Im Greenfield oder Brownfield zu SAP S/4Hana

Tools und Templates helfen beim Systemwechsel
Tools und Templates helfen beim Systemwechsel – Bild: Abat AG

Das Zeitalter der Digitalisierung stellt Unternehmen vor gewaltige Herausforderungen. Der Innovationsdruck in der Wirtschaft ist immens. Und wer sich nicht aktiv mit den Themen wie Robotic Process Automation (RPA), Process Mining, künstliche Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen auseinandersetzt, könnte langfristig im Wettbewerb zurückfallen. Das ERP-Systeme SAP S/4Hana bietet eine Möglichkeit, bestehende Prozesse zu modernisieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Doch die Migration ist komplex, was Planung sowie Strategie erfordert.

Tobias Plaha
Bild: Abat AG

Warum eine Vorstudie essenziell ist

Ein erfolgreicher Wechsel auf das System mit In-Memory-Datenbank beginnt in der Regel mit einer Vorstudie. Hier wird der Stand des Unternehmens erfasst, Systeme werden analysiert und die Roadmap für den Umstieg entwickelt. Die Vorstudie stellt also die Weichen für das gesamte Projekt. Wichtig in dieser Phase ist die Wahl der Transitionsstrategie. Es gibt verschiedene Ansätze, von denen der Brownfield- und der Greenfield-Ansatz die gängigsten sind. Bei der Brownfield-Conversion wird das bestehende System mit all seinen Prozessen und Daten in die neue Systemumgebung überführt. Dies ist häufig die bevorzugte Methode, wenn ein Unternehmen seine bewährten Prozesse nicht von Grund auf verändern möchte. Der Greenfield-Ansatz hingegen erlaubt es, ein völlig neues System aufzubauen und die Prozesse neu zu gestalten. Die Entscheidung muss gut abgewogen werden und hier zeigt sich oft der erste kritische Punkt.

Welche Transitionsstrategie passt?

Brownfield scheint oft verlockend, da dies eine schnelle technische Umstellung ermöglicht. Hierbei wird das bestehende SAP-System eins zu eins auf die neue Plattform migriert. Das spart Zeit und senkt die Anfangskosten. Oftmals betrachten Unternehmen die Umstellung jedoch nur als technische Migration und verpassen dadurch die Chance, Prozesse zu optimieren. Der Greenfield-Ansatz hingegen ermöglicht eine tiefgehende Prozessüberarbeitung. Dies ist dann sinnvoll, wenn die bestehenden Prozesse nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen oder in der Vergangenheit viele Anpassungen vorgenommen wurden, die nicht mehr zeitgemäß sind. Diese Strategie ist aufwendiger und erfordert mehr Change Management, doch bietet sie größere Flexibilität und Innovationsmöglichkeit.

Die häufigsten Fallstricke bei der Umstellung

Während der Arbeit in verschiedenen Projekten sind dem Autoren des Artikels immer wieder ähnliche Herausforderungen begegnet, die den Erfolg des Systemwechsels gefährden können. Ein häufiger Fehler besteht darin, ihn als reines IT-Projekt zu betrachten. Natürlich ist die technische Umstellung ein wichtiger Teil, aber der Kern des Projektes liegt in den Prozessen und den Fachbereichen. Das IT-System ist nur das Werkzeug, um die Geschäftsprozesse zu unterstützen. Ohne die Einbindung der Fachbereiche wird deshalb der Nutzen einer neuen Plattform meist nicht ausgeschöpft. In Projekten wurde der Fachbereich häufig zu spät oder nicht ausreichend involviert. Wichtige Entscheidungen werden so entweder zu lange aufgeschoben oder spiegeln nicht die tatsächlichen Anforderungen wider. Auch bei einer System-Conversion ist es essenziell, von Anfang an alle ins Boot zu holen, um die Prozesse auf die neue Plattform abzustimmen. Ein weiteres Hindernis ist oft die fehlende Strukturierung des Projekts. Viele Unternehmen beginnen den Wechsel ohne eine Roadmap, was in welcher Reihenfolge geschehen soll. Eine klare Struktur und ein präziser Fahrplan sind allerdings unerlässlich, um die Komplexität der Umstellung zu bewältigen. So lassen sich die vielen Abhängigkeiten und Wechselwirkungen erst kontrollieren.

