Mit KI im DMS die Produktion entlasten

%C2%A9Urupong AdobeStock 1988115846
Bild: ©Urupong/stock.adobe.com

Papierordner, lokale Laufwerke und isolierte Fachanwendungen lösen dieses Problem nur bedingt. Zwischen Einkauf, Produktion, Qualitätssicherung und Buchhaltung entstehen Medienbrüche: Ein Prüfprotokoll wird ausgedruckt, unterschrieben, eingescannt und dann manuell im ERP-System verknüpft. Eine Eingangsrechnung muss von Hand mit der zugehörigen Bestellung und dem Lieferschein abgeglichen werden. Jeder dieser Schritte kostet Zeit und ist fehleranfällig, insbesondere wenn Mitarbeitende die Zuordnung nach Erfahrung statt nach festen Regeln vornehmen. Hinzu kommt der Aufwand für die revisionssichere Aufbewahrung. Gesetzliche Vorgaben wie beispielsweise GoBD verlangen, dass Belege unveränderbar archiviert und über Jahre auffindbar bleiben. Mit wachsender Dokumentenmenge wird das ohne digitale Unterstützung kaum mehr handhabbar.

Dokumente KI-gestützt erfassen

An dieser Stelle setzt DocuWare Intelligent Document Processing (IDP) an, eine Technologie, die eingehende Dokumente automatisch klassifiziert, relevante Informationen extrahiert und sie einem Geschäftsprozess zuordnet. Statt dass Mitarbeitende ein PDF öffnen und Auftragsnummer, Lieferant oder Materialbezeichnung von Hand eintragen, ließt die Software diese Angaben aus dem Dokument heraus. Das betrifft in der Fertigung mehrere Bereiche gleichzeitig: am Wareneingang werden Lieferscheine automatisch erfasst und mit der Bestellung abgeglichen, bei Prüfprotokollen werden Chargennummern und Messwerte extrahiert, bei Rechnungen werden Positionen automatisch mit Bestellungen verknüpft. Die Software lernt dabei aus bereits bearbeiteten Dokumenten und wird mit der Zeit treffsicherer, auch bei wechselnden Formaten und Layouts verschiedener Lieferanten. Wichtig für den Einsatz in einem regulierten Umfeld ist, dass diese Verarbeitung nachvollziehbar bleibt: Jede automatische Zuordnung lässt sich im Nachhinein prüfen, und Mitarbeitende können Fehler oder Ausnahmefälle manuell korrigieren.

Nutzen entlang der Prozesskette

Dabei kann diese Technik ihren Nutzen entlang der gesamten Auftragskette ausspielen. Bei der Auftragsabwicklung verkürzt die automatisierte Dokumentenverarbeitung die Zeit zwischen Bestelleingang, Produktion und Auslieferung, weil Informationen sofort dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden, statt erst gesucht oder angefordert werden zu müssen. Für die Rückverfolgbarkeit im Produkthaftungsfall ist entscheidend, dass sämtliche Fertigungs- und Prüfnachweise lückenlos und maschinell auswertbar vorliegen. Wird eine Charge beanstandet, lassen sich die zugehörigen Prüfprotokolle, Materialnachweise und Temperaturkurven der Produktionsanlagen in kurzer Zeit zusammenstellen, statt Aktenordner durchsuchen zu müssen. Auch für Audits und Compliance-Nachweise verkürzt sich der Aufwand erheblich, da die relevanten Dokumente über eine Volltextsuche direkt auffindbar sind und ihre Bearbeitungshistorie lückenlos dokumentiert ist. In der Rechnungsverarbeitung wiederum sorgt die automatische Zuordnung von Rechnung, Bestellung und Lieferschein dafür, dass Prüf- und Freigabeprozesse schneller ablaufen und Skontofristen zuverlässiger eingehalten werden können.

Integration als Voraussetzung

Damit diese Vorteile tatsächlich wirksam werden, muss die KI-gestützte Dokumentenverarbeitung in die bestehende IT-Landschaft eingebettet sein. Fertigungsunternehmen arbeiten in der Regel mit einer Kombination aus ERP-, ME-, PPS- und Qualitätsmanagementsystemen. Ein Dokumentenmanagementsystem entfaltet seinen Nutzen erst dann vollständig, wenn es sich nahtlos mit diesen Systemen verbindet, sodass Mitarbeitende aus ihrer gewohnten Anwendung heraus auf archivierte Dokumente zugreifen können, ohne die Software wechseln zu müssen. Ebenso relevant ist die Anbindung an Scanner und Multifunktionsgeräte, über die Papierdokumente weiterhin in den digitalen Prozess einfließen, solange papierbasierte Belege im Unternehmen oder bei Lieferanten und Kunden noch üblich sind.

Weniger Aufwand, besseres Verständnis

Für Fertigungsunternehmen bedeutet KI-gestütztes Dokumentenmanagement in erster Linie: weniger manuellen Aufwand bei gleichzeitig höherer Nachvollziehbarkeit. Die Technologie ersetzt keine unternehmerischen Entscheidungen, sie schafft aber die Datengrundlage, auf der Entscheidungen in Produktion, Qualitätssicherung und Buchhaltung schneller und verlässlicher getroffen werden können. Angesichts wachsender Dokumentenmengen und zunehmender regulatorischer Anforderungen dürfte der Anteil automatisiert verarbeiteter Belege in der Fertigung in den kommenden Jahren weiter steigen.



  • Sicherheit vor Malware und Hackern

    Sicherheit vor Malware und Hackern

    Fernwirkanlagen und Scada-Systeme nutzen das Internet und sind damit potenziellen Angriffen von Hackern und Schadsoftware ausgesetzt. Auf der Seite der Datenbank kann auch das Unternehmen ConiuGo nur die bekannten Konzepte…

    mehr lesen: Sicherheit vor Malware und Hackern

  • Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

    Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

    Cloudanwendungen boomen: Aktuell gibt es nach Aussagen von führenden TÜV Rheinland-Experten mehr als 30.000 Cloudanwendungen weltweit, von denen Unternehmen aktiv durchschnittlich 1.500 Anwendungen nutzen – mit oder ohne Freigabe der…

    mehr lesen: Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

  • Maschinenbau baut digitale Dienste aus

    Maschinenbau baut digitale Dienste aus

    Fast 80 Prozent der Maschinenbauer sehen die Notwendigkeit, bei digitalen Geschäftsmodellen zu kooperieren. Das hat der VDMA in einer Befragung mit McKinsey ermittelt. Auf großes Wachtumspotenzial deutet dabei hin, dass…

    mehr lesen: Maschinenbau baut digitale Dienste aus

  • Eine Matte gegen Haltungsschäden

    Eine Matte gegen Haltungsschäden

    Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben in Zusammenarbeit mit der Isoloc Schwingungstechnik GmbH eine Sensormatte für Steharbeitsplätze entwickelt. Sie erfasst die Fußposition eines Mitarbeiters und erkennt Gewichtsverlagerungen.

    mehr lesen: Eine Matte gegen Haltungsschäden

  • Verschlüsselungskomponenten, die Angreifern ausweichen

    Verschlüsselungskomponenten, die Angreifern ausweichen

    Verschlüsselungssoftware spielt auf dem Weg zu mehr Datenschutz eine wichtige Rolle, doch können Computersysteme auch auf physikalischem Wege angegriffen werden. Durch das Abfangen von Stromschwankungen oder das Auslösen von Fehlern…

    mehr lesen: Verschlüsselungskomponenten, die Angreifern ausweichen

  • 15 Jahre SmartFactory Kaiserslautern

    15 Jahre SmartFactory Kaiserslautern

    Die Technologieinitiative SmartFactory KL feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Heute beteiligen sich mehr als 50 Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen an der Initiative.

    mehr lesen: 15 Jahre SmartFactory Kaiserslautern

  • Unternehmen sehen Notwendigkeit für mehr IoT-Sicherheit

    Unternehmen sehen Notwendigkeit für mehr IoT-Sicherheit

    Das Internet der Dinge ist für viele Unternehmen in Deutschland sowohl eine Chance als auch ein Risiko, so das Ergebnis einer aktuellen Studie im Auftrag von Palo Alto Networks.

    mehr lesen: Unternehmen sehen Notwendigkeit für mehr IoT-Sicherheit

  • Gaia-X-Mitglieder unterzeichnen Gründungsurkunde

    Gaia-X-Mitglieder unterzeichnen Gründungsurkunde

    Die Gründungsmitglieder der Gaia-X-Initiative haben die Gründungsurkunden zur Gaia-X AISBL unterzeichnet. Interessierte Unternehmen und Initiativen sind aufgerufen, sich an der gemeinnützigen Vereinigung zu beteiligen.

    mehr lesen: Gaia-X-Mitglieder unterzeichnen Gründungsurkunde

  • TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

    TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

    Der TÜV-Verband fordert in einem Positionspapier KI-gestützte Anwendungen und Systeme — etwa automatisierte Fahrzeuge oder Roboter — in Abhängigkeit vom Risiko zu regulieren.

    mehr lesen: TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

  • Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

    Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

    Die Nutzung von Containertechnologien steigt, was aber gilt es bei der Auswahl zu beachten? Der Software-Entwickler Red Hat gibt Antworten darauf.

    mehr lesen: Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

  • Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

    Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

    Wenn Unternehmen Digitalisierungsprojekte angehen, tun sie dies oft mit einem externen Partner. Die Frage ist nur mit welchem? IFS hat in einer Studie ermittelt, welche Faktoren bei der Auswahl eine…

    mehr lesen: Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

  • Software-as-a-Service für die Fertigung

    Software-as-a-Service für die Fertigung

    Die Komplexität des Maschinenparks erschwert es oft, geeignete Parameter für den optimalen Betrieb zu definieren. Hier kommt das Startup FactoryPal ins Spiel, das mit seiner KI-basierten Lösung Abhilfe schaffen will.

    mehr lesen: Software-as-a-Service für die Fertigung