IT-Modernisierung als Softwareprojekt

446034
Bild: ©miklyxa/Stock.adobe.com

Für ein Modernisierungsprojekt ist es zunächst sinnstiftend, dass die Geschäftsleitung ihre Vision mit der IT-Abteilung teilt. Je klarer das Bild darüber ist, wie das Unternehmen künftig agieren soll und welches die strategischen Ziele sind, desto sicherer gelingt der Wechsel. Dabei ist es wichtig, auch die Schwachstellen in der vorhandenen IT-Landschaft offenzulegen. Die Probleme von Fachabteilungen sollten bereits in diesem frühen Projektstadium einbezogen werden. Aus gewonnenen Erkenntnissen lassen sich die Anforderungen an die IT-Architektur ableiten. Um Veränderungen an den neuen Infrastrukturen zu erleichtern, könnte die Implementierung einer Integrationsplattform helfen, welche die eingesetzten Systeme zusammenführt. Diese können Mitarbeiter mit Daten versorgen, gleich in welcher Applikation sie vorliegen. Die IT-Abteilung kann die Systemlandschaft nach Bedarf skalieren und gleichzeitig das sogenannte IT Delivery Gap schließen, womit die Lücke zwischen Businessanforderungen und deren Umsetzung durch die IT gemeint ist

Daten verfügbar machen

Wenn IT-Abteilungen in der Vergangenheit Applikationen isoliert voneinander geführt haben, dann bauten sich in der Regel im Laufe der Zeit unterschiedliche Datenbanken im Unternehmen auf. Das betrifft Kunden- und Produktdaten. So ist es in der Praxis häufig der Fall, dass der Vertrieb beispielsweise mit den im Customer-Relationship-Management (CRM)-System abgelegten Kontaktdaten arbeitet, während Rechnungen auf die im Enterprise-Resource-Planning(ERP)-System erfassten Adressen ausgestellt werden. Auch Produktdaten können in unterschiedlichen Anwendungen hinterlegt sein, etwa in einem Manufacturing Execution System (MES) und in einer ERP-Software. Die Folge sind redundante Daten in unterschiedlichen Programmen, die womöglich durch unterschiedliche Schreibweisen oder eine variierende Struktur inkonsistent sind. Diese Daten zu bereinigen und zu konsolidieren ist notwendig, um das künftige Master Data Management auf ein solides Fundament zu setzen. Es gibt heute leistungsfähige Tools am Markt, die dabei helfen, redundante Daten aufzuspüren und zu konsolidieren. Ebenso beinhalten einige CRM-Systeme Funktionen, die bei der Datenbereinigung unterstützen.

Sicherheitslücken schließen

Die IT-Sicherheit hat einen hohen Stellenwert in aktuellen IT-Projekten. Verstöße gegen den Schutz personenbezogener Daten können mit hohen Geldstrafen geahndet werden. Vor allem Unternehmen, die Cloud-Produkte einsetzen, sollten Sicherheitsvorkehrungen treffen. Dies gilt insbesondere für ihre Schnittstellen (API) zu anderen Systemen, die vor Cyberangriffen sicher sein müssen und keine Datenlecks aufweisen dürfen. Für ihre API-Sicherheitsstrategie könnten Unternehmen ein zentralisiertes Governance-Modell etablieren, das Standards für die API-Entwicklung festlegt. Mit solchen Normen ist zudem die Einhaltung definierter, vereinbarter Sicherheitsstandards innerhalb einer Infrastruktur leichter umsetzbar. Darüber hinaus helfen eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und die Einrichtung von API-Gateways bei der Umsetzung einer strengen API-Zugriffskontrolle sowie mehrstufiger Schutzmaßnahmen. Kontinuierliche Kontrollen sichern die Funktionalität der Sicherheitsmaßnahmen laufend ab.

Ablehnung vorbeugen

Um die Belegenschaft auf den gewünschten Einsatz integrierter Software einzustimmen, sollten alle Beteiligten von Beginn an mit verständlicher Kommunikation einbezogen werden. Fragen zu Meilensteinen und Nutzen sollten beantwortet werden. Auch die anfallenden Veränderungen gilt es zu besprechen. Während des Projekts sollten regelmäßige Besprechungen erfolgen, in denen die IT-Verantwortlichen über die Projektfortschritte informieren und vor allem die Ideen und Einschätzungen der Anwender einholen. Wichtig ist auch, den Anwendern Feedback zu geben, warum etwas nicht wunschgemäß umgesetzt werden kann, und Alternativen vorzuschlagen.

Forderungen zentral bearbeiten

Mit einem Center for Enablement können Unternehmen im Rahmen eines IT-Modernisierungsprojekts vor allem dafür sorgen, dass die IT-Abteilung mit den Business-Teams effizient zusammenarbeitet. Es handelt sich dabei um ein Gremium, das meist aus Mitgliedern der IT-Abteilung und den Fachabteilungen besteht. Sie regen die Nutzung von Best Practices sowie die Zusammenarbeit an und arbeiten Feedback ein und werten Messdaten aus.

Bereit für die KI

Im Rahmen des kürzlich herausgegebenen MuleSoft Connectivity Benchmark Reports gaben fast die Hälfte der befragten IT-Entscheider an, dass sie im kommenden Jahr die Einführung einer KI-Software planen. Allerdings ergab die Studie auch, dass bei den teilnehmenden Unternehmen durchschnittlich nur knapp ein Drittel der eingesetzten Anwendungen miteinander vernetzt sind. Deshalb glauben 62 Prozent, dass ihre Organisation unzureichend gerüstet ist, um ihre Datensysteme so zu harmonisieren, dass sich KI-Technologien effizient nutzen lassen. Gute Gründe, rechtzeitig über eine Modernisierung der IT-Landschaft nachzudenken.



  • Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    ITK-Unternehmen bewerten Geschäftslage noch als befriedigend, blicken aber pessimistisch in die Zukunft. Der Digitalindex des Branchenverbandes Bitkom rutschte auf den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung.

    mehr lesen: Digitalindex rutscht auf Tiefststand

  • Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Etwa 55 Prozent der deutschen Unternehmen haben Kurzarbeit angezeigt. Darunter nicht nur Firmen, die stark von der Pandemie betroffen sind. Das geht aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft…

    mehr lesen: Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

  • Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Mit einem Stand von 93,5 Punkten weißt das IAB-Arbeitsmarktbarometer den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung im Jahr 2008 auf.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

  • KI und ERP für verbesserten Service

    KI und ERP für verbesserten Service

    Durch die Kooperation zwischen Proalpha und Empolis können Unternehmen ihren Servicemitarbeitern Wissen kontextsensitiv zur Verfügung stellen. Konkret wird Empolis Service Express in das ERP-System von Proalpha integriert.

    mehr lesen: KI und ERP für verbesserten Service

  • Ein FTS für kleine Unternehmen

    Ein FTS für kleine Unternehmen

    In einem gemeinsamen Forschungsprojekt wollen das Startup Flexlog und das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover ein besonders günstiges und flexibles Fahrerloses Transportsystem entwickeln, das noch dazu ganz einfach…

    mehr lesen: Ein FTS für kleine Unternehmen

  • Handel mit China stark beeinträchtigt

    Handel mit China stark beeinträchtigt

    Zwar konnten die deutschen Elektroexporte im Februar 2020 mit einem Volumen von 16,7 Milliarden Euro noch ein leichtes Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen. Jedoch gingen die…

    mehr lesen: Handel mit China stark beeinträchtigt

  • Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Umsatz in Höhe von 5,8Mrd.€ erzielt. Das ist ein Rückgang von 6,4% gegenüber dem Vorjahresquartal.

    mehr lesen: Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

  • Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    In der Coronakrise fahren 50 Prozent der deutschen Unternehmen Kurzarbeit, 18 Prozent wollen Jobs abbauen. Das ist das vorläufige Ergebnis der neuesten Umfrage des Ifo-Instituts im April.

    mehr lesen: Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

  • Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Mit einer Kontaktstelle zur Sicherstellung in den Lieferketten hat das Bundeswirtschaftsministerium eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen eingerichtet.

    mehr lesen: Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

  • Software-Erweiterung bei Renesas

    Software-Erweiterung bei Renesas

    Renesas Electronics veröffentlicht ein neues Update seines Flexible Software Package (FSP) für die 32Bit-Arm-Cortex-m-Mikrocontroller (MCUs) der RA-Familie.

    mehr lesen: Software-Erweiterung bei Renesas

  • IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    Die IG Metall hat ein Eckpunktepapier verabschiedet, das Betriebsräten bei der Umsetzung von Gesundheitsschutzmaßnahmen im Betrieb unterstützen soll.

    mehr lesen: IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

  • Wo steht die IT-Sicherheit?

    Wo steht die IT-Sicherheit?

    Cyberangriffe nehmen nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in ihrer Raffinesse zu. Allerdings beeinträchtigt der IT-Fachkräftemangel viele Unternehmen bei der Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen.

    mehr lesen: Wo steht die IT-Sicherheit?