Seiten: 1 2



  • VDMA-Umfrage zu Forschung im Maschinenbau

    VDMA-Umfrage zu Forschung im Maschinenbau

    Wie und wo forscht und entwickelt der deutsche Maschinenbau? Dazu hat der Branchenverband VDMA 400 Firmen befragt. Demnach ist das Innovationstempo hoch und soll weiter steigen. Auch wenn die Unternehmen…

    mehr lesen: VDMA-Umfrage zu Forschung im Maschinenbau

  • Industrieleistung bricht um zwei Prozent ein

    Industrieleistung bricht um zwei Prozent ein

    Deutschlands Wirtschaft könnte 2024 auf der Stelle treten. Nach aktuellen Berechnungen korrigiert das Ifo-Institut das voraussichtliche Wirtschaftswachstum von 0,4 auf null Prozent, die Industrie schrumpft sogar um zwei Prozent. Dafür…

    mehr lesen: Industrieleistung bricht um zwei Prozent ein

  • Maximilian Köpke wird COO/CFO bei Convista

    Maximilian Köpke wird COO/CFO bei Convista

    Das Beratungshaus Convista hat Maximilian Köpke in einer Doppelrolle als COO und CFO ins Boot geholt. Zuvor war der Manager als Partner bei der Boston Consulting Group angestellt.

    mehr lesen: Maximilian Köpke wird COO/CFO bei Convista

  • Fakuma 2024 liefert neue Ansätze für die Kunststoffverarbeitung

    Fakuma 2024 liefert neue Ansätze für die Kunststoffverarbeitung

    Auf der diesjährigen Fakuma, internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung, vom 15. bis 19. Oktober 2024 wird es neben der Ausstellung auch ein breites Rahmenprogramm geben. Erstmals wird etwa der Karriere-Freitag Teil…

    mehr lesen: Fakuma 2024 liefert neue Ansätze für die Kunststoffverarbeitung

  • Sebastian Spicker wird Managing Director DACH bei IFS

    Sebastian Spicker wird Managing Director DACH bei IFS

    Sebastian Spicker hat die Position des Managing Director DACH bei IFS übernommen.

    mehr lesen: Sebastian Spicker wird Managing Director DACH bei IFS

  • IFS kauft Copperleaf Technologies

    IFS kauft Copperleaf Technologies

    Der schwedische Anbieter von Business-Software IFS kauft Copperleaf Technologies. Das kanadische Unternehmen bietet Analytics-Software etwa für die Investitionsplanung und soll rund eine Milliarde kanadische Dollar kosten, rund 670 Millionen Euro.

    mehr lesen: IFS kauft Copperleaf Technologies

  • Wie steht es um KI und IoT bei unseren Nachbarn?

    Wie steht es um KI und IoT bei unseren Nachbarn?

    Wie etabliert sind Robotik, KI, ML, Big Data und IoT in den europäischen Ländern? Und wie schneidet Deutschland im Vergleich ab? Das hat Reichelt Elektronik Menschen in Deutschland, Frankreich, Italien…

    mehr lesen: Wie steht es um KI und IoT bei unseren Nachbarn?

  • Tech-Festival für Co-Creation in der Automatisierung

    Tech-Festival für Co-Creation in der Automatisierung

    Die vernetzte Fabrik, Datenräume und Automatisierung sind nur einige der Themen, die am 6. November in der Gläsernen Manufaktur Dresden im Mittelpunkt stehen. Für das Event Hub:Disrupt organisieren die Veranstalter…

    mehr lesen: Tech-Festival für Co-Creation in der Automatisierung

  • Kollektives und individuelles Lernen verzahnt

    Kollektives und individuelles Lernen verzahnt

    IT-Technik wie künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht es Unternehmen, ganz neue Lernarchitekturen und -landschaften zu schmieden.

    mehr lesen: Kollektives und individuelles Lernen verzahnt

  • Drei Maßnahmen gegen Deepfake-Angriffe

    Drei Maßnahmen gegen Deepfake-Angriffe

    KI-gestützter Identitätsbetrug kommt weltweit häufiger vor. Allein in Österreich stieg die Zahl der Deepfake-Angriffe in diesem Jahr um 119 Prozent, ergab eine KPMG Austria-Umfrage. Mit diesen drei Maßnahmen lassen sich…

    mehr lesen: Drei Maßnahmen gegen Deepfake-Angriffe

  • IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt erneut

    IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt erneut

    Trotz anhaltend schwieriger Konjunktur bleibt der Arbeitsmarkt-Indikator des IAB in Deutschland das dritte Mal leicht im Plus.

    mehr lesen: IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt erneut

  • China will Industrieroboter exportieren

    China will Industrieroboter exportieren

    Die chinesische Regierung will künftig verstärkt Industrieroboter exportieren, um Wirtschaftswachstum herbeizuführen.

    mehr lesen: China will Industrieroboter exportieren