
Für einen Großauftrag im Bereich E-Mobilität, der eine schnelle und komplexe Logistik verlangte, musste der Automobilzulieferer Scherdel aus dem oberfränkischen Marktredwitz seine Kapazitäten am Standort im tschechischen Bor ausbauen. „Uns war bewusst, dass die Logistik beim erfolgreichen Abwickeln des Auftrags der Dreh- und Angelpunkt war“, erklärt Michael Kuhn, Head of Organization bei Scherdel. „Die logistischen Abläufe mussten reibungslos funktionieren, jedes Teil zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.“ Um diese Anforderung zu erfüllen, implementierte das Unternehmen die Plattform DCIx des Digitalisierungsspezialisten Aimtec – zur Vernetzung des ERP-Systems mit den Prozessen und Technologien in der Fertigungsstätte. Im vollautomatischen, auch Dark Warehouse genannten, Lager orchestriert die eingerichtete Plattform nun die verschiedenen Technologien. Außerdem ist sie an das ERP-System von Scherdel angebunden, um Teile bedarfsgerecht an die Produktion zu liefern.
6.000 Speicherpositionen
Nach der Installation der Plattform folgte die Integration von sieben autonomen Transportrobotern (ARC, Autonomous Robotic Carrier) und einem automatischen Kleinteilelager (AKL) bestehend aus einem Rack mit drei automatisierten Regalreihen und drei separaten Aufzügen für insgesamt 6.000 Speicherpositionen. „Zu den besonderen Herausforderungen des Projekts zählten die termingerechte Einführung von Aimtec DCIx und die zusätzliche Programmierarbeit aufgrund eines Software-Updates bei einem der Technologiepartner“, sagt Michael Kuhn. Mit den neuen, zu einer Plattform vernetzten und durch die Aimtec-Software gesteuerten Technologien verfügt Scherdel über eine flexibles Lagersystem für diesen Auftrag und mögliche Folgeaufträge.
ROI in fünf bis sieben Jahren
In Bor laufen nun alle Prozesse autonom, also ohne menschliches Bedienen. Scherdel profitiert von beschleunigten Logistikprozessen und weniger Personalbedarf in der Produktionsbeschickung. Das Unternehmen rechnet mit einem ROI von fünf bis sieben Jahren. Für den Automobilzulieferer stehen Prozessoptimierung und Mitarbeiterschulung im Fokus. Je besser beides gelingt, desto schneller stellt sich der ROI ein. Zwischen Projektstart und Go-Live vergingen zehn Monate.
Weniger Komplexität durch Scanner
Im Rahmen seiner Migration auf SAP S/4Hana hat sich Scherdel zudem für die Implementierung des Moduls Extended Warehouse Management (EWM) entschieden. Um die Komplexität des EWM-Moduls zu verringern, hat Aimtec ein mobiles System eingebracht, die mit Scannern arbeitet und EWM-Prozesse vereinfacht. Das System Aimtec SCIx ist eine eigene SAP-Erweiterung des Logistikspezialisten. Sie unterstützt das Steuern von Materialflüssen, die Integration von Automatisierungstechnologien und sorgt für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit. „In der Logistik haben wir überlegt, ob wir das Stock Room Management aus dem ursprünglichen SAP-System oder das Modul Extended Warehouse Management (EWM) einsetzen sollen. Aufgrund der Möglichkeit, komplexere Logistikprozesse zu implementieren, entschieden wir uns für das strategische EWM-Modul. Das System für die Arbeit mit Scannern auf Shopfloor-Ebene lieferte Aimtec“, sagt Michael Kuhn.






































