Umsätze im Intraday-Handel steigen

Gemäß der Studie ‚Erneuerbare Energie braucht flexible Kraftwerke − Szenarien bis 2020‘ des VDE findet Intraday-Handel auf Seiten der Netzbetreiber und Energieversorger bereits statt. Dies belegen Analyseergebnisse von veröffentlichten Einspeiseprognosedaten im Bereich erneuerbare Energien des Übertragungsnetzbetreibers Tennet. Hier ergab sich eine Sachlage, die nach Analysen der VDE-Studie zu einem Anstieg des kurzfristigen Ausgleichsenergiebedarfs führen müsste. Doch diese Annahme wird durch die Dena Netzstudie II ‚Integration erneuerbarer Energien in die deutsche Stromversorgung im Zeitraum 2015 − 2020 mit Ausblick 2025‘ nicht bestätigt. Es wird dort keine Zunahme der notwendigen Regelenergie bis 2020 prognostiziert. Im Rahmen der Studie wurden jedoch lediglich Prognosefehler auf einer Zeitskala weniger Stunden als relevant für die Regelenergie berücksichtigt. Daraus lässt sich nach Ansicht der Autoren implizit ableiten, dass zum Ausgleich der Fehler der Vortagsprognose zunehmend mehr Leistung am Intraday- Markt kurzfristig beschafft werden kann. Diese Annahme wird durch die die Entwicklung gestützt, dass bereits heute die Umsätze am Intraday- Markt stetig steigen.

Gesamtkonzept für die Versorgungssicherheit

Im Kontext der Energiewende müssen verschiedene Positionen ins Kalkül gezogen werden: Zum einen die Versorgungssicherheit, wobei hier unter anderem die Netzentlastung im Vordergrund steht. Diesbezüglich bedarf es gemäß dem VDE eines Gesamtkonzepts, in dem zukünftig alle Beteiligten − sowohl Versorger und Anbieter von elektrischem Strom als auch Stromabnehmer − flexibler agieren können. Denn durch Speicherund Netzausbau allein ist die Erzeugungsfluktuation aller Voraussicht nach nicht auszugleichen. In diesem Punkt kann Handlungsbedarf entstehen, denn die Praxis der Fahrplanerstellung und des Einkaufs auf Basis von Standardlastprofilen behindert vielerorts die Einführung dynamischer Tarife. Mittelfristig wäre eine durch flexible Netzentgelte oder Sondertarife ausgeübte ’smarte‘ Einflussnahme seitens der Verteilungsnetzbetreiber sinnvoll − neben der gemäß ENWG geregelten harten Abschaltung von Erzeugern oder Verbrauchern bei ‚Netz in Gefahr‘ als ultima ratio.

Für Baumhoff geht die Anforderung nach Versorgungssicherheit konform mit dem Bedarf der Industrie: „Für ein auch zukünftig stabiles Versorgungssystem ist es zwingend notwendig, dass gerade die energieintensive Industrie ihre Flexibilität den kurzfristigen Märkten zur Verfügung stellt und im Gegenzug auf diese Weise die eigenen Energiekosten senkt.” Aus diesem Blickwinkel kann die Energiestrombörse Epex Spot eine entscheidende Liquiditätsquelle darstellen, um Ein- und Verkäufe von kurzfristig verfügbarem Strom zu tätigen. Weil dort − anders als im klassischen Vollversorgungsvertrag − Preis- und Mengenrisiken der stromintensiven Industrien nicht abgefangen werden, können auf diese Art sowohl Einsparung von Produktionskosten als auch eine Entlastung der Netze erreicht werden.