Wie KI-Agenten den Service verändern

523424
Bild: ©khunkornStudio/stock.adobe.com

Die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz bietet vielfältige Möglichkeiten für die Fertigungsindustrie, die durch komplexe Produkte, anspruchsvolle Lieferketten und hohe Kundenerwartungen geprägt ist. Und auch abseits des Fertigungsprozesses kann KI wertvolle Dienste leisten, beispielsweise durch den Einsatz von KI-Agenten im Kundenservice. Hier haben Chatbots ursprünglich einfache Aufgaben übernommen, wie die Beantwortung wiederkehrender Fragen. Der Funktionsumfang hat sich durch generative KI deutlich erweitert. So gehen KI-Agenten, weit über die reine Automatisierung hinaus.

Vom Chatbot zu generativer KI

Die ersten Chatbots wurden in den frühen 2000er Jahren eingeführt, um die Serviceteams bei der Bearbeitung von Anfragen zu entlasten. Diese Systeme arbeiteten regelbasiert, gaben oft starre Antworten und konnten keine echten Dialoge führen. Mit dem Aufkommen generativer KI hat sich dies grundlegend geändert.

Heutige KI-Agenten sind in der Lage, menschenähnliche Gespräche zu führen, indem sie auf große Wissensdatenbanken zugreifen und personalisierte Antworten generieren können. Ein Beispiel: Während ein Chatbot früher nur eine Standardantwort zur Verfügbarkeit eines Ersatzteils geben konnte, analysiert ein KI-Agent zusätzlich die Bestellhistorie des Kunden, schlägt alternative Lösungsansätze vor und bietet sogar an, automatisch eine Benachrichtigung zu versenden, sobald das gewünschte Teil wieder verfügbar ist. Solche Funktionen verwandeln den Kundenservice von einer reaktiven in eine proaktive Disziplin.

Hilfe bei Problemen

Fertiger können mit KI-Agenten auch Wartungserinnerungen auf Basis der Nutzungsdauer eines Produkts versenden oder frühzeitig auf mögliche Probleme hinweisen, bevor diese eskalieren. Stellt ein Kunde etwa eine Anfrage zu einem technischen Problem, kann der KI-Agent sofort die relevanten Daten aus der Wissensdatenbank abrufen, passende Lösungsvorschläge anbieten und bei Bedarf direkt einen Termin mit einem Servicetechniker vereinbaren.

Mehr Effizienz durch KI-Copiloten

Laut einer Untersuchung von Zendesk entwickelt sich der Einsatz sogenannter KI-Copiloten zu einem Trend. Diese Tools fungieren als unterstützende Assistenten für menschliche Agenten, indem sie Routineaufgaben übernehmen und Informationen in Echtzeit liefern. 73 Prozent der für die Studie befragten gehen davon aus, dass KI-Copiloten ihre Arbeit verbessern werden. 90 Prozent der sogenannten CX-Trendsetter – damit bezeichnen die Studienverantwortlichen Unternehmen, die als Vorreiter im Bereich Customer Experience gesehen werden – von einem positiven Return on Investment (ROI) durch den Einsatz solcher Technologien.

Menschlichkeit und Personalisierung

Effizienz und Schnelligkeit gehören zu den positiven Apsekten von KI-Agenten, aber sie allein reichen nicht aus, um steigende Erwartungen der Kunden zu erfüllen. Wie der Zendesk-Bericht aufzeigt, wünschen sich Verbraucher zunehmend Interaktionen, die sich menschlicher, persönlicher und empathischer anfühlen. Gerade in Branchen, in denen Kaufentscheidungen oft mit hohen Investitionen verbunden sind und Vertrauen eine zentrale Rolle spielt, ist dies ein entscheidender Faktor.

KI-Agenten, die personalisierte und empathische Antworten geben, können dieses Vertrauen stärken. Kontaktiert ein Kunde beispielsweise den Support, weil er Schwierigkeiten bei der Installation eines neuen Geräts hat, würde ein herkömmlicher Chatbot auf eine allgemeine Anleitung verweisen. Ein KI-Agent hingegen erkennt anhand der Kundendaten, welches Modell installiert wird, berücksichtigt mögliche regionale Besonderheiten und bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung – inklusive der Möglichkeit, bei Bedarf einen Videoanruf mit einem Techniker zu starten.

Tanja Hilpert, 
VP Central Europe, Zendesk
Tanja Hilpert, VP Central Europe, Zendesk – Bild: Zendesk GmbH

Voice AI in der Kundenkommunikation

Ein weiterer Trend, den Zendesk beobachtet, ist der Einsatz von Sprach-KI, die insbesondere für die Bearbeitung komplexer Anfragen relevant ist. In der Fertigungsindustrie könnten Kunden beispielsweise technische Spezifikationen per Sprache erfragen, durch einen Installationsprozess geführt werden oder Diagnosen für Maschinenprobleme erhalten. 86 Prozent der befragten deutschen CRM-Vorreiter sehen darin eine zukunftsweisende Technologie.

Schlüssel zum Erfolg

KI-Agenten bieten die Chance, Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Der Erfolg hängt aber nicht allein von der Technologie ab. Entscheidend ist auch, wie sie implementiert und genutzt wird.

Für Unternehmen gilt es, sicherzustellen, dass ihre KI-Tools nicht nur zuverlässig und sicher, sondern auch auf die spezifischen Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten sind. Darüber hinaus darf der Faktor Mensch nicht vernachlässigt werden. Denn letztlich geht es darum, Beziehungen aufzubauen und zu stärken – und das gelingt nur, wenn Technologie und Mensch Hand in Hand arbeiten.



  • IT-Sicherheitsmarkt vor Umsatzrekord

    IT-Sicherheitsmarkt vor Umsatzrekord

    Der Markt für IT-Sicherheit in Deutschland wächst ungebrochen. Das bisherige Rekordjahr 2020 könnte in diesem Jahr nochmals übertroffen werden. So geht der Digitalverband Bitkom von einem Plus von 9,7 Prozent…

    mehr lesen: IT-Sicherheitsmarkt vor Umsatzrekord

  • Zuliefermesse für den Maschinenbau

    Zuliefermesse für den Maschinenbau

    In Bad Salzuflen findet am 10. November die FBM statt. Bereits im Vorfeld der Messe können Unternehmen über eine Matchmaking-Plattform feste Termine mit den Ausstellern buchen.

    mehr lesen: Zuliefermesse für den Maschinenbau

  • Umsatzprognose auf Höchststand

    Umsatzprognose auf Höchststand

    Im neuen PWC-Maschinenbaubarormeter blicken mehr als die Hälfte der Unternehmen zwar optimistisch in die Zukunft. Im Vergleich zum Vorquartal ist dieser Wert jedoch zurückgegangen.

    mehr lesen: Umsatzprognose auf Höchststand

  • Produktionserwartungen steigen im September

    Produktionserwartungen steigen im September

    Die Produktionsaussichten in der Industrie haben im September zugelegt. Dabei werden die Pläne der Unternehmen von den derzeitigen Materialengpässen gebremst.

    mehr lesen: Produktionserwartungen steigen im September

  • Partnerschaft zwischen UiPath und CrowdStrike

    Partnerschaft zwischen UiPath und CrowdStrike

    UiPath und CrowdStrike wollen gemeinsam den Schutz von RPA-Prozessen verbessern. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen soll ein neues Sicherheitsniveau sowie mehr Transparenz bei RPA-Anwendungen bieten, heißt es in der Pressemitteilung.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen UiPath und CrowdStrike

  • Referenzbasis für TRIZ-Werkzeuge

    Referenzbasis für TRIZ-Werkzeuge

    Richtlinie VDI 4521 Blatt 1 ‚Erfinderisches Problemlösen mit TRIZ – Grundlagen und Begriffe‘ legt eine gemeinsame Sprache zur Beschreibung von Inhalten der TRIZ-Methodik fest. Sie bietet eine Referenzbasis zum Vergleich…

    mehr lesen: Referenzbasis für TRIZ-Werkzeuge

  • Ekrem Yigitdoel wird Managing Director

    Ekrem Yigitdoel wird Managing Director

    Mit der Ernennung von Ekrem Yigitdoel zum Managing Director will sich die Open Industry 4.0 Alliance für weiteres Wachstum rüsten. Derzeit gehören dem Zusammenschluss rund 80 Mitglieder an.

    mehr lesen: Ekrem Yigitdoel wird Managing Director

  • Aus Innovation.rocks und Augmentaio wird Svarmony

    Aus Innovation.rocks und Augmentaio wird Svarmony

    Die beiden Unternehmen Innovation.rocks und Augmentaio wollen fusionieren und zukünftig gemeinsam als AR-Spezialist Svarmony am Markt auftreten.

    mehr lesen: Aus Innovation.rocks und Augmentaio wird Svarmony

  • 5G-Ortungslösung für die Industrie

    5G-Ortungslösung für die Industrie

    Im Rahmen einer Partnerschaft haben die Telekom und Trumpf eine Ortungslösung entwickelt, die in einem 5G-Campusnetz betrieben werden kann. Durch den Omlox-Standard lassen sich unterschiedliche Endgeräte miteinander kombinieren.

    mehr lesen: 5G-Ortungslösung für die Industrie

  • Mit Low-Code gegen den Entwicklungsstau

    Mit Low-Code gegen den Entwicklungsstau

    Die Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt, aber auch zu einem zunehmendem Software-Entwicklungsstau geführt, so eine Studie von Mendix. Ein Low-Code-Ansatz kann helfen den damit einhergehenden Problemen zu begegnen.

    mehr lesen: Mit Low-Code gegen den Entwicklungsstau

  • Jochen Weyrauch folgt auf Ralf Dieter

    Jochen Weyrauch folgt auf Ralf Dieter

    Seit 2006 ist Ralf W. Dieter Vorstandsvorsitzender der Dürr AG. Zum Jahresende wird er sein Amt zur Verfügung stellen. Seine Nachfolge tritt Jochen Weyrauch an.

    mehr lesen: Jochen Weyrauch folgt auf Ralf Dieter

  • Zugang zur Formnext nur für Geimpfte und Genesene

    Zugang zur Formnext nur für Geimpfte und Genesene

    Im November findet die 3D-Druck-Messe Formnext in Frankfurt statt. Wie der Veranstalter nun bekanntgegeben hat, kommt dabei die 2G-Regel zum tragen.

    mehr lesen: Zugang zur Formnext nur für Geimpfte und Genesene