige Institut OnePoll unter 500 Teilnehmern aus Deutschland durchgeführt. Zeitraum der Befragung war März 2024. Die Befragten waren Tech-Entscheider aus dem verarbeitenden Gewerbe, darunter die Branchen Luft- und Raumfahrt, Automobil, Textil, Hardwarekomponenten, Produktion und Fertigung, elektronische Bauteile, Transport und Spedition, Zulieferer für den Energieversorgungsektor sowie Maschinenbau.



  • Bosch erzielt positives Ergebnis

    Bosch erzielt positives Ergebnis

    Die Bosch-Gruppe hat das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Nach vorläufigen Ergebnissen blieb der Umsatz jedoch unter dem Vorjahresniveau.

    mehr lesen: Bosch erzielt positives Ergebnis

  • Sicherheit für künstliche Intelligenz

    Sicherheit für künstliche Intelligenz

    Mit einem Kriterienkatalog für Ki-basierte Clouddienste will das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eine Grundlage für die Bewertung der Sicherheit von KI-Systemen schaffen.

    mehr lesen: Sicherheit für künstliche Intelligenz

  • Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

    Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

    Im Rahmen der Siemens-Hauptversammlung hat der langjährige Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser sein Amt an Roland Busch übergeben.

    mehr lesen: Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Umsatzplus bei Siemens

    Umsatzplus bei Siemens

    Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres lagen Auftragseingang, Umsatzerlöse sowie der Gewinn nach Steuern der Siemens AG über den Werten des Vorjahresquartals.

    mehr lesen: Umsatzplus bei Siemens

  • IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    Bei der Arbeit an der neuen Version der Ixon-IIoT-Cloud haben die Entwickler insbesondere die Themen Kollaboration und Benutzerfreundlichkeit in den Mittelpunkt gerückt. Der Hersteller schreibt, die Erweiterung eng an den…

    mehr lesen: IIoT-System mit überarbeitetem Interface

  • Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal hat die Geschäftsleitung um Jacek Kruszynski und Siegfried Wendel erweitert. Der Wechsel fand bereit am 1. Oktober 2020 statt und soll dem Unternehmen helfen, die Kernkompetenzen zu stärken.

    mehr lesen: Mapal erweitert Geschäftsleitung

  • Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Curecomp gehört zukünftig zur Proalpha-Gruppe, wie der ERP-Anbieter am Montag mitgeteilt hat. Zudem erwarb der ERP-Anbieter eine Mehrheitsbeteiligung am Softwarehaus Böhme & Weihs.

    mehr lesen: Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

  • Automobilindustrie erwartet Besserung

    Automobilindustrie erwartet Besserung

    Die deutschen Automobilbauer und ihre Zulieferer blicken etwas positiver in die Zukunft als noch Ende des vergangenen Jahres. Der Anstieg in der aktuellen Ifo-Befragung fällt jedoch nur gering aus.

    mehr lesen: Automobilindustrie erwartet Besserung

  • Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Die 34. Control – Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung – findet auch in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung statt. Geplant war das Branchenhighlight für den 4. bis 7. Mai 2021.

    mehr lesen: Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

  • SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt das Berliner Startup Signavio, einen Anbieter von Business Process Intelligence und Prozessmanagement-Lösungen. Wie der Softwarekonzern mitteilt, wird der Abschluss der Transaktion für das erste Quartal 2021 erwartet, vorbehaltlich…

    mehr lesen: SAP übernimmt Signavio

  • Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    „Ich mache mir keine großen Sorgen, dass der Strukturwandel in der Automobilindustrie langfristig zu einem Aderlass im deutschen Maschinenbau führen wird“, betonte ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel im Rahmen einer Pressekonferenz.

    mehr lesen: Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen