
Die Ursachen für OTIF-Ausfälle oder -Abweichungen (OTIF: On-Time In-Full) sind schwer zu ermitteln, und selbst wenn sie identifiziert werden, bleiben ihre Auswirkungen auf die Lieferkette oft unklar. Der Grund liegt oft in manuellen, isolierten Analysen, die sowohl einen ganzheitlichen Überblick über die Leistungsfähigkeit der Lieferkette als auch deren Reaktionsfähigkeit bei Störungen behindern. Darüber hinaus erschweren die Komplexität der Prozesse und die schiere Masse der Prozessdaten die Identifizierung von Ineffizienzen und Kostentreibern.
OTIF-Performance verbessern
Das Beratungshaus CBS hat eine KI-gestützte, Celonis-basierte Analysesoftware entwickelt, mit der die OTIF-Kennzahl optimiert werden kann. Durch die Integration von Daten aus Vertrieb, Produktion und Beschaffung in Dashboards bietet die Software eine übergreifende Sicht auf die OTIF-Performance samt Ursachen und Auswirkungen. Das Supply Chain Analytics Cockpit besteht aus KI-gestützten Modulen mit je eigenen Schwerpunkten.
Dashboard: OTIF Overview: Das Dashboard OTIF Overview bietet eine echtzeitnahe Übersicht über die Lieferleistung in Vertrieb, Produktion und Beschaffung. Es liefert aggregierte Übersichtstatistiken sowie Informationen, um Entwicklungstrends zu überwachen. Aufträge werden zur Leistungssegmentierung in Gruppen wie ‚zu spät‘ oder ‚zu früh‘ kategorisiert. Bei Überschreitung von Leistungsschwellenwerten können Warnmeldungen an Stakeholder versendet werden.
Dashboard: Production Overview: Das Dashboard für die Produktion unterstützt die OTIF-Leistungsanalyse nach Dimensionen wie Werk, Materialgruppe oder Auftragsart mit Trendvisualisierungen, die über einstellbare Zeitintervalle aggregiert werden. Benutzer können bestimmte Teilbereiche bis hin zu einzelnen Fertigungsaufträgen aufschlüsseln. Diese Funktionalitäten sind gleichermaßen für den Vertriebs- und Beschaffungsbereich verfügbar.
Network Root Cause Analyzer: Ursachen für OTIF-Abweichungen können mit dem Network Root Cause Analyzer identifiziert werden. Dabei lassen sich Verzögerungen entlang der Belegketten nachvollziehen, die Vertrieb, Produktion und Beschaffung umfassen. Das Modul bietet eine mehrstufige Ansicht des Lieferkettennetzwerks und zeigt auf, wo Engpässe bestehen.
Network Impact Analyzer: Der Network Impact Analyzer bewertet, wie sich Störungen auf vor- und nachgelagerte Stufen sowie auf die Stakeholder der Lieferkette auswirken. Sobald eine Ursache identifiziert wurde, visualisiert das Modul die betroffenen Aufträge, Kunden, Werke oder andere Netzwerkdimensionen. Dies ermöglicht Maßnahmen wie Umplanungen, Benachrichtigungen oder Umverteilungen.
Network Explorer: Der Network Explorer stellt Beleg- und Materialflüsse entlang der gesamten Lieferkette dar. Er hilft Anwendern, die Beziehungen zwischen Werken, Tochtergesellschaften und Produktionseinheiten zu verstehen. So lassen sich Abhängigkeiten aufzeigen, beispielsweise wie sich ein verzögerter Fertigungsauftrag auf mehrere Kundenlieferungen auswirkt.
Resource Utilization Analyzer: Der Resource Utilization Analyzer bietet einen umfassenden Überblick über die Auslastung von Produktionsressourcen innerhalb des Netzwerks. Er ermöglicht die Identifikation von Engpässen oder ungenutzten Kapazitäten, die sich auf die OTIF-Performance auswirken könnten. Das Modul hebt Kapazitätsdiskrepanzen hervor, indem es sie mit bestimmten Produktions- oder Planaufträgen verknüpft.
Mit dem Cockpit können Anwender, so verspricht CBS, die Ursachen und Auswirkungen von Anomalien in der Lieferkette innerhalb von 120 Sekunden ermitteln. Diese Transparenz ermögliche es Unternehmen, schnell und faktenbasiert Entscheidungen zu treffen und mit Gegenmaßnahmen auf Probleme zu reagieren.






































