Projekte planen, steuern und überwachen

Heute nutzen fast alle der rund 680 Mitarbeiter das System in seiner vollen Bandbreite – vom Personal- und Rechnungswesen über Disposition, Beschaffung und Produktion bis hin zu Vertrieb und After-Sales-Services. In der Produktion werden die unterschiedlichen Fertigungstypologien unterstützt – sowohl in der anonymen als auch der Varianten- und Projektfertigung. Das Projektmanagement-System der ERP-Software ermöglicht es dem Abwasserspezialisten, die komplexen Strukturen bei der Fertigung seiner Maschinen zu planen, zu steuern und zu überwachen. Dazu können die Mitarbeiter die Zeiträume für Konstruktion, Fertigung und Inbetriebnahme definieren, Termine für Beschaffung und Produktion festlegen und detailliert die Kosten planen. Alle relevanten Ereignisse fließen direkt aus den entsprechenden Komponenten des ERP-Systems in das Projektmanagement ein – seien es entstandene Kosten oder geleistete Anzahlungen aus der Finanzbuchhaltung, Wareneingänge aus der Beschaffung oder ausgeführte Arbeitsschritte in der Fertigung. Für Transparenz sorgt außerdem die Möglichkeit des Systems, innerhalb eines Projekts eine Klammer um jede einzelne der involvierten Maschinen zu bilden.

Die einzelnen Kundenaufträge, die Huber als Projekt in IFS führt, umfassen in aller Regel mehrere Maschinen. Anhand einer ID können die Mitarbeiter erkennen, zu welcher konkreten Maschine ein Teil gehört, oder sämtliche Teile eines Projekts maschinenbezogen auswerten. „Mit unserem alten System war das nicht möglich, dort mussten wir solche Informationen immer mühsam zusammensuchen“, sagt Dr. Wilke. „Deshalb bedeuten die flexiblen Strukturen von IFS eine enorme Zeitersparnis für uns.“ Um die Projektabwicklung so weit wie möglich zu automatisieren, wurde die neue ERP-Lösung an einige Spezialanwendungen angebunden. So generiert beispielsweise eine Schnittstelle aus dem System zur Angebotskonfiguration selbstständig einen Auftrag in der Anwendung und legt dabei die Grundzüge des entsprechenden Projekts an, die lediglich noch detailliert werden müssen. Ebenfalls äußerst schlagkräftig ist die Anbindung an das Produktdatenmanagement-System (PDM). Sie erlaubt es, komplette Stücklistenstrukturen aus der Konstruktion an IFS zu übergeben und mit Hilfe von Mastermodellen dort automatisch die entsprechenden Artikel sowie Vorlagen für die zugehörigen Arbeitspläne anzulegen. „Durch die PDM-Anbindung sparen wir uns nicht nur Zeit in der Arbeitsvorbereitung, sondern gewinnen durch Prozesssicherheit vor allem an Qualität“, erläutert der Produktionsleiter.

Nahtlose Abwicklung bis Auslieferung und After Sales

Die durchgängige Nutzung der neuen ERP-Software bei der Projektabwicklung setzt sich bis hin zur Auslieferung der Maschinen und den After-Sales-Services fort. So kann das Unternehmen mit Hilfe der Versandlösung des Systems die Kommissionierung, Verpackung und den Versand der unterschiedlichen Maschinen eines Auftrags samt zugehörigem Montagematerial steuern und überwachen. Die Bestückung der Kisten und Container lässt sich an die Wünsche des Empfängers anpassen – etwa an die Gegebenheiten einer Baustelle, an die die Teile genau in der Reihenfolge geliefert werden sollen. Der After-Sales-Bereich wird von der Servicelösung des ERP-Systems unterstützt. Die Techniker können heute unkompliziert auf die Daten zugreifen, die sie etwa bei der Montage von Ersatzteilen benötigen. Künftig sollen auch die Mitarbeiter in den Niederlassungen des Unternehmens mit dem ERP-System arbeiten. Neben der Implementierung am Stammsitz in Berching hat der Fertiger in China bereits die Komponenten der Lösung für Finanzwesen und Einkauf in Betrieb genommen, derzeit bereitet es den Rollout der Software auf seinen US-amerikanischen Standort vor. Nach und nach werden dann auch die übrigen derzeit rund 20 Tochterunternehmen IFS einführen – allesamt im nun bewährten ‚Big Bang‘-Verfahren